Weisheitsgeschichte

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Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am 25. September 2026 erstrahlt der Herbstvollmond am azurblauen Himmel (Hinweis zum Termin siehe ganz unten). Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und die bereits erwähnten Gedanken über das Mantra sowie die Gedanken über einen kristallklaren Geist kontemplieren:

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Ein kristallklarer Geist

Unsere Tradition lehrt, dass der menschliche Geist wie ein klarer Kristall ist, der der Geistigen Welt das Irdische spiegelt und dem Irdischen die Geistige Welt. Mit der einzigen Fähigkeit, die der Mensch hat, um in die Unabhängigkeit und Freiheit zu gelangen, der Unterscheidungsfähigkeit, (alle anderen Sinnesfähigkeiten binden ihn an die Welt), kann der Mensch lernen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Die Identifikationen, die den klaren Kristall des Geistes wie gefärbt erscheinen lassen, beginnen sich zu lösen und eine Entfärbung des Kristalls tritt ein, die im Sanskrit vairagia genannt wird. Der Geist wird in seiner wahren Natur als klar und unberührt von den Lebensereignissen und als Instrument erkannt. Das Bewusstsein erlebt sich als Stille, beobachtend und sehend, in voller Kontrolle der Bewegungen des Geistes. Dann ruht das Sehende in seiner wahren Natur. So sagt es das Yoga Sutra. Wenn das nicht der Fall ist, leben wir in ständig wechselnden Identifikationen mit den Bewegungen unseres Geistes.

Das verdeutlicht die folgende Geschichte :

Ein König sucht in einem wunderbaren Land nach einem Nachfolger. Es melden sich viele Personen und fünf davon qualifizieren sich. Der König gibt den Fünfen eine Aufgabe, indem er jedem einen Saatkorn gibt. Diesen sollen sie einpflanzen, wässern und düngen und das Ergebnis nach einem halben Jahr zeigen.

Nach einem halben Jahr kommen alle fünf mit ihrem Töpfen zum Königshof. Vier von ihnen haben die herrlichsten bunten Blumen mitgebracht, die ihre ganze Pracht aus dem Topf heraus entfalten. Der Fünfte jedoch bringt einen Topf voller Erde mit und sonst nichts. Er sieht beschämt aus und stellt sich etwas Abseits. Der König ruft jeden einzeln zu sich und fragt, was er gemacht habe. jeder antwortet, dass er das Saatkorn gepflanzt habe, gewässert habe und gedüngt habe. Der König nickt zufrieden, schaut sich die wunderschönen, bunten Blumen an und ruft den Fünften herein. Auch ihn fragt er, was er getan habe. Der Fünfte antwortet beschämt, dass er das Saatkorn gepflanzt, gewässert, gedüngt habe und nichts sei geschehen. Er habe sich überlegt, überhaupt zu kommen, habe sich dann aber die Abmachung gehalten, sein Ergebnis zu zeigen.

Der König nickte zufrieden und schickte ihn wieder hinaus mit der Bemerkung, dass er gleich seine Entscheidung mitteilen würde. Es dauert eine Weile, dann geht die Tür auf und der König erscheint vor den Fünfen. Er zeigt auf den Fünften ohne Ergebnis und sagt: 

„Dich habe ich gewählt. Komm mit mir.“

Im Königssaal erklärt der König den Fünften zu seinem Nachfolger und dieser zeigt große Verwunderung und fragt: „Aber König! Ich habe nichts hervorgebracht. Wie kannst Du mich wählen?“

Der König antwortet: „Ja, Du hast Mut bewiesen zu Dir selbst zu stehen und auch ohne Ergebnis zu kommen. Du trittst hier authentisch auf, demütig und bescheiden. das sind alles Qualitäten eines Königs. Aber etwas, das weißt Du nicht! Ich habe Euch allen ein totes Saatkorn gegeben!„

Durch Meditation können wir lernen, einen kristallklaren Geist zu bekommen, der den Mut zuläßt, zu uns selbst zu stehen, so wie wir sind und nicht zu versuchen, den Vorstellungen anderer zu genügen.

Ich wünsche euch eine ruhige und erkenntnisreiche, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit euer

Wolfgang

 

Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.

Für den September-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort  beginnt: 25.09. – 19:36 h und endet: 26.09. – 18:48 h.

