Licht

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Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Am 27. August 2026 erstrahlt der Vollmond am azurblauen Himmel, beendet die Sommerzeit und bereitet uns auf den Herbst, die Ernte und die kommende Winterzeit vor. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und über den Schatz der Himalayas, über das Innehalten, kontemplieren:

Der Schatz der Himalayas ist die Einweihung in die Mantra-Meditationsmethode. Es ist die Wissenschaft vom Klang, dem Wort.

“Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, dieses war im Anfang bei Gott.
Alles, was es auf der Erde gibt, ist aus diesem entstanden.“

(Prolog des Johannes Evangeliums)

 

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Der Einweihungsprozess

Die Einweihung ist ein Prozess, der von der Menschheit noch kaum verstanden wird. In ihr offenbart sich die Geistige Welt dem Menschen und beginnt ordnend in sein Schicksal einzugreifen. Das Wort aus der Welt der Einheit, das Gott ist, wird auch die transzendentale Sprache, para, genannt. Wenn es die Gestalt der sprachlosen Sprache und des wortlosen Wortes annimmt, wird es mit dem femininen Begriff „die sehende Eine“, benannt.

Von hier geht ein Strahl des Bewusstseins aus und berührt die dem Selbst –  und nicht den Sinnen und der Welt – zugewandte innere Ebene des Geistes. Diese innere Ebene wird antah karana, die intuitive Fähigkeit, genannt. Hier erzeugt der Bewusstseinsstrahl, der vom spirituellen Selbst ausgeht und durch es hindurch fließt, eine mentale Schwingung. Der Geist wird angeregt durch die Wahrnehmung eines Leuchtens, ähnlich dem eines Blitzes. Sodann können in einem winzigen Moment, der in etwa dem zehnten bis siebenundfünfzigsten Teil einer Sekunde entsprechen mag, das gesamte Buch der Veden oder alle 330 Millionen Mantras offenbart werden.

Diese Erfahrung gleicht einem Saatkorn (bija) oder einem einzelnen Punkt (bindu), welcher die Einzelheiten des von einem Satelliten aufgenommenen Bildes eines riesigen Gebiets enthält. Der Punkt muss noch entwickelt werden, damit sich das Bild in all seinen Einzelheiten zeigen kann. Dieser Moment ist auch mit folgendem Bild umschrieben worden:

Alle Farben des Rades eines Fasans
sind enthalten im Ei eines Fasanenhuhns.

Dieser Zustand wird mit dem weiblichen Begriff „madhyama“,
„die mittlere Sprache“, benannt.

Indem das Wissen aus der Tiefe von buddhi zur äußeren Schicht des rationalen Geistes aufsteigt, verwandelt es sich zu einem verbalen Gedanken. Die Worte sind nichts anderes als ein Prozess der Manifestation, eine Schwingung niedrigerer Frequenz als die der vorausgegangenen Schwingungen. Dieser verbale Gedanke im Geist wird von den alten Grammatikern und Philosophen mit vaikhari (fem.) – nach außen gerichteter harscher Klang – bezeichnet. Das aber ist erst die erste Stufe von vaikhari.

Diese von buddhi, dem Geist und der relativ niedrigen Schwingung des verbalen Gedankens ausgehende Schwingung erzeugt nun eine Beschleunigung im Vitalitätsfeld des Yogis, in seinem prana. Dieses seinerseits aktiviert sodann die Sprechorgane, und der artikulierte Klang steigt auf, das Endprodukt, das die Ohren des Schülers im Prozess der Übermittlung, der Initiierung und der Unterrichtung hören.

Das Mantra, das in der Einweihung von einem authentischen Lehrer der Tradition in der beschriebenen Art wahrgenommen wird, wird dann dem Empfangenden mitgeteilt, und es wird ihm die Methodik seines Übens erklärt.

