Kontemplation

Beiträge

Lesedauer 2 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

der Herbstvollmond erscheint wie in einem Nebel am Himmel und erinnert uns an die Möglichkeit, am 26. Oktober 2026 für eine Stunde von 21-22 Uhr still zu werden und nach Innen zu schauen, um das Leben zu kontemplieren und an all die Menschen zu denken und für sie zu beten, die Unterstützung und Hilfe brauchen.

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Die Frage, die häufig gestellt wird ist:  Wie kann ich für einen anderen Menschen beten?

Oft stellen wir uns unter einem Gebet viele Worte vor und viele Bitten für dies und das. Ein Meditierender betet in der Stille. Swami Rama sagte immer: Das Gebet ist ein intensives Gefühl. Selbst jemand, der nicht an Gott glaubt, kann für jemand anderen beten. Aber, wir brauchen dazu einen klaren, sattvischen, selbstlosen Geist. Die 7 Schritte zur Vorbereitung auf die Meditation sind dazu eine wunderbare Hilfe. Wenn Du nach dem 7. Schritt eine Atemachtsamkeit entwickelt hast und in Deinem Herzen die innere Haltung der Hingabe an die Kräfte der Geistigen Welt mit den Worten:

„Dein Wille geschehe nicht meiner“

gebildet hast, und Dein Geist ruhig und still pulsiert, dann visualisiere die Person, für die Du betest. Visualisiere diese Person in dem Zustand, den Du für sie wünschst und um den Du bittest. Lass daraus ein intensives Gefühl entstehen, das sich mit der Atemachtsamkeit verbindet. Sobald das eingetreten ist, bringe die Aufmerksamkeit Deines Geistes in das Herzzentrum zwischen den beiden Brüsten. Stell Dir dort eine wunderbare Höhle vor, in der Du Dich niederlässt. Visualisiere in Deinem Herzen nun die Person für die Du betest, in dem Zustand für den Du betest. Wieder lass ein intensives Gefühl entstehen und lenke Deine Achtsamkeit von der Atembeobachtung zu dem intensiven Gefühl und dem Bild der Person. Immer wieder und wieder, solange, wie Du magst.

Das Geheimnis eines erfolgreichen Gebetes ist einmal das intensive Gefühl und die Hingabe aller Früchte Deines Betens an die Geistige Welt. Lerne zu akzeptieren, was ist und bete für das, was sein könnte, ohne auf die Früchte Deines Handelns zu schauen.

Lass dieses Gefühl zu der inneren Hingabe an die Geistige Welt werden, die Du um das Wohlergehen der Person, für die Du betest, bittest.

Wiederhole das solange, bis Dein Gebet erhört worden ist und es der Person besser geht.

Ich wünsche euch eine erbauliche stille Stunde. Möget ihr alle die Kunst des Betens für Andere erlernen und kultivieren.

 

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

 

Einladung der Engel zur Meditation

Im Namen allen Lebens verströmen wir Licht und Liebe.

Im Namen der Wahrheit repräsentieren wir die Gerechtigkeit.

Im Namen der Nächstenliebe lehren wir zu verzeihen.

Im Namen der Freude schenken wir Leichtigkeit.

Im Namen der Selbstachtung schenken wir Vertrauen.

Im Namen aller Wesen schenken wir unseren Segen.

 

Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet nach dem kalendarischen Vollmond. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am 25. September 2026 erstrahlt der Herbstvollmond am azurblauen Himmel (Hinweis zum Termin siehe ganz unten). Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und die bereits erwähnten Gedanken über das Mantra sowie die Gedanken über einen kristallklaren Geist kontemplieren:

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Ein kristallklarer Geist

Unsere Tradition lehrt, dass der menschliche Geist wie ein klarer Kristall ist, der der Geistigen Welt das Irdische spiegelt und dem Irdischen die Geistige Welt. Mit der einzigen Fähigkeit, die der Mensch hat, um in die Unabhängigkeit und Freiheit zu gelangen, der Unterscheidungsfähigkeit, (alle anderen Sinnesfähigkeiten binden ihn an die Welt), kann der Mensch lernen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Die Identifikationen, die den klaren Kristall des Geistes wie gefärbt erscheinen lassen, beginnen sich zu lösen und eine Entfärbung des Kristalls tritt ein, die im Sanskrit vairagia genannt wird. Der Geist wird in seiner wahren Natur als klar und unberührt von den Lebensereignissen und als Instrument erkannt. Das Bewusstsein erlebt sich als Stille, beobachtend und sehend, in voller Kontrolle der Bewegungen des Geistes. Dann ruht das Sehende in seiner wahren Natur. So sagt es das Yoga Sutra. Wenn das nicht der Fall ist, leben wir in ständig wechselnden Identifikationen mit den Bewegungen unseres Geistes.

Das verdeutlicht die folgende Geschichte :

Ein König sucht in einem wunderbaren Land nach einem Nachfolger. Es melden sich viele Personen und fünf davon qualifizieren sich. Der König gibt den Fünfen eine Aufgabe, indem er jedem einen Saatkorn gibt. Diesen sollen sie einpflanzen, wässern und düngen und das Ergebnis nach einem halben Jahr zeigen.