Lesedauer 10 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Das traditionelle Meditationssystem legt den Schwerpunkt auf jene technikgetriebenen Komponenten und Praktiken, die es uns ermöglichen, jene geistigen Tendenzen zu erkennen und zu überwinden, welche unsere Suche behindern. Wenn diese zweifache Dimension der Meditation in einer gut struk­turierten, zeitlich begrenzten Weise in die Praxis umgesetzt wird, ist diese technisch als Purashcharana bekannt. Aufgrund ihres besonderen Aufbaus zwingt uns eine solche gut strukturierte, zeitlich begrenzte Meditation dazu, unsere Grenzen zu überschreiten und einen Schritt (charana) vorwärtszugehen (purash) und sich weiter vorwärts zu bewegen, bis die Praxis abgeschlossen ist.

Oftmals praktizieren wir unsere tägliche Meditation routine­mäßig. Wir setzen uns hin, machen einige vorbereitende Übungen und beginnen zu meditieren. Während unserer Meditation er­scheinen und verschwinden ständig zufällige Gedanken. Solange diese zufälligen Gedanken den Fluss der Meditation nicht vollständig blockieren, sagen wir uns, dass wir meditieren. Da die Zeit, die wir für die Meditation einplanen, recht kurz und mit vorbereitenden und begleitenden Übungen gefüllt ist, erreichen wir keinen Ort, an dem unsere Meditation von den verborgenen Inhalten des Geistes gekapert wird. Das erfüllt uns mit der Pseudozufriedenheit, unsere tägliche 30-minütige Meditation zu vollenden. Aber diese Art der täglichen Meditation zeigt uns nicht die wahre Natur unseres Geistes und seine verborgenen Inhalte. Sie hat eine beruhigende Wirkung auf unseren Körper und unser Nervensystem, trägt aber wenig zu unserer Selbstverwirklichung bei. Nur wenn wir uns auf eine gut strukturierte, zeitgebundene Praxis mit integrierten kontemplativen Werkzeugen festlegen, erhalten wir die Chance, die verborgenen Inhalte unseres Geistes zu sehen, uns ihnen zu stellen und sie zu überwinden. Dadurch kann die Meditation optimale Früchte tragen. Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Swami Rama

Buchauszug aus seinem Buch
“Mein Leben mit den Meistern des Himalayas – Erfahrungen eines modernen Weisen und Yogi“

In meinen jungen Jahren streifte ich gewöhnlich durch die Berge. Morgens bestieg ich die Berggipfel in fünf bis acht Kilometern Ent­fernung von der Klause, in der ich mit meinem Meister lebte. Ausgerüstet war ich mit einem langen Stab, der mir beim Klettern half und ich hatte das Tagebuch und einige wenige Stifte bei mir. Nach dem 15. September beginnt es im Himalaya zu schneien. Doch ich unternahm weiterhin ausgiebige Streifzüge zu den umliegenden Berggipfeln und sang dabei die Hymnen der göttlichen Mutter. Von Zeit zu Zeit kam mir der Gedanke, dass mein Leben denen gehörte, die unserer Tradition folgen. Ich scherte mich nicht um meine Individualität, aber ich war mir der Tradition der Weisen, der ich folgte, immer bewusst. Obwohl ich die Disziplin viele Male gebrochen habe und aufsässig war, wurde mir stets vergeben. In dieser Phase wurden mir etliche tiefgründige psychologische und spirituelle Erfahrungen zuteil. Manchmal war mir wie ein König zumute, jedoch unge­achtet der Bürde einer Krone auf dem Kopf. Ohne menschliche Gesellschaft und Kommunikation zu sein, schenkte mir großen Frieden und Gelassenheit. Mir wurde klar, wie friedvoll die Natur ist. Sie stört nur diejenigen, die sich selbst stören, doch sie lehrt jene Weisheit, die ihre Schön­heit bewundern und wertschätzen. Das gilt besonders für den Himalaya.

Der Reichtum an Schönheit in der Blumenvielfalt im Himalaya

In diesen Bergen ist eine Vielfalt an Blumen zu finden. Wer poetisch veranlagt ist, könnte von den schneebedeckten Berggipfeln aus die mit Blüten übersäten Hänge als prächtige Blumensträuße wahrnehmen, in der Art wie sie ein ergebener Schüler seinem Gurudeva überreichen würde. Gewöhnlich saß ich in der Umgebung jener natürlichen Blumenrabatten und starrte in den Himmel, um ihren Gärtner zu suchen.

