Vollmond September 2026: Einen kristallklaren Geist kultivieren
Von Wolfgang Bischoff
Ihr Lieben,
Am 25. September 2026 erstrahlt der Herbstvollmond am azurblauen Himmel (Hinweis zum Termin siehe ganz unten). Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und die bereits erwähnten Gedanken über das Mantra sowie die Gedanken über einen kristallklaren Geist kontemplieren:
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Ein kristallklarer Geist
Unsere Tradition lehrt, dass der menschliche Geist wie ein klarer Kristall ist, der der Geistigen Welt das Irdische spiegelt und dem Irdischen die Geistige Welt. Mit der einzigen Fähigkeit, die der Mensch hat, um in die Unabhängigkeit und Freiheit zu gelangen, der Unterscheidungsfähigkeit, (alle anderen Sinnesfähigkeiten binden ihn an die Welt), kann der Mensch lernen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Die Identifikationen, die den klaren Kristall des Geistes wie gefärbt erscheinen lassen, beginnen sich zu lösen und eine Entfärbung des Kristalls tritt ein, die im Sanskrit vairagia genannt wird. Der Geist wird in seiner wahren Natur als klar und unberührt von den Lebensereignissen und als Instrument erkannt. Das Bewusstsein erlebt sich als Stille, beobachtend und sehend, in voller Kontrolle der Bewegungen des Geistes. Dann ruht das Sehende in seiner wahren Natur. So sagt es das Yoga Sutra. Wenn das nicht der Fall ist, leben wir in ständig wechselnden Identifikationen mit den Bewegungen unseres Geistes.
Das verdeutlicht die folgende Geschichte :
Ein König sucht in einem wunderbaren Land nach einem Nachfolger. Es melden sich viele Personen und fünf davon qualifizieren sich. Der König gibt den Fünfen eine Aufgabe, indem er jedem einen Saatkorn gibt. Diesen sollen sie einpflanzen, wässern und düngen und das Ergebnis nach einem halben Jahr zeigen.
Nach einem halben Jahr kommen alle fünf mit ihrem Töpfen zum Königshof. Vier von ihnen haben die herrlichsten bunten Blumen mitgebracht, die ihre ganze Pracht aus dem Topf heraus entfalten. Der Fünfte jedoch bringt einen Topf voller Erde mit und sonst nichts. Er sieht beschämt aus und stellt sich etwas Abseits. Der König ruft jeden einzeln zu sich und fragt, was er gemacht habe. jeder antwortet, dass er das Saatkorn gepflanzt habe, gewässert habe und gedüngt habe. Der König nickt zufrieden, schaut sich die wunderschönen, bunten Blumen an und ruft den Fünften herein. Auch ihn fragt er, was er getan habe. Der Fünfte antwortet beschämt, dass er das Saatkorn gepflanzt, gewässert, gedüngt habe und nichts sei geschehen. Er habe sich überlegt, überhaupt zu kommen, habe sich dann aber die Abmachung gehalten, sein Ergebnis zu zeigen.
Der König nickte zufrieden und schickte ihn wieder hinaus mit der Bemerkung, dass er gleich seine Entscheidung mitteilen würde. Es dauert eine Weile, dann geht die Tür auf und der König erscheint vor den Fünfen. Er zeigt auf den Fünften ohne Ergebnis und sagt:
„Dich habe ich gewählt. Komm mit mir.“
Im Königssaal erklärt der König den Fünften zu seinem Nachfolger und dieser zeigt große Verwunderung und fragt: „Aber König! Ich habe nichts hervorgebracht. Wie kannst Du mich wählen?“
Der König antwortet: „Ja, Du hast Mut bewiesen zu Dir selbst zu stehen und auch ohne Ergebnis zu kommen. Du trittst hier authentisch auf, demütig und bescheiden. das sind alles Qualitäten eines Königs. Aber etwas, das weißt Du nicht! Ich habe Euch allen ein totes Saatkorn gegeben!„
Durch Meditation können wir lernen, einen kristallklaren Geist zu bekommen, der den Mut zuläßt, zu uns selbst zu stehen, so wie wir sind und nicht zu versuchen, den Vorstellungen anderer zu genügen.
Ich wünsche euch eine ruhige und erkenntnisreiche, stille Stunde
In liebevoller Verbundenheit euer
Wolfgang
Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.
Für den September-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort beginnt: 25.09. – 19:36 h und endet: 26.09. – 18:48 h.


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