Nach einem halben Jahr kommen alle fünf mit ihrem Töpfen zum Königshof. Vier von ihnen haben die herrlichsten bunten Blumen mitgebracht, die ihre ganze Pracht aus dem Topf heraus entfalten. Der Fünfte jedoch bringt einen Topf voller Erde mit und sonst nichts. Er sieht beschämt aus und stellt sich etwas Abseits. Der König ruft jeden einzeln zu sich und fragt, was er gemacht habe. jeder antwortet, dass er das Saatkorn gepflanzt habe, gewässert habe und gedüngt habe. Der König nickt zufrieden, schaut sich die wunderschönen, bunten Blumen an und ruft den Fünften herein. Auch ihn fragt er, was er getan habe. Der Fünfte antwortet beschämt, dass er das Saatkorn gepflanzt, gewässert, gedüngt habe und nichts sei geschehen. Er habe sich überlegt, überhaupt zu kommen, habe sich dann aber die Abmachung gehalten, sein Ergebnis zu zeigen.

Der König nickte zufrieden und schickte ihn wieder hinaus mit der Bemerkung, dass er gleich seine Entscheidung mitteilen würde. Es dauert eine Weile, dann geht die Tür auf und der König erscheint vor den Fünfen. Er zeigt auf den Fünften ohne Ergebnis und sagt: 

„Dich habe ich gewählt. Komm mit mir.“

Im Königssaal erklärt der König den Fünften zu seinem Nachfolger und dieser zeigt große Verwunderung und fragt: „Aber König! Ich habe nichts hervorgebracht. Wie kannst Du mich wählen?“

Der König antwortet: „Ja, Du hast Mut bewiesen zu Dir selbst zu stehen und auch ohne Ergebnis zu kommen. Du trittst hier authentisch auf, demütig und bescheiden. das sind alles Qualitäten eines Königs. Aber etwas, das weißt Du nicht! Ich habe Euch allen ein totes Saatkorn gegeben!„

Durch Meditation können wir lernen, einen kristallklaren Geist zu bekommen, der den Mut zuläßt, zu uns selbst zu stehen, so wie wir sind und nicht zu versuchen, den Vorstellungen anderer zu genügen.

Ich wünsche euch eine ruhige und erkenntnisreiche, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit euer

Wolfgang

 

Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.

Für den September-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort  beginnt: 25.09. – 19:36 h und endet: 26.09. – 18:48 h.

Lesedauer 5 Minuten

Antworten von Pandit Rajmani Tigunait

Frage Agni-Magazin: Bietet Yoga ein Mittel gegen die Angst?

Pandit Rajmani Tigunait sagt dazu: Im Yoga Sutra (2:3) zählt Patanjali fünf Bedrängnisse auf: Avidya, Unwissenheit; Asmita, falsches Gefühl der Selbstidentität; Raga, Anhaftung; Dvesha, Abneigung; und Abhinivesha, Angst vor dem Tod. Im Sanskrit ist das gebräuchliche Wort für Angst Bhaya. Doch Patanjali hat das Wort Bhaya nicht verwendet. Stattdessen benutzte er das Wort Abhinivesha, und das aus gutem Grund. Es setzt sich aus drei Wörtern zusammen: abhi + ni + vesha – zwei Vorsilben, die dem Wort vesha hinzugefügt werden. Abhi bedeutet „von allen Seiten und aus allen Richtungen“. Ni bedeutet „vollständig, in jeder Hinsicht, in jeder möglichen Bedeutung“. Vesha bedeutet „eintreten“. Abhinivesha ist also etwas, das in alle Aspekte unseres Seins eindringt und sie durchdringt; es dringt aus jeder Richtung, auf jede Art und Weise, in jeder Hinsicht ein und durchdringt jeden noch so kleinen Winkel unseres Körpers und Geistes. Das ist die Natur der Angst. Wenn sie einmal da ist, breitet sie sich einfach aus. Es gibt keinen Virus in der Schöpfung, der so mächtig ist und sich so schnell ausbreitet wie die Angst. Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

am 1. April 2026 erstrahlt der Frühlings- und Ostervollmond am azurblauen Himmel. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und den Klang des Mantras : Sieg über den Tod, in unseren Herzen zum Klingen bringen.

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Lesedauer 2 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am Dienstag, den 3. März, erstrahlt der Vollmond am azurblauen Himmel und leitet den Frühling ein. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden.

Wir leben gerade in der christlichen Fastenzeit vor dem Osterfest. Uns ist diese Zeit bekannt durch die Tapasübungen, die wir nach jedem Seminar in der Yogalehrausbildung vorschlagen. Tapas und Fasten bedeuten, ein Feuer anzuzünden. Ein Feuer der Reinigung, ein Feuer des Bemühens, sich mit den eigenen Widerständen zu beschäftigen und sie zu unseren Lehrmeistern zu machen.

Flachbildschirme, Fernsehfilme, Werbespots können einem sehr viel Geld, Aufmerksamkeit und Lebensqualität rauben. Was könnten wir alles mit dieser wertvollen Zeit anfangen: Tagebuch schreiben, Ordnung schaffen, ein Buch lesen, mit anderen Menschen zusammen sein, ihnen zuhören und lauschen lernen. „Oh, Seele besinn Dich, Deine Taten besinn Dich, Oh, Seele besinn Dich, Deine Taten, besinn Dich!„ steht in der Isavasya Upanisad. Es ist ein Aufruf an uns alle, innezuhalten und unbefangen erkennen zu lernen, was wir mit unserer kostbaren Lebenszeit so alles anfangen.