Unter all den Blumen, die in den Himalaya-Tälern wachsen, sind die Lilien und Orchideen die allerschönsten. Hunderte von Lilien-Varietäten blühen nach Ende des Winters und manchmal bis zum Beginn des ersten Schnees. Die Orchideen des Himalayas sind ungleich exquisiter als alle anderen Blumen. Die Bergkakteen erblühen unerwartet in der mondhellen Nacht. Sie scheuen die Sonnenstrahlen und vor Sonnenaufgang ziehen die Blütenblätter ihre Pracht zurück, um niemals wieder aufzugehen. Unter der großen Blumenvielfalt des Himalayas gibt es über ein­hundert­fünfzig Rhododendron-Varietäten. Die auffälligste Art ist blau und weiß. Rosa und rote Varianten sind häufig und es existiert eine andere Spielart, die vielfarbige Blütenblätter hat. Im Sommer sind oft ganze Täler mit Rhodo­den­dronblüten überzogen.

Die Lehre des Schneelotus: Ganz alleine bedeutet »all im Einen«

Der König der Himalaya-Blumen aber ist der Himkamal oder »Schneelotus«, eine extrem seltene Pflanze. Eines Tages wanderte ich durch die Berge und sah ein einzelnes Exemplar so groß wie eine Untertasse, das zwischen zwei Steinen hervor wuchs und halb im Schnee begraben war. Ich sah diesen bezau­bernden Schneelotus an und in meinem Kopf entspann sich einen Dialog mit ihm. Ich fragte: »Warum bist du ganz alleine hier? Deine Schönheit ist dafür gemacht, bestaunt zu werden. Du solltest dich jemandem schenken, bevor deine Blütenblätter abfallen und wieder zu Staub werden.« Als eine Brise an seinem Stängel rüttelte, schüttelte er sich und beugte sich in meine Richtung, wobei er erwiderte: »Du denkst, ich bin einsam, so ganz alleine? Ganz alleine bedeutet »all im Einen«. Ich genieße diese Höhe, die Reinheit, den Schutz des blauen Schirms über mir.«

Ich wollte die Blüte pflücken und überlegte, die komplette Pflanze voll­ständig heraus zu ziehen und meinem Meister zu bringen. Ich verglich mein eigenes Leben mit diesem Lotus und sprach, wie ein unvernünftiges, freudiges Kind: »Was wird geschehen, wenn ich deine Blütenblätter zermal­me?« Der Schneelotus antwortete: »Ich werde froh sein, denn mein Duft wird sich überall hin ausbreiten und der Zweck meines Lebens wird erfüllt sein.«

Ich zog den Himkamal samt Wurzeln heraus und brachte ihn zu meinem Meister, doch er war nicht angetan davon. Er hatte es nie gemocht, Blüten und ihre Düfte zu nutzen, abgesehen von wenigen Gelegenheiten, in denen er mich anwies, Blüten aus dem Wald für Opfergaben zu sammeln. Das war das letzte Mal, dass ich je eine Blume gepflückt habe. Ich empfand, dass ich Mutter Natur dadurch beraubt hatte, dass ich ihr Kind aus ihrem Schoß entriss. Anmut ist dazu da, um sie zu bewundern, nicht um benutzt, besessen oder zerstört zu werden. Ästhetische Wahrnehmung entwickelt sich, sobald wir lernen, die Naturschönheiten wertzuschätzen.

Alleinsein im beständigen Fließen des Lebens

Um mein Bedürfnis zu befriedigen, alleine zu sein, wanderte ich hierhin und dorthin. Ich bewunderte die Natur, indem ich nichts weiter tat, als in ihr zu sein. Manchmal begab ich mich zu den Gletscherbächen hinunter, um den Kräuselwellen zuzusehen, die sich fortwährend kreuzten, während sie sich vorwärts bewegten. Die Flüsse und Bäche, die von den Gletscherhöhen strömten, sahen wie viele lange Haarlocken aus. Die Musik, die von solchen Gebirgsbächen erzeugt wird, ist reichlich beschwingend. Gewöhnlich ver­glich ich den Lebensstrom mit diesen ewig-strömenden Wasserläufen und beo­bachtete, wie Massen an Wasser, in Richtung Ozean fließend, doch kei­nen Leerraum hinterlassen. Die Strömung kehrt sich nie um, andere Wasser­massen schließen die Lücke. Eine immerwährende Kontinuität. Diese Flüsse sind wie das beständige Fließen des Lebens. Stundenlang konnte ich solche eiskalten Ströme betrachten, wie sie von den Gletschern und Wasser­fällen herunterflossen. In mondhellen Nächten glänzten Bäche wie Ufer gleicher­maßen wie Silber.