Das Wort Mantra bedeutet:

der Klang, der den Menschen schützt,
der diesen Klang in sich zum Schwingen und Klingen bringt,
und dieser Klang beseitigt die Dunkelheit seiner Unwissenheit,
beseitigt Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit seines Geistes und bringt auf wunderbare Weise sein innerstes Wesen zum Vorschein, macht ihn mit sich selbst bekannt und führt ihn zum Inneren Zentrum des Bewusstseins, von dem aus das Bewusstsein fließt.
Es führt ihn von der Dunkelheit des Unwissens zum Licht der Weisheit
und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit.
Das, woran das Ostermysterium jedes Jahr von Neuem erinnert:
die eigene Egozentrizität durch einen Kreuzigungs-Sterbeprozess überwinden zu lernen, um im Lichte des wahren Menschseins aufzuerstehen,
ermöglicht der Einweihungsprozess als innere Erfahrung.

Wer ein solches Mantra erhalten hat, braucht eigentlich keine Lehrer mehr. Das Mantra führt den inneren Entfaltungsprozess durch sich selbst. Ernsthaft geübt, indem man lernt, sich auf die Bedeutung des Mantra beim Wiederholen zu konzentrieren und es nicht nur eintönig vor sich hersagt oder denkt, kann es helfen, den höchsten Bewusstseinszustand zu erlangen, in dem das Bewusstsein sich  – in sich selbst – durch sich selbst – erkennt.

Das Mantra kann die Übenden so in eine meditative Stille führen, in der das Göttliche Bewusstsein in vollkommener Stille ruht und aus der heraus es den Übenden Botschaften sendet, die für ihre Schicksalswege von großer Bedeutung sind.

Diese inneren Botschaften wahrnehmen zu lernen,
ist das Ziel allen Übens,
das mühelos mit Würde und Freude,
Liebe und Hingabe gestaltet werden sollte.

In dieser Tradition lehrt die Meditation die Übenden, nicht nur ihren Körper, ihre Sinne oder den niederen Geist kennen zu lernen, sondern sie zeigt ihnen alle Aspekte ihres Geistes, die unbewussten und überbewussten. Sie hilft den Übenden, frei zu werden von allen geistigen Störungen und Hindernissen und ist nicht nur eine Methode, die den Geist beruhigt, sondern sie ist ein Selbsttrainingsprogramm, das die Übenden lehrt, auf allen Ebenen ihrer Persönlichkeit sich selbst überwinden zu lernen.

Ich wünsche euch eine erholsame, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit euer

Wolfgang

Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.

Für den August-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort Hamburg ist vom 27. August (5:38 Uhr) bis 28. August (6:18 Uhr).

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

heute [und morgen; siehe Hinweis unten] ist nicht nur Vollmond, sondern auch der Zeitraum, an dem die göttliche Kraft der Geistigen Welt verehrt wird. Es ist die Kraft, die uns von der Dunkelheit ans Licht führt, von der Unwissenheit zur Weisheit und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Da sich diese Kraft manchmal durch Menschen besonders stark ausdrückt, werden diese als unsere spirituellen Lehrer an diesem Tag verehrt.

 

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In der meditativen Tradition wird das so ausgedrückt:

Vater und Mutter haben uns nur den Körper gegeben;
wahre Erkenntnis ist uns von der göttlichen Kraft der Geistigen Welt gegeben worden.

Gesegnet sind diese Menschen, durch die mir geholfen wird,
meine Sinnesbegierden zu kontrollieren,
und die mich mit ewigem Segen beschenkt haben.

Wenn wir unserer Mutter Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann werden wir erfolgreich in der Welt sein.

Wenn wir unserem Vater Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann werden wir in der nächsten Inkarnation davon profitieren.

Wenn wir jedoch der Guru Kraft dienen, ihr Ehrerbietung und Dankbarkeit erweisen,
dann lernen wir, das Wort der Geistigen Welt zu hören.

Ich verneige mich vor der Ewigen Guru Kraft,
dessen ureigenste Ausdrucksform die Weisheit ist.