Eine 40-tägige Tapasübung kann uns helfen, unserem Leben wieder mehr Tiefe und Sinnerfülltheit zu geben.

Ein Verzicht auf Fernsehfilme, Kaffeetrinken, Süßigkeiten und sonstige so verführerische Ablenkungen kann uns in dieser Zeit einen tiefen Einblick in uns selbst gewähren, der sehr erholsam sein kann. Der Verzicht auf alte Gewohnheiten und das Ausprobieren neuer Gewohnheiten stärkt unsere Willenskraft und zeigt uns die in uns schlummernden Potentiale.

Tut eurer eigenen Seele einmal etwas Gutes, gebt ihr Nahrung in der Form inspirierender Gespräche, durch das Studium inspirierender Texte oder das Üben von tiefen Entspannungen wie Shitilikarana. Macht 40 Tage lang jeden Tag vor dem Essen Nadi-Shodana und schweigt jeden Tag für 1-2 Stunden. Wählt euch aus all diesen Vorschlägen vielleicht nur einen aus und praktiziert diesen bis Ostern mit Liebe und Hingabe.

Am 1. April ist wieder Vollmond und wir können gemeinsam Zwischenbilanz ziehen und die Übungen noch verfeinern, bis diese Übung dann am 3. April beendet ist.

Ich wünsche euch allen eine interessante Fastenzeit.

In herzlicher Verbundenheit

Wolfgang


Input von Wolfgang kannst Du über diese Online-Veranstaltungen auf unserem Agni Online Portal bekommen:

Lesedauer 7 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

am Sonntag, den 1. Februar erstrahlt der Vollmond am Winterhimmel. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und über die Frage des Advaita Vedanta nachdenken: Wer Bin Ich?

Zur Anregung und Kontemplation folgt ein Gespräch zwischen einer oder einem Fragenden und dem Advaita Meister M.

Ich wünsche euch eine inspirierte, stille Stunde!

In liebevoller Verbundenheit
Wolfgang


Fragende: Als Kind habe ich oft Zustände vollkommener Glückseligkeit erlebt, die an Ekstase grenzen. Später hörten sie auf. Aber seit ich nach Indien gekommen bin, sind sie wieder aufgetaucht, besonders nachdem ich dich getroffen habe. Doch diese Zustände, so wunderbar sie auch sein mögen, sind nicht von Dauer. Sie kommen und gehen, und man weiß nicht, wann sie wiederkehren werden.

Advaita Meister: Wie kann irgendetwas in einem Geist beständig sein, der selbst nicht beständig ist?

Fragende: Wie kann ich meinen Geist beständig machen?

Meister M: Wie kann ein unbeständiger Geist sich selbst beständig machen? Das kann er natürlich nicht. Es liegt in der Natur des Geistes, umherzuirren. Das Einzige, was Sie tun können, ist, den Fokus Ihres Bewusstseins über den Verstand hinaus zu verlagern.

Fragende: Wie macht man das?

Meister M: Lehnen Sie alle Gedanken ab, außer einem: dem Gedanken „Ich bin“. Der Verstand wird sich anfangs dagegen wehren, aber mit Geduld und Ausdauer wird er nachgeben und still werden. Sobald Sie still sind, werden die Dinge spontan und ganz natürlich geschehen, ohne dass Sie eingreifen müssen.

Fragende: Kann ich diesen langwierigen Kampf mit meinem Verstand vermeiden?

Meister M: Ja, das können Sie. Leben Sie einfach Ihr Leben, wie es kommt, aber seien Sie wachsam und aufmerksam, lassen Sie alles geschehen, wie es geschieht, tun Sie die natürlichen Dinge auf natürliche Weise, leiden Sie, freuen Sie sich – so wie es das Leben bringt. Auch das ist ein Weg.

Fragende: Nun, dann kann ich genauso gut heiraten, Kinder bekommen, ein Unternehmen führen … glücklich sein.

Meister M: Sicher. Sie können glücklich sein oder auch nicht, nehmen Sie es gelassen.

Fragende: Aber ich möchte glücklich sein.

Meister M: Wahres Glück kann man nicht in Dingen finden, die sich ändern und vergehen. Freude und Schmerz wechseln sich unaufhaltsam ab. Glück kommt aus dem Selbst und kann nur im Selbst gefunden werden. Finde dein wahres Selbst und alles andere wird sich von selbst ergeben.

Fragende: Wenn mein wahres Selbst Frieden und Liebe ist, warum ist es dann so unruhig?

Meister M: Es ist nicht dein wahres Wesen, das unruhig ist, sondern seine Reflexion im Geist erscheint unruhig, weil der Geist unruhig ist. Es ist wie die Reflexion des Mondes im Wasser, das vom Wind aufgewühlt wird. Der Wind der Begierde bewegt den Geist, und das „Ich”, das nur eine Reflexion des Selbst im Geist ist, erscheint veränderlich. Aber alle Vorstellungen von Bewegung, Unruhe, Vergnügen und so weiter sind nur im Geist. Das Selbst steht jenseits des Verstandes, aber unbeeindruckt.

Fragende: Wie erreicht man das?