Das Buch von Swami Rama „Mein Leben mit den Meistern des Himalayas – Erfahrungen eines modernen Weisen und Yogi“ erschien 2018 als deutsche Neuübersetzung als Hardcover in Leinen-Einband im Agni Verlag. Du erhältst das Buch im Online-Shop des Agni Verlags, über unseren Amazon Verlagsshop oder im gutsortierten örtlichen Buchhandel. Die PDF Flipbook-Vorschau zu „Mein Leben mit den Meistern des Himalayas“ findest Du auf der Buchseite im Agni Verlag Webshop. –

Die Bilder zeigen einen Schneelotus, dem der Gründer und Herausgeber des Agni Verlag 2019 am Berg Kailash begegnet ist.

Lesedauer 3 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Einmal hatte ich das Glück, bei Swami Krishnananda zu studieren. Er war ein wandernder Sadhu, aber er verbrachte die Monate Januar und Februar in Allahabad. Alle 12 Jahre zieht ein großes spirituelles Fest, die Kumbha Mela, Millionen von Menschen aus Indien und dem Ausland an. Es wird an den Ufern des Ganges außerhalb der Stadt Allahabad einen Monat lang im Winter gefeiert. In den anderen 11 Jahren versammeln sich hier Scharen von Pilgern, Heiligen und religiösen Führern aus verschiedenen Traditionen, um ein einmonatiges Fest namens Magh Mela zu feiern.

In einem Winter lagerte Swami Krishnananda während der Magh Mela mit einer Gruppe seiner Anhänger am Ufer der Ganga. Ein gesunder junger Mann aus einem der östlichen Bundesstaaten Indiens kam, um diesen Heiligen zu besuchen. Ohne ersichtlichen Grund war dieser junge Mann von dem Gedanken besessen, dass er bald einen tödlichen Unfall erleiden würde. Nachdem er sich sein Problem angehört hatte, wies Swamiji den jungen Mann an, eine Weile bei ihm auf seinem Zeltplatz am Flussufer zu bleiben. Weiterlesen

Lesedauer 7 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Auszug aus seinem Buch „Vishoka-Meditation – In innerer Freude ruhen„

Eine Geschichte, die seit Tausenden von Jahren in Indien immer und immer wieder erzählt wird, gibt uns einen Einblick in die Tragweite von Vishoka-Meditation und in ihre transformierende Kraft. Dies ist die Geschichte von Dhruva, einem jungen Mann, der in einer extrem zerrütteten Familie geboren und aufgewachsen ist. Dennoch wurde Dhruva zu einem legendären Herrscher, dessen Name mit innerer Stabilität, unbezwingbarem Willen, Mut, Klarheit, Begeisterung und dauerhaftem Glück verbunden ist.

Dhruvas Vater war ein König mit zwei Ehefrauen. Dhruva war der Sohn der ersten Frau, die aus einem Königreich mit mäßiger Macht, Reichtum und Einfluss kam. Sie war bescheiden, freundlich und etwas naiv. Doch die zweite Frau, Dhruvas Stiefmutter, war schön, stolz und ehrgeizig. Sie kam aus einer mächtigen königlichen Familie und übte enormen Einfluss auf ihren Mann und seine Höflinge aus.