Am Guru Vollmondtag — Guru Purnima — verehren wir nicht nur diese Kraft der spirituellen Tradition, sondern wir erweisen allen Dingen und Ereignissen, der gesamten Natur, die uns unterrichten, unsere Ehrerbietung. Wenn wir uns zu spirituellen Forschern ausgebildet haben, unsere Beobachtungs-, Wahrnehmungs-und Achtsamkeitsfähigkeit geschult haben, werden wir die Unterrichtung der spirituellen Guru-Kraft immer klarer erkennen können. Spirituelle Schulung wird zu unserer alltäglichen Gewohnheit, Liebe und Vertrauen zu unserer eigenen Natur. Andererseits, wenn das nicht so ist, führt uns diese Kraft durch schwierige Lebensereignisse, damit wir uns von unerwünschten Blockaden befreien können.

In unserer Tradition ist jeder Mensch, von dem wir ein wenig lernen können, ein Repräsentant dieser Guru-Kraft. In jedem von uns ruht diese Guru-Kraft, die uns erkennen hilft, was wir zu lernen haben.

Kinder können ihre Dankbarkeit den Eltern gegenüber für alles, was sie von ihnen erhalten haben dadurch zeigen, das sie das Erhaltene in Demut und Dankbarkeit an ihre Kinder weitergeben. Genauso ist es unsere spirituelle Pflicht, das, was wir von der Guru-Kraft erhalten haben, an andere Menschen weiter zu geben. Dadurch zeigen wir unsere Dankbarkeit.

Ich möchte meine Dankbarkeit der Guru-Kraft gegenüber zum Ausdruck bringen, die uns in unserer Traditionsgeschichte mit Wissen und Weisheit und Erkenntnis gesegnet hat. Diese Jahre waren nie leicht, aber immer sehr lehrreich und innerer Frieden ist so oft das Resultat eines ehrlichen Bemühens. Lasst uns die stille Stunde von 21-22 Uhr dazu nutzen, dass wir uns vor dieser Guru-Kraft, vor allen Lehrern, die uns unterrichtet haben und vor allen SchülerInnen, von denn wir gelernt haben, vor unseren Familienmitgliedern und Mitmenschen in Ehrerbietung und Dankbarkeit verneigen.

Lasst uns wie eine Familie in spirituellen Freundeskreisen zusammensitzen und über die Bedeutung von spiritueller Schulung einen Dialog führen.

Zum Abschluß möchte ich mit euch das Vater Unser, das direkt aus dem Aramäischen von Neil Douglas – Klotz übersetzt wurde, teilen:

Oh Du kosmischer Weltenatem,
Ursprung des schimmernden Klanges.
Du scheinst in uns und um uns,
selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.

Hilf uns, einen heiligen Atemzug zu erleben, bei dem wir nur Dich fühlen und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.
Lass Deinen Rat unser Leben regieren
und unsere Absicht klären für die gemeinsame Schöpfung.

Möge der brennende Wunsch Deines Herzens
Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.

Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen;
das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.

Löse die Stränge der Fehler, die uns binden,
wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.

Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen,
sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.

Aus Dir kommt der allwirksame Wille,
die lebendige Kraft zu handeln,
das Lied, das alles verschönert
und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.

Wahrhaftige Lebenskraft diesen Aussagen!

Möge sie die Quelle sein, aus der alle meine Handlungen erwachsen.

Besiegelt im Vertrauen und Glauben.

Amen

Ich wünsche euch allen eine gesegnete, stille Stunde

in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

Hinweis: Der Termin der Vollmond-Meditation richtet sich nach dem vedischen Mond-Kalender. Für Erklärungen und Detaildaten zur Festlegung der jeweiligen Termine siehe agni-online.de/vollmondmeditation – inklusive aller Daten für die kommenden Vollmondmeditationen dieses Jahr.