Meister M: Du bist das Selbst, hier und jetzt. Lass den Verstand in Ruhe, sei achtsam und unbesorgt, und du wirst erkennen, dass es deiner wahren Natur entspricht, wachsam, aber losgelöst zu sein und zu beobachten, wie Ereignisse kommen und gehen ist ein Aspekt Deiner wahren Natur.

Fragende: Was sind die anderen Aspekte?

Meister M: Die Aspekte sind unendlich zahlreich. Erkenne einen, und du wirst alle erkennen.

Fragende: Sag mir etwas, das mir helfen würde.

Meister M: Du weißt am besten, was du brauchst!

Fragende: Ich bin unruhig. Wie kann ich Frieden finden?

Meister M: Wozu brauchst du Frieden?

Fragende: Um glücklich zu sein.

Meister M: Bist du jetzt nicht glücklich?

Fragende: Nein, bin ich nicht.

Meister M: Was macht dich unglücklich?

Fragende: Ich habe, was ich nicht will, und ich will, was ich nicht habe.

Meister M: Warum kehrst du es nicht um: Willst, was du hast, und kümmerst dich nicht um das, was du nicht hast?

Fragende: Ich will, was angenehm ist, und will nicht, was schmerzhaft ist.

Meister M: Woher weißt du, was angenehm ist und was nicht?

Fragende: Aus früheren Erfahrungen natürlich.

Meister M: Geleitet von der Erinnerung hast du das Angenehme verfolgt und das Unangenehme gemieden. Warst du erfolgreich?

Fragende: Nein, das war ich nicht. Das Angenehme hält nicht an. Der Schmerz kehrt zurück.

Meister M: Welcher Schmerz?

Fragende: Das Verlangen nach Vergnügen, die Angst vor Schmerz, beides sind Zustände des Leidens. Gibt es einen Zustand des unverfälschten Vergnügens?

Meister M: Jedes Vergnügen, ob körperlich oder geistig, braucht ein Instrument. Sowohl die körperlichen als auch die geistigen Instrumente sind materiell; sie werden müde und verschleißen. Das Vergnügen, das sie bereiten, ist notwendigerweise in seiner Intensität und Dauer begrenzt. Schmerz ist der Hintergrund all deiner Vergnügungen. Du willst sie, weil du leidest. Andererseits ist gerade die Suche nach Vergnügen die Ursache des Schmerzes. Es ist ein Teufelskreis.

Fragende: Ich kann den Mechanismus meiner Verwirrung erkennen, aber ich sehe keinen Ausweg daraus.

Meister M: Die Untersuchung des Mechanismus selbst zeigt den Weg. Schließlich besteht deine Verwirrung nur in deinem Geist, der sich bisher nie gegen Verwirrung aufgelehnt und sich nie mit ihr auseinandergesetzt hat. Er hat sich nur gegen Schmerz aufgelehnt.

Fragende: Also kann ich nur verwirrt bleiben?

Meister M: Sei wachsam. Hinterfrage, beobachte, untersuche, lerne alles, was du über Verwirrung lernen kannst, wie sie funktioniert, was sie mit dir und anderen macht. Indem Sie sich über Verwirrung klar werden, werden Sie frei von Verwirrung.

Fragende: Wenn ich in mich hineinschaue, stelle ich fest, dass mein stärkster Wunsch darin besteht, ein Denkmal zu schaffen, etwas zu bauen, das mich überdauern wird. Selbst wenn ich an ein Zuhause, eine Frau und Kinder denke, dann deshalb, weil es ein bleibendes, solides Zeugnis für mich selbst ist.

Meister M: Richtig, bauen Sie sich ein Denkmal. Wie wollen Sie das machen?

Fragende: Es spielt keine Rolle, was ich baue, solange es dauerhaft ist.

Meister M: Du kannst doch selbst sehen, dass nichts dauerhaft ist. Alles nutzt sich ab, zerfällt, löst sich auf. Selbst der Boden, auf dem du baust, gibt nach. Was kannst du bauen, das dich überdauern wird?

Fragende: Intellektuell, verbal bin ich mir bewusst, dass alles vergänglich ist. Doch irgendwie sehnt sich mein Herz nach Beständigkeit. Ich möchte etwas schaffen, das Bestand hat.

Meister M: Dann musst du es aus etwas Beständigem bauen. Was hast du, das beständig ist? Weder dein Körper noch dein Geist werden Bestand haben. Du musst woanders suchen.

Fragende: Ich sehne mich nach Beständigkeit, aber ich finde sie nirgendwo.

Meister M: Bist du selbst nicht beständig?

Fragende: Ich wurde geboren, ich werde sterben.

Meister M: Kannst du wirklich sagen, dass du vor deiner Geburt nicht existiert hast, und kannst du nach deinem Tod sagen: „Jetzt bin ich nicht mehr“? Du musst sagen Du kannst aus eigener Erfahrung nicht sagen, dass du es nicht bist. Du sagst nur „Ich bin“. Auch andere können dir nicht sagen, dass du es nicht bist.

Fragende: Im Schlaf gibt es kein „Ich bin“.

Meister M: Bevor Sie solche pauschalen Aussagen treffen, untersuchen Sie sorgfältig Ihren Wachzustand. Sie werden bald feststellen, dass er voller Lücken ist, wenn der Geist aussetzt. Beachten Sie, wie wenig Sie sich selbst im vollwachen Zustand erinnern können. Sie können nicht sagen, dass Sie während des Schlafes nicht bei Bewusstsein waren. Sie erinnern sich nur nicht daran. Eine Lücke im Gedächtnis ist nicht unbedingt eine Lücke im Bewusstsein.