Nachdem sie ihren Mann unterworfen hatte, wuchs die Macht der zweiten Königin und sie sonnte sich im Glanz, der eine Herr­scherin begleitet. Aber Dhruvas Existenz beschäftigte sie. Er war der erste Sohn der ersten Frau des Königs und war nach dem Gesetz des Landes der rechtmäßige Erbe des Königs. Der Hunger der zweiten Königin nach Macht, Ansehen und Aufmerksamkeit wuchs, bis sie die Anwesenheit von Dhruva und seiner Mutter unerträglich fand. Indem sie skandalöse Gerüchte schuf und diese geschickt verbreitete, hetzte sie den König, seine Höflinge und alle anderen gegen Mutter und Sohn auf und es gelang ihr bald, sie aus dem Palast zu vertreiben. Weiterlesen

Lesedauer 9 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Auszug aus seinem Buch „Die Weisheit der Meister des Himalayas„

Der König und das Geheimnis der vierundzwanzig Gurus

Eines Tages, als der große Weise Dattatreya noch ein Kind war, kam der König eines Nachbarlandes, um den Ashram zu besuchen, und weil seine Eltern weg waren, begrüßte der Junge den Gast im Palast. Als Dattatreya für das Wohlergehen des Besuchers sorgte, nahm der König eine innere Freude wahr, welche vom Gesicht des Jungen ausging. Und als er erkannte, dass dies ein spontaner Ausdruck der inneren Schönheit der Seele des Jungen war, war er sicher, dass Dattatreya mit großer Weisheit gesegnet war. Neugierig zu erfahren, wie jemand so jung und zugleich so weise sein kann, befragte der König den Jungen, und der folgende Dialog entfaltete sich.

König: »Ihr habt bei Euren Eltern gelernt?«

Dattatreya: »Es gibt viel zu lernen von allen und allem, nicht nur von meinen Eltern.«

König: »Dann habt Ihr einen Lehrer? Wer ist es?«

Dattatreya: »Ich habe vierundzwanzig Gurus [spirituelle Meister].«

König: »Vierundzwanzig Gurus in so einem zarten Alter? Wer sind diese?«

Das Beste geben – in Bewegung bleiben – ein Licht sein

Dattatreya: »Mutter Erde ist mein erster Guru. Sie lehrte mich, all jene, die mich zertrampeln, zerkratzen und verletzen, liebevoll in meinem Herzen zu halten, genau wie sie es tut. Sie lehrte mich, ihnen mein Bestes zu geben, und erinnerte mich daran, dass die Handlungen jener aus deren Sicht normal und natürlich sind.« Weiterlesen

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am 28. Januar 2021 erstrahlt der erste Vollmond in diesem Jahr. Lasst uns von 21 bis 22 Uhr still werden und folgende Geschichte kontemplieren, die ich auf meinen Wanderungen durch die Berge des Himalaya gehört habe:

Ein Mann meditiert im Himalaya 12 Jahre in  Einsamkeit und im Schweigen. Da kommt Gott zu ihm und sagt: „Von nun an werde ich Dich beschützen!“

Innerlich erfüllt steht der Mann auf, beendet seine Übungen und geht zurück in die Welt. Er kommt durch ein Dorf und hört laute Stimmen rufen: „Versteckt euch, bringt euch in Sicherheit, der wilde Elefant kommt!“

Mir kann nichts passieren, da Gott mich beschützt, denkt der Mann und geht ruhig weiter. Und wieder rufen Menschen ihm zu: „Verstecke Dich, der wilde Elefant kommt, bring Dich in Sicherheit!“ Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

der letzte Vollmond dieses Jahres 2020 beginnt sich am Himmel zu zeigen. Er fordert uns auf, am Mittwoch, den 30.12.20, um 21 Uhr für eine Stunde gemeinsam still zu werden, um die Erfahrungen des alten Jahres anzuschauen, ohne sie zu bewerten. Für das neue Jahr können wir uns dann vornehmen, uns mit dem Göttlichen, der Kraft und dem Bewusstsein der geistigen Welt zu verbinden. Folgende Geschichte kann uns vielleicht dabei helfen:

Ein König wurde von einem Herausforderer gefragt, ob er die folgenden Fragen beantworten könne: Erstens, wo sitzt Gott? Zweitens, in welche Himmelsrichtung schaut Gott? Und drittens, was tut Gott?

Der König konnte diese Fragen nicht beantworten und wie es damals die Gewohnheit war, bat er seinen Priester zu sich und forderte ihn auf, diese Fragen zu beantworten. Sollte er es können, würde er ihn reich beschenken. Sollte er es nicht können, würde er ihn töten. Der Priester bat sich acht Tage Bedenkzeit aus. Weiterlesen

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