Vollmond Juli 2026: Von der Guru-Kraft lernen
Von Wolfgang Bischoff
Ihr Lieben,
heute [und morgen; siehe Hinweis unten] ist nicht nur Vollmond, sondern auch der Zeitraum, an dem die göttliche Kraft der Geistigen Welt verehrt wird. Es ist die Kraft, die uns von der Dunkelheit ans Licht führt, von der Unwissenheit zur Weisheit und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Da sich diese Kraft manchmal durch Menschen besonders stark ausdrückt, werden diese als unsere spirituellen Lehrer an diesem Tag verehrt.
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In der meditativen Tradition wird das so ausgedrückt:
Vater und Mutter haben uns nur den Körper gegeben;
wahre Erkenntnis ist uns von der göttlichen Kraft der Geistigen Welt gegeben worden.Gesegnet sind diese Menschen, durch die mir geholfen wird,
meine Sinnesbegierden zu kontrollieren,
und die mich mit ewigem Segen beschenkt haben.Wenn wir unserer Mutter Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann werden wir erfolgreich in der Welt sein.Wenn wir unserem Vater Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann werden wir in der nächsten Inkarnation davon profitieren.Wenn wir jedoch der Guru Kraft dienen, ihr Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann lernen wir, das Wort der Geistigen Welt zu hören.Ich verneige mich vor der Ewigen Guru Kraft,
dessen ureigenste Ausdrucksform die Weisheit ist.
Am Guru Vollmondtag — Guru Purnima — verehren wir nicht nur diese Kraft der spirituellen Tradition, sondern wir erweisen allen Dingen und Ereignissen, der gesamten Natur, die uns unterrichten, unsere Ehrerbietung. Wenn wir uns zu spirituellen Forschern ausgebildet haben, unsere Beobachtungs-, Wahrnehmungs-und Achtsamkeitsfähigkeit geschult haben, werden wir die Unterrichtung der spirituellen Guru-Kraft immer klarer erkennen können. Spirituelle Schulung wird zu unserer alltäglichen Gewohnheit, Liebe und Vertrauen zu unserer eigenen Natur. Andererseits, wenn das nicht so ist, führt uns diese Kraft durch schwierige Lebensereignisse, damit wir uns von unerwünschten Blockaden befreien können.
In unserer Tradition ist jeder Mensch, von dem wir ein wenig lernen können, ein Repräsentant dieser Guru-Kraft. In jedem von uns ruht diese Guru-Kraft, die uns erkennen hilft, was wir zu lernen haben.
Kinder können ihre Dankbarkeit den Eltern gegenüber für alles, was sie von ihnen erhalten haben dadurch zeigen, das sie das Erhaltene in Demut und Dankbarkeit an ihre Kinder weitergeben. Genauso ist es unsere spirituelle Pflicht, das, was wir von der Guru-Kraft erhalten haben, an andere Menschen weiter zu geben. Dadurch zeigen wir unsere Dankbarkeit.
Ich möchte meine Dankbarkeit der Guru-Kraft gegenüber zum Ausdruck bringen, die uns in unserer Traditionsgeschichte mit Wissen und Weisheit und Erkenntnis gesegnet hat. Diese Jahre waren nie leicht, aber immer sehr lehrreich und innerer Frieden ist so oft das Resultat eines ehrlichen Bemühens. Lasst uns die stille Stunde von 21-22 Uhr dazu nutzen, dass wir uns vor dieser Guru-Kraft, vor allen Lehrern, die uns unterrichtet haben und vor allen SchülerInnen, von denn wir gelernt haben, vor unseren Familienmitgliedern und Mitmenschen in Ehrerbietung und Dankbarkeit verneigen.
Lasst uns wie eine Familie in spirituellen Freundeskreisen zusammensitzen und über die Bedeutung von spiritueller Schulung einen Dialog führen.
Zum Abschluß möchte ich mit euch das Vater Unser, das direkt aus dem Aramäischen von Neil Douglas – Klotz übersetzt wurde, teilen:
Oh Du kosmischer Weltenatem,
Ursprung des schimmernden Klanges.
Du scheinst in uns und um uns,
selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.Hilf uns, einen heiligen Atemzug zu erleben, bei dem wir nur Dich fühlen und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.
Lass Deinen Rat unser Leben regieren
und unsere Absicht klären für die gemeinsame Schöpfung.Möge der brennende Wunsch Deines Herzens
Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen;
das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.Löse die Stränge der Fehler, die uns binden,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen,
sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.Aus Dir kommt der allwirksame Wille,
die lebendige Kraft zu handeln,
das Lied, das alles verschönert
und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen!
Möge sie die Quelle sein, aus der alle meine Handlungen erwachsen.
Besiegelt im Vertrauen und Glauben.
Amen
Ich wünsche euch allen eine gesegnete, stille Stunde
in liebevoller Verbundenheit
Wolfgang
Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.
Für den Juli-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort Hamburg ist vom 28. Juli (14:48 Uhr) bis 29. Juli (16:35 Uhr). Während wir die Vollmondmeditation nach der Mondphase zur Meditationszeit (21-22 Uhr) festlegen, wird Guru Purnima nach dem sogennaten Udaya Tithi bestimmt – der Mondphase bei Sonnenaufgang. Wie man aus den Werten leicht sehen kann, herrscht am 28. Juli zum Sonnenaufgang noch kein Purnama Tithi. Daher ist erst der 29. Juli in Deutschland Guru Purnima, aber am 28. Juli Vollmondmeditation.


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