Fragende: Kann ich mich dazu bringen, mich an meinen Tiefschlafzustand zu erinnern?

Meister M: Natürlich! Indem Sie die Intervalle der Unaufmerksamkeit während Ihrer Wachzeiten beseitigen, werden Sie nach und nach das lange Intervall der Geistesabwesenheit beseitigen, das Sie Schlaf nennen. Sie werden sich bewusst sein, dass Sie schlafen.

Fragende: Doch das Problem der Beständigkeit, der Kontinuität des Seins, ist damit nicht gelöst.

Meister M: Beständigkeit ist nur eine Idee, die aus der Wirkung der Zeit entsteht. Die Zeit hängt wiederum vom Gedächtnis ab. Mit Beständigkeit meinen Sie unfehlbare Erinnerungen für ewig. Es ist aber nicht möglich, den Geist zu verewigen.

Fragende: Sag mal, was ist eigentlich „ewig“?

Meister M: Das, was sich nicht verändert. Man kann etwas Vergängliches nicht ewig machen – nur das Zeitlose ist ewig.

Fragende: Ich verstehe genau, was Sie meinen. Ich brauche keine weiteren Informationen. Ich will Frieden.

Meister M: Ich gebe dir einen Rat, den du unbedingt befolgen solltest: Wenn du Frieden willst, dann frage nach ihm!

Fragende: Ich stelle die Frage.

Meister M: Du musst mit ganzem Herzen fragen und ein integriertes Leben führen.

Fragende: Wie?

Meister M: Lass dich nicht von negativen Einflüssen stören. Lass alles los, was dich stört! Wenn du Frieden willst, musst du ihn dir verdienen.

Fragende: Jeder Mensch verdient Frieden.

Meister M: Nur die verdienen ihn, die ihn nicht stören.

Fragende: Wie störe ich den Frieden?

Meister M: Indem Du ein Sklave deiner Wünsche und Ängste bist.

Fragende: Selbst wenn sie gerechtfertigt sind?

Meister M: Emotionale Reaktionen, die aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit entstehen, sind niemals gerechtfertigt. Ich will Klarheit und Reinheit. Alles, was du tun musst, ist, still zu sitzen, wach zu bleiben und über deine wahre Natur nachzudenken. Ich bin überzeugt: Das ist der einzige Weg zu Frieden.

Zitat des Advaita Meisters:

„Der Suchende ist derjenige, der nach sich selbst sucht.

Das Selbst ist nahe und der Weg dorthin ist eindeutig.

Alles, was du tun musst, ist nichts zu tun.

Bleibe offen und ruhig – das ist alles.“


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Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

zum Vollmond am 4. Dezember 2025 wollen wir alle zum letzten Mal in diesem Jahr von 21 bis 22 Uhr innehalten und über die Bedeutung von Advent und Weihnachten nachdenken.

In dem ewig sich wiederholenden Jahreszyklus befinden wir uns wieder einmal in der Vorweihnachtszeit, einer Zeit die der Menschenseele die Verheißung schenkt, zu einer tiefen Erkenntnis seines eigenen Seins, seines Ursprungs kommen zu können. Die Nächte werden sternenklar und offenbaren Geistiges aus den Höhen, während in den Erdentiefen eine heilige Ordnung zu entstehen beginnt, die neues Leben im kommenden Frühling hervorbringen wird.

Wie finden wir gemeinsam den Weg zu der Bewusstseinserhöhung, die es uns ermöglicht, in ein lauschendes Vernehmen und Schauen derjenigen Welt hineinzuwachsen, die wir die Geistige Welt nennen. Alle Wirkungen in dieser Welt haben eine Ursache, die ganz anders beschaffen sein muss als diese Welt voller Gegensätze, in der wir leben. Wir schlafen ja alle tief mit offenen Augen. Das Bewusstsein, das wir durch die Sinneswahrnehmungen und das Verstandesdenken haben, betrifft nur eine dünne Oberflächenschicht. Die apokalyptischen Donnerschläge der Natur oder die Katastrophen wie Kriege, von Menschen selber erzeugt, sind wie Zeichen, die uns aus unserem tiefen Schlaf aufwecken wollen. Das in jedem von uns schlummernde Geistbewusstsein soll durch diese wehenartigen Prüfungen neu erweckt werden. Die Welt des Schauens soll sich uns auftun. So hat Emil Bock schon im 2. Weltkrieg geschrieben und heute gelten diese Gedanken immer noch oder schon wieder.

Die zarte Stille des Advents, die kindliche Seligkeit des Weihnachtsfestes sind Geschenke, die in unserer lauten, unruhigen Zeit immer seltener geworden sind.

Wir können der Winterzeit folgen und still werden, ganz tief in uns hinein lauschen, wenn wir einen inneren Weg gehen wollen. In der dunkelsten Zeit des Jahres, am dunkelsten Tag zur dunkelsten Stunde, tief in der Nacht, kann sich uns die eigentliche Weihnachtsgabe offenbaren, die uns das zeigt, was wir eigentlich sind, ein strahlendes Licht im innersten unserer Herzen.

Was wir uns alle zu Weihnachten schenken, kann uns nur zu leicht ablenken von der eigentlichen Erkenntnismöglichkeit, die uns Menschen das Geheimnis unseres eigenen Seins offenbart.