Für den Juli-Vollmond gilt hier speziell: Vollmond-Zeitraum (Purnama Tithi) nach vedischem Kalender für Deutschland mit Referenzort Hamburg ist vom 28. Juli (14:48 Uhr) bis 29. Juli (16:35 Uhr). Während wir die Vollmondmeditation nach der Mondphase zur Meditationszeit (21-22 Uhr) festlegen, wird Guru Purnima  nach dem sogennaten Udaya Tithi bestimmt – der Mondphase bei Sonnenaufgang. Wie man aus den Werten leicht sehen kann, herrscht am 28. Juli zum Sonnenaufgang noch kein Purnama Tithi. Daher ist erst der 29. Juli in Deutschland Guru Purnima, aber am 28. Juli Vollmondmeditation.

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Von Deborah Willoughby

Wir leben in einer gewalttätigen Welt. Kriege, Aufstände, Grenz­ver­letzungen, Meuterei, Attentate und schlichtweg Mord sind Teil des menschlichen Lebens. Es war schon immer schlimm, und es wird immer schlimmer. Nach Angaben der Peace Pledge Union hat es seit 1700 mehr als 480 Kriege gegeben, die mehr als 120 Millionen Todesopfer gefordert haben. Und fast alle dieser Menschen – 95 Prozent – wurden im zwanzigsten Jahrhundert getötet. Wie viele sind das? Die Schätzungen reichen von 115 bis 140 Millionen. Das ist natürlich eine enorme Spanne – 25 Millionen Menschenleben – aber seltsamerweise ist es in einer Zeit, in der es von Statistiken nur so wimmelt, unmöglich, genaue Zahlen über die Opferzahlen zu erhalten. Es gibt keine offizielle Stelle, die damit be­auftragt ist, die Opfer zu zählen, und die Fallstricke, die entstehen, wenn man sich auf die Angaben der Opfer verlässt, sind offensichtlich. Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Michael Nickel

Immer wieder wandle ich gerne in und um Assisi und La Verna auf den Spuren des Heiligen Franz von Assisi. Schon lange fasziniert mich, was dieser spirituelle Meister uns Menschen an Inspiration hinterlassen hat und ich fühlte mich dazu hingezogen, sein Leben etwas zu erkunden, indem ich in die Landschaft und den Raum eintauchte, in der Franziskus einst gelebt hat und die seit Hunderten von Jahren ein Ziel von Pilgern und Suchenden darstellt.

Diese Reises haben mich sehr berührt, weil sie schlussendlich immer Reisen zu mir selbst werden, mit sehr vielen Aspekten der Selbstreflexion. Pilgerfahrten im besten Sinne, die nichts mit Religion und Doktrinen zu tun haben, sondern dem eigenen spirituellen Wachstum dienen. Besonders beeindruckt haben mich dabei die „kleinen“ und auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbaren Orte seines Wirkens, insbesondere die Felsnischen von La Verna in der Toskana und die kleinen Kapellen Porzinucola, San Masseo und San Damiano, sowie das Felsenkloster Eremo delle Carceri. Diese Orte sind wahre Kraftorte für mich, die mich teilweise unmittelbar mit dem Schließen der Augen in eine tiefen, friedlichen und freudvollen meditativen Zustand transportieren – Vishoka par excellence! Diese Art von Erfahrung kenne ich von manchen Höhlenschreinen im Himalaya. Und so schließen sich für mich energetisch die Kreise.

Zwei Dinge haben mich an einigen der Wirkorten des Franziskus besonders fasziniert: Zum Einen die Intensität der Erfahrung einer spirituellen Präsenz – etwas, das in der Yoga-Philosphie als Kshetra (Feld) bezeichnet wird. Man könnte sagen, dass es die Summe all dessen darstellt, was Menschen über die Zeit in diesem Raum an Energie hinterlassen haben – begonnen bei Franziskus, der Heiligen Klara, über ihre vielen Schwestern und Brüdern im Orden, bis hin zu all den Generationen von spirituellen Suchenden bis zum heutigen Tag. Weiterlesen

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

zum Vollmond am 4. Dezember 2025 wollen wir alle zum letzten Mal in diesem Jahr von 21 bis 22 Uhr innehalten und über die Bedeutung von Advent und Weihnachten nachdenken.