Mit der Erkenntnis dieses geistigen Lichtes, das im innersten unseres Herzens ruht und das eigentlich jeder von uns ist, kann endlich der Friede in unsere Seelen einziehen, der in der Weihnachtszeit verheißen wird.

Wahrer Friede ist der Zustand der Seele, die das sich offenbarende Göttliche in sich aufgenommen hat.

Eine solche Erkenntnis, die sich Dir aus der inneren Stille Deines Herzens offenbart wird Dir helfen, ein Leben zu führen, um reifer zu werden auf dem Weg der Menschenveredelung, der Welterhaltung und der Weltentwicklung. Jede Erkenntnis, die Du suchst, nur um dein Wissen zu bereichern, nur um Schätze in und außerhalb von Dir anzuhäufen, wird Dir den Weg nach innen versperren.

Die Liebe zur inneren Freiheit wird Dir helfen, das Wahre von der reinen Erscheinung unterscheiden zu lernen, die Wahrheit von der bloßen Meinung und zu einer Wertschätzung zu gelangen des Wahren und Wirklichen gegenüber der bloßen Erscheinung. Dann wird wahrer Friede in Dich einziehen können und Du wirst das, was das Weihnachtsfest Dir schenken will, erkennen und erleben können und was Du suchst, das wirst du in dem strahlenden Lächeln der vor Bewunderung und Staunen weit geöffneten Augen der Kinder erkennen können. Was sich Dir in der stillen Meditation offenbaren kann, kannst Du auch mit einem erwachten Bewusstsein im Sternenhimmel, in der Natur und den Menschen schauen lernen.

Ich wünsche euch allen den Mut, gegen die Strömung zu schwimmen, um die Quelle des Flusses in all ihrer Pracht zu erleben. Ich wünsche euch eine erlebnisreiche vorweihnachtliche Zeit und eine stille, Licht erfüllte Weihnacht.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


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Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

am Mittwoch, den 05. November 2025, erstrahlt der den Winter ankündigende Vollmond, am sternenklaren Himmel. Hier in Güldenholm leuchtet die Natur zurzeit in einem so strahlenden Licht, dass wir alle mühelos still werden und andächtig diese Schönheit der Natur bestaunen. Aus dieser stillen Kontemplation heraus steigen Fragen auf, wie:

„Wer bin ich eigentlich? – Was wird mir an mir selber klar, wenn ich mich der Stille und äußeren Reizlosigkeit aussetze?“

Die Antwort darauf kann ich nicht ergreifen, sie ist mir nicht verfügbar. Sie stellt sich mir ein, oder sie stellt sich mir nicht ein. So schweige ich und warte. Ich erkenne, dass selbstgemachte Erfahrungen für mich wichtiger werden als übernommene Erkenntnisse. In unserer Arbeit mit Menschen werden wir so immer schweigsamer und helfen somit unserem Gegenüber, das eigene Suchen herauszufordern anstatt, den nach Antworten im Außen suchenden Fragesteller, vorschnell mit dem gewünschten Gut zu befriedigen. Auf diese Weise können wir die in uns und den Anderen schlummernden Kraft- und Heilungsressourcen kennenlernen und wirken lassen. Diese Form der Selbsterfahrung beginnt im Mittelpunkt unserer Entwicklung zu stehen und steht der Selbstentfremdung gegenüber. So kann Heilung, im ursprünglichen Sinne von Heil-Sein, geschehen.

Im Schweigen werden wir mit den Phänomenen des Burn-Out oder auch der Depression konfrontiert und durch die Kultur des Innehaltens und Fragens „Was brauche ich wirklich?“ erhalten wir die Möglichkeit, darin eher eine Herausforderung zu sehen, als etwas anzusehen, was beseitigt werden muss. Ich kann erkennen, dass ich auf dem Wege in die Depression entweder einen Weg beschreite, der mich zum Tode führen kann, oder einen Weg zum Leben. Die Depression kann so ein Ende bedeuten oder den Anfang zu wahrem Leben. Dadurch kann sie Dir eine Tür öffnen zu einer Erfahrung, dass ich und Du und alle Menschen miteinander verbunden sind, durch die stärksten Bande menschlicher Gesellschaft und Gemeinschaft—am stärksten aber verbindet uns das gemeinsame Empfinden, dass in jedem von uns etwas ist, was nicht gesellschaftlich, sondern göttlich, einzigartig und unantastbar ist.

Diese Haltung, die eigene Wirklichkeit aus der inneren seelischen Erfahrung zu gewinnen, braucht Mut und Vertrauen in die eigenen Selbstheilungskräfte und in den göttlichen Keim in einem jeden Menschen.

Das Schweigen wird nun zum Mittel, sich nicht über andere zu erheben oder seine eigenen Tugenden besonders herauszustellen. Aus dem Schweigen lässt sich mehr Nutzen ziehen als aus jeder Rede. Eine bescheidene Haltung schützt davor, einer manipulierenden Haltung zu verfallen. Eine Verwandlung, Transformation lässt sich nicht erzwingen, wir können sie aber geschehen lassen und bei anderen liebevoll begleiten.

Lasst uns alle gemeinsam von 21 bis 22 Uhr die Kultur des Innehaltens pflegen, in dem Sinne:

OH MENSCH HALT INNE UND BESINNE DICH!

Ich wünsche euch allen eine besinnliche, erkenntnisreiche, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


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Lesedauer 2 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am Montag, den 6. Oktober 2025,  erstrahlt der Herbstvollmond am azurblauen Himmel vielleicht hinter dunklen Wolken, doch er strahlt. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und über eine Möglichkeit kontemplieren, was wir in dieser Welt voller Unruhe und Zerstörung an Sinnvollem machen können. Jede von euch kann in ihrem Zimmer, ihrem Haus und Grundstück in ihrer unmittelbaren Umgebung ein Paradies schaffen, in dem die Seelen der Menschen Nahrung erhalten.

Ich möchte euch deshalb einladen, über die Bildung von spirituellen Freundeskreisen in eurem eigenen Lebensumfeld zu kontemplieren. Lasst uns Freundeskreise im wahrsten Sinne des Wortes aufbauen, im Kreis sitzen und Dialoge führen, in denen immer nur einer spricht mit dem Gesprächsstab in der Hand und alle anderen hören zu mit einer inneren Haltung der Wertschätzung, ohne zu bewerten und zu beurteilen, und die Person, die spricht, spricht vom Herzen aus und sagt alles, was in dem Augenblick von Bedeutung ist. In solchen Situationen gilt das Bibelwort: „Wenn zwei in meinem Namen zusammen sind, dann bin ich unter euch.“ Dann kann die Geistige Welt sich zu Wort melden auf oft unvorstellbare Weise und wir können lernen, dem Prozess voll zu vertrauen.

Wenn wir lernen, jeden Menschen wie einen Freund zu behandeln, würden sich der Bewusstseinszustand und die Lebensqualität in der Welt vollkommen verändern. Wir würden anfangen, als ein großes Team zu handeln, als eine Familie, die zum Nutzen aller wirkt. Jeder würde dem anderen dienen, so gut er könnte, und genau das würde ihn glücklich machen.

Wir können folgende Übung aus den spirituellen Freundeskreisen heraus entwickeln: Begegne jedem Menschen bei Deiner Arbeit, zu Hause und in der Freizeit wie einem Freund. Blicke hinter die Maske jener, über die Du urteilst, und gestalte Dir, das zu sehen, was sie in Wahrheit für Dich sind. Stell Dir vor, wie schön es wäre, nur Freunde um sich herum zu haben. An Unterschieden würdest Du Dich erfreuen und sie als Ergänzungen für Dein eigenes Leben erleben.

Ich wünsche euch allen eine besinnliche, stille Stunde und grüße euch

in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


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Lesedauer 5 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und der Herbst beginnt seine Blütenpracht, seine Früchte und herrlichen Gaben zu offenbaren. Lasst uns am Sonntag, den 7. September 2025 von 21 bis 22 Uhr still werden.  Das folgende Gebet und die folgende Kontemplation lass auf Dich wirken und betrachte einmal die Wirkung auf Deinen Geist in stiller Beschaulichkeit:

Gebet

Wann immer Du den Wunsch nach einem Gebet verspürst, sollte es vom Herzen aus geschehen in der Sprache der Liebe mit der eine Mutter oder ein Vater zu einem neugeborenen Kind spricht. Sie muss nicht grammatisch korrekt, strukturiert und formal perfekt sein:  Ernsthaftigkeit ist das Geheimnis.

Unmittelbar vor der Meditation solltest Du einen spontanen Segen aussprechen, um den Geist der Göttlichen Realität in Dein Bewusstsein einzuladen.

Das Folgende ist als spirituelle Nahrung für Deine Gedanken gedacht:

O Herr des Lebens, der Du in mir ruhst, der mir das Licht gibt, damit ich sehen kann, der mir die Kraft gibt, zu hören, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen, zu denken und zu analysieren, der mir die Energie schenkt in dieser äußeren Welt zu gehen und Aufgaben zu erledigen, O Zentrum der Kraft in mir, gib mir Kraft direkt von Dir — Du bist meine einzige Kraftquelle.

O Mutter, O Du innen Ruhende, Licht des Lichtes, Heilige der Heiligen, demütig bitte ich um Deine Gegenwart, um zu mir zu kommen und mich in meiner Meditation und Übungspraxis zu führen.
Lehre mich, das Angenehme und Unangenehme mit Gelassenheit zu tragen, zu erinnern, dass Du der Ursprung von allem bist, dass alles hier für mich da ist, um gebraucht und genossen zu werden und nicht, um es zu besitzen oder dadurch besessen zu werden.

O helft mir, meinen Geist, Körper und meine Sinne zu reinigen, so, dass ich ein Instrument für die Liebe, die Vergebung und das Mitgefühl werden kann, um euren Willen auszuüben, selbst im Gewahrsein meiner Vorlieben und Ablehnungen.

O ihr im Innern Ruhende; obwohl ich an den Attraktionen und Versuchungen dieser materiellen Welt hänge sehne ich mich danach, alles Dir hinzugeben: Ich gebe Dir den Atem, den Körper, den Geist und die Sinne hin. Ich gebe Dir jedes Konzept von „ich, mir und meins“ hin. Ich gebe Dir alle Furcht, Wut und selbstsüchtigen Wünsche hin. Ich gebe Dir die Unwissenheit des Getrenntseins und die Illusion des Tuenden hin. Auf dem Altar der Hingabe will ich Dir meine Erwartungen, Vorahnungen, Neigungen, meine Urteile, Schlussfolgerungen und Meinungen hingeben jeden Gedanken, jedes Wort, jede Tat.