In dem ewig sich wiederholenden Jahreszyklus befinden wir uns wieder einmal in der Vorweihnachtszeit, einer Zeit die der Menschenseele die Verheißung schenkt, zu einer tiefen Erkenntnis seines eigenen Seins, seines Ursprungs kommen zu können. Die Nächte werden sternenklar und offenbaren Geistiges aus den Höhen, während in den Erdentiefen eine heilige Ordnung zu entstehen beginnt, die neues Leben im kommenden Frühling hervorbringen wird.

Wie finden wir gemeinsam den Weg zu der Bewusstseinserhöhung, die es uns ermöglicht, in ein lauschendes Vernehmen und Schauen derjenigen Welt hineinzuwachsen, die wir die Geistige Welt nennen. Alle Wirkungen in dieser Welt haben eine Ursache, die ganz anders beschaffen sein muss als diese Welt voller Gegensätze, in der wir leben. Wir schlafen ja alle tief mit offenen Augen. Das Bewusstsein, das wir durch die Sinneswahrnehmungen und das Verstandesdenken haben, betrifft nur eine dünne Oberflächenschicht. Die apokalyptischen Donnerschläge der Natur oder die Katastrophen wie Kriege, von Menschen selber erzeugt, sind wie Zeichen, die uns aus unserem tiefen Schlaf aufwecken wollen. Das in jedem von uns schlummernde Geistbewusstsein soll durch diese wehenartigen Prüfungen neu erweckt werden. Die Welt des Schauens soll sich uns auftun. So hat Emil Bock schon im 2. Weltkrieg geschrieben und heute gelten diese Gedanken immer noch oder schon wieder.

Die zarte Stille des Advents, die kindliche Seligkeit des Weihnachtsfestes sind Geschenke, die in unserer lauten, unruhigen Zeit immer seltener geworden sind.

Wir können der Winterzeit folgen und still werden, ganz tief in uns hinein lauschen, wenn wir einen inneren Weg gehen wollen. In der dunkelsten Zeit des Jahres, am dunkelsten Tag zur dunkelsten Stunde, tief in der Nacht, kann sich uns die eigentliche Weihnachtsgabe offenbaren, die uns das zeigt, was wir eigentlich sind, ein strahlendes Licht im innersten unserer Herzen.

Was wir uns alle zu Weihnachten schenken, kann uns nur zu leicht ablenken von der eigentlichen Erkenntnismöglichkeit, die uns Menschen das Geheimnis unseres eigenen Seins offenbart.

Mit der Erkenntnis dieses geistigen Lichtes, das im innersten unseres Herzens ruht und das eigentlich jeder von uns ist, kann endlich der Friede in unsere Seelen einziehen, der in der Weihnachtszeit verheißen wird.

Wahrer Friede ist der Zustand der Seele, die das sich offenbarende Göttliche in sich aufgenommen hat.

Eine solche Erkenntnis, die sich Dir aus der inneren Stille Deines Herzens offenbart wird Dir helfen, ein Leben zu führen, um reifer zu werden auf dem Weg der Menschenveredelung, der Welterhaltung und der Weltentwicklung. Jede Erkenntnis, die Du suchst, nur um dein Wissen zu bereichern, nur um Schätze in und außerhalb von Dir anzuhäufen, wird Dir den Weg nach innen versperren.

Die Liebe zur inneren Freiheit wird Dir helfen, das Wahre von der reinen Erscheinung unterscheiden zu lernen, die Wahrheit von der bloßen Meinung und zu einer Wertschätzung zu gelangen des Wahren und Wirklichen gegenüber der bloßen Erscheinung. Dann wird wahrer Friede in Dich einziehen können und Du wirst das, was das Weihnachtsfest Dir schenken will, erkennen und erleben können und was Du suchst, das wirst du in dem strahlenden Lächeln der vor Bewunderung und Staunen weit geöffneten Augen der Kinder erkennen können. Was sich Dir in der stillen Meditation offenbaren kann, kannst Du auch mit einem erwachten Bewusstsein im Sternenhimmel, in der Natur und den Menschen schauen lernen.

Ich wünsche euch allen den Mut, gegen die Strömung zu schwimmen, um die Quelle des Flusses in all ihrer Pracht zu erleben. Ich wünsche euch eine erlebnisreiche vorweihnachtliche Zeit und eine stille, Licht erfüllte Weihnacht.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


Input von Wolfgang kannst Du über diese Online-Veranstaltungen auf unserem Agni Online Portal bekommen:

 

 

Lesedauer 2 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

lasst uns am Montag, den 12. Mai von 21 bis 22 Uhr still werden und die wundersame Kraft des Frühlings bewundern, der uns einen Eindruck von der außergewöhnlichen Schönheit der Geistigen Welt schenken kann.

Wir können diese sich uns offenbarende Kraft nutzen, um unsere Mittlerrolle zwischen Himmel und Erde zu kontemplieren. Die Blütenpracht der Bäume ist wie eine stille Botschaft aus der Geistigen Welt, um die Erde und die darauf lebenden Menschen an ihre Existenz zu erinnern.

So werde still, entspanne Dich und visualisiere einen in Blüte stehenden Baum. Schau Dir genau die Formen und Farben an, die Du innerlich siehst. Dann beginne Dich auf nur eine einzige Blüte zu konzentrieren und stelle sie Dir in Deinem Herzen vor.

Sieh sie Dir genau an und studiere sie bis in das kleinste Detail. Dann stelle Dir die Kraft und die Schönheit dieser Blüte vor. Stell’ Dir vor, Du bist diese Kraft, diese Schönheit – nicht die Blüte selbst, sondern das, was sie zur Blüte macht. Stell’ Dir vor, wie Du nach einer langen kalten Winterzeit in Deinem Leben aufzublühen beginnst in all Deiner herrlichen Pracht. Verbinde in Deiner Vorstellung diese Kraft, die Du bist, mit dem zeitlosen Strom des Fließens Deiner Atmung in Deiner Wirbelsäule und beobachte dort, wie dieser eine Strom von Atmung, Prana, Bewusstsein, Kraft und Schönheit Deine Wirbelsäule erfüllt von der Krone im Kopf bis zum Ende der Wirbelsäule und wieder hinauf.

Sobald Du diese Vorstellung empfinden kannst, gehe in das Zentrum Deines Herzens, einen von Licht erfüllten Raum, und werde dort ganz still. Wenn Dein Geist wandern will, dann erlaube ihm, den Klang des Mantrams hervorzubringen und beginne, diesem Klang zu lauschen. Das mache solange, wie Du magst, und gehe dann so aus der Übung heraus, wie Du in sie hinein gegangen bist.

Ich wünsche Dir eine erholsame, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

P.S.:


Input von Wolfgang kannst Du über diese Online-Veranstaltungen auf unserem Agni Online Portal bekommen:

Lesedauer 4 Minuten

Diesen Vollmondtext kannst Du dir auch vom Autor Wolfgang Bischoff persönlich vorlesen lassen:
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Von Wolfgang Bischoff

 

Liebe Menschen,

am 25. März erstrahlt der Ostervollmond am strahlend blauen Himmel. Lasst uns von 21 bis 22 Uhr still werden und über die Bedeutung des immer wiederkehrenden Osterfestes kontemplieren.

Viele von euch haben mir eine Rückmeldung gegeben, bis Ende März die Fastenzeit mitzumachen. Wir sind also mitten in einer interessanten Feuerübung und gehen auf den Karfreitag zu, an dem die Egozentrizität gekreuzigt wird, sich mit dem Tod verbindet und aufzulösen beginnt und dadurch eine Vereinigung der Gegensätze und Pole, die das Kreuz symbolisiert, oben wie unten, links wie rechts, im 5., dem Kreuzungspunkt, stattfinden kann. Hier bildet sich Bindu, der fünfte Pol als Punkt, durch eine hundertprozentige Konzentration auf diesen einen Punkt. Bindu bedeutet in der Übersetzung aus dem Sanskrit ins Deutsche:

Konzentration der Aufmerksamkeit des Geistes auf den kleinstmöglichen Punkt,
um dadurch
in eine neue Bewusstseinssphäre durchstoßen zu können.

Die Überwindung des Todes kann nun erlebt werden – und die Auferstehung in einen neuen Seinszustand.
 Das Prinzip von Hoffnung, von bedingungsloser Liebe und Mitgefühl beginnt sich zu offenbaren. Das Wesen des Osterfestes beginnt sich zu zeigen. Mit jedem neuen Atemzug erhalten wir eine neue Chance, unser Leben so zu gestalten, das es auf das Licht der Auferstehung und die Überwindung des eigenen kleinen Egos ausgerichtet wird.

Goethe schreibt:

„Von der Gewalt, die alle Menschen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet“. 

Rainer Maria Rilke schreibt in dem Gedicht „Der Schauende“, wie der Mensch sich überwinden lernen kann, um den Sieg über den Tod zu erlangen und die Auferstehung zu erleben:

Der Schauende

Ich sehe den Bäumen die Stürme an,
die aus laugewordenen Tagen
an meine ängstlichen Fenster schlagen,
und höre die Fernen Dinge sagen,
die ich nicht ohne Freund ertragen,
nicht ohne Schwester lieben kann.

Da geht der Sturm, ein Umgestalter,
geht durch den Wald und durch die Zeit,
und alles ist wie ohne Alter:
die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,
ist Ernst und Wucht und Ewigkeit.

Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen, –
wir würden weit und namenlos.

Was wir besiegen, ist das Kleine,
und der Erfolg selbst macht uns klein.
Das Ewige und Ungemeine
will nicht von uns gebogen sein.
Das ist der Engel, der den Ringern
des Alten Testaments erschien:
wenn seiner Widersacher Sehnen
im Kampfe sich metallen dehnen,
fühlt er sie unter seinen Fingern
wie Saiten tiefer Melodien.

Wen dieser Engel überwand,
welcher so oft auf Kampf verzichtet,
der geht gerecht und aufgerichtet
und groß aus jener harten Hand,
die sich, wie formend, an ihn schmiegte.
Die Siege laden ihn nicht ein.
Sein Wachstum ist: der Tiefbesiegte
von immer Größerem zu sein.

Demut und Dankbarkeit entwickeln sich bei der Wahrnehmung des Lichtes, in das Du bei der Auferstehung in ein neues geistiges Sein wiedergeboren wirst. Du beginnst Dich als dieses Licht zu erkennen, das Du eigentlich bist und warst, bevor Du Deinen Namen erhalten hast.

Wenn wir uns die Osterwoche und die Entwicklung hin zur Auferstehung anschauen, dann war sie nur möglich durch die willentliche Konfrontation mit den eigenen Feinden und der uns umgebenden Dunkelheit, den Schattenseiten unserer Persönlichkeit. Judas, die Häscher, der Verrat und die Verurteilung, die Kreuzigung und die Misshandlungen sind alles Symbole dafür. Jesus wehrt sich nicht gegen das Böse, sondern er vereinigt sich mit den Gegenkräften und sagt:

„Jetzt ist eure Stunde gekommen, jetzt hat die Finsternis das Wort.“


Er überwindet das Böse und den Tod dadurch, dass er sich damit vereinigt und somit die Gegensätze in sich in einen harmonischen Zustand bringt. Kampf kann die Spaltung in uns und unter uns nicht überwinden.

In uralten Texten wird das dunkle Zeitalter der Menschheit so beschrieben, als wäre es eine Beschreibung unserer heutigen Zeit:
Armut , Verwirrung, Gewalt gegen die Naturgesetze nehmen zu. Chaos und Naturkatastrophen breiten sich aus. Drogen, Spiele, Konsum, Verbrechen nehmen zu. Das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr.

Kriege finden statt und wirtschaftliche Unsicherheiten nehmen zu. Die Nahrung ist nicht mehr nahrhaft. Korruption überall. Depression nimmt zu. Wut, Gier nach immer mehr ohne Ende, Zorn, Neid und Zweifel bestimmen immer mehr das Handeln der Menschen. Wasser, Luft und Licht werden verkauft. Keine Achtung vor der Spiritualität des Menschen. Die Lauten werden verehrt, die Ernsthaften verlacht. Die Bedeutung vom Feuer als der Vermittler zwischen manifester und unmanifester Wirklichkeit geht verloren. Die Sprache der Menschen beginnt zu verflachen und die Seelen beginnen zu verhungern.

Es ist eine Darstellung der Kreuzigung der Menschheit. 

Das Auferstehungsereignis zeigt jedoch einen Weg heraus aus dieser Dunkelheit und diesem Leiden:
Eine innere Haltung kann sich entwickeln, dass ich das Recht habe, nur das in Anspruch zu nehmen, was genügt, um mich zu ernähren und das Leben zu erhalten. Das Geben und Teilen, das Mitgefühl für Andere breiten sich aus. Wir beginnen die Kinder vor den Umwelteinflüssen zu schützen und schützen einander. Wir erleben uns als Weltbürger und teilen die Sorge für die Welt. Wir beginnen die Natur zu schützen und Mutter Erde zu pflegen, zu achten und zu ehren.

Dankbarkeit, Demut und die Fähigkeit, sich vor Größerem innerlich zu verneigen, beginnen sich zu entwickeln. Das Siegenwollen und der Größenwahn werden von der inneren Kraft – der Tiefbesiegte von immer Größerem zu sein – abgelöst.
 Wir beginnen, Inseln der Schönheit und Stille zu schaffen, an denen die ausgehungerten Seelen zur Ruhe kommen können und Nahrung erhalten. Spirituelle Inseln für die Menschheit erhalten eine immer größer werdende Bedeutung.

All dies sind die Voraussetzungen, um das Licht sehen zu lernen, das wir eigentlich sind, das auszustrahlen beginnt und die Menschheit erfreut. Das ist Ostern – das lässt das Leben mit all seiner Beschwerlichkeit sinnvoll erscheinen.

Ich wünsche euch eine besinnliche, stille Stunde

in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

Lesedauer 8 Minuten

Von Rolf Sovik

Wir sprechen gerne von Mediengurus, Sportgurus und sogar von Verkaufs- und Marketinggurus, doch die Bedeutung des Begriffs „Guru“ bleibt oft unklar und viele haben Angst vor ihm. Das alte Wort aus dem Sanskrit scheint in unser modernes westliches Bewusstsein gerutscht zu sein und dabei seine spirituelle Bedeutung verloren zu haben. Das ist bedauerlich, denn das Konzept, so nebulös es auch ist, hat in der Yogatradition nach wie vor eine große Bedeutung. Weiterlesen

Lesedauer 9 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Auszug aus seinem Buch „Die Weisheit der Meister des Himalayas

Der König und das Geheimnis der vierundzwanzig Gurus

Eines Tages, als der große Weise Dattatreya noch ein Kind war, kam der König eines Nachbarlandes, um den Ashram zu besuchen, und weil seine Eltern weg waren, begrüßte der Junge den Gast im Palast. Als Dattatreya für das Wohlergehen des Besuchers sorgte, nahm der König eine innere Freude wahr, welche vom Gesicht des Jungen ausging. Und als er erkannte, dass dies ein spontaner Ausdruck der inneren Schönheit der Seele des Jungen war, war er sicher, dass Dattatreya mit großer Weisheit gesegnet war. Neugierig zu erfahren, wie jemand so jung und zugleich so weise sein kann, befragte der König den Jungen, und der folgende Dialog entfaltete sich.

König: »Ihr habt bei Euren Eltern gelernt?«

Dattatreya: »Es gibt viel zu lernen von allen und allem