Dieses Opfer bringe ich liebevoll, bescheiden und ernst dar und bete, dass Du das Opfer im Feuer Deines Lichtes aufnehmen mögest, dass Du mich von der Unwissenheit zur Weisheit, von der Dunkelheit ans Licht und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit führen mögest.

O Du im Innern Ruhende, ich bete um Deine Stärke. Demütig bitte ich um Deinen Segen. Ich bete um Deinen Segen durch die Schriften, Ich bete um Deinen Segen durch die LehrerInnen, die mich das Wissen lehren. Ich bete um den Segen durch die Göttliche Realität im Innern.

Möge die Stimme und das Licht der Göttlichen Realität in mir in meinem Bewusstsein wachsen. Segne mich mit Ohren zu hören, mit Augen zu sehen zu allen Zeiten und in allen Beziehungen, so dass ich aus vollem Glauben in diesem Leben erklären kann: „ Ich und mein Vater sind eins.“

Kontemplation

Sitze in Deiner Meditationshaltung mit geradem Rücken, Nacken und Kopf. Lass Deinen Körper ruhig, stabil und absolut still werden.

Mit einer einfachen, langen Ausatmung wandere durch Deinen Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspanne jede Spannung, in den Muskelgruppen. Mit der Ausatmung lass jede Spannung herausströmen.

Lass die Atmung zur Zwerchfellatmung werden, verbunden mit allem.
Ruhig … tief … langsam … sanft … gleichmäßig und beständig, ununterbrochen fließend …
Beobachte, wie die Atmung durch den ganzen Körper fließt vom Kopf bis zu den Zehen und von den Zehen bis zum Kopf.

Empfinde nun das Energiefeld des Körpers …
Fühle die Lebendigkeit des Körpers …
Dieses Feld ist eine Öffnung zu der Inneren Präsenz …

Werde eins mit und absorbiere die Lebendigkeit, die Energie dieser Lebendigkeit.

Wenn Dein Guru Mantra auftaucht lass es einfach schwingen, lass es ununterbrochen pulsieren im Hintergrund während Du Dich entspannst und lass es Dich tiefer in die Stille, in das reine Schweigen führen.

Ein Schweigen, das absolut still ist…
Ein Schweigen, das eine Bewusstseins-Gegenwart ist … eine Gegenwart, die nur als  DAS bezeichnet werden kann.
So, als wäre der ganze unendliche Raum lebendig und sich seiner selbst bewusst …
So, als wäre der Raum in einem Zimmer reines Bewusstsein, reine bewusste Gegenwart, in sich enthaltend alle Inhalte des Raumes und bleibt doch unberührt durch ihre Gegenwart …
Genauso ist die Gesamtheit des inneren Raumes reines Bewusstsein und reine Achtsamkeit, reine bewusste Gegenwart, die in sich alle Inhalte des Geistes, der Egozentrizität, des kleinen Selbst enthält und doch unberührt durch sie ist …
Ein Nichts,  ein Raum,  eine Leere aus reinem Bewusstsein…und doch ein Nichts, das etwas ist …

Volle Fülle in einem, volle Fülle in vielem,
wenn man die Fülle von der Fülle nimmt,
was übrig bleibt ist volle Fülle. —Isha Upanishad

Die Macht und die Gegenwart des ewigen JETZT

Diese Gegenwart mag erleuchtet sein von einem sanften weißen oder goldenen Licht
Und wenn der Geist still genug ist kannst Du eventuell ein ständiges Flüstern hören
Das Flüstern eines Fließens reinsten Wissens und reinster Sicherheit …
Das ist die Innere Lehre.
Die sanfte Liebkosung eines herabfließenden Segens … das ist der innere Geliebte … Liebe flüstert …

Du bist Dir vielleicht auch der feinen Klänge im rechten Ohr im Hintergrund bewusst…
Einige werden durch Licht andere durch Klang geführt.
Gedanken, Bilder oder Empfindungen können durch den inneren Raum des Geistes fließen
Lass sie wie Wolken durch den Raum des Himmels ziehen …

Die Präsenz wird zum Vordergrund, Gedanken werden nur zu einem murmelnden Hintergrund der nicht länger die Präsenz stört.
Wenn auch nur die kleinste Störung aus Deinem Geist aufsteigen will, lass sie in der Form Deines Mantras aufsteigen.
Dann lass sie wieder feiner werden und in der Stille aufgehen.
Bewege Dich so hin und her zwischen dem Pulsieren des Mantras und der Stille, um so die Präsenz zu stabilisieren …
Geh ganz auf im DAS … in der völligen Stille … im vollkommenen Schweigen im Bewusstsein
Ruhe in Shanti … im völligen Frieden … in dem Frieden, der nicht zu verstehen ist …

Lass nun Dein Mantra wieder auftauchen… Führe es sanft und langsam an die Oberfläche des Geistes … verbinde es mit der Atmung, beide fließen in den Nasenflügeln zusammen als ob sie von einem gemeinsamen Punkt im Geist aufsteigen.

ICH SUCHE DEN FRIEDEN UND NICHT MEIN RECHT

Ich wünsche euch eine erholsame stille Stunde
in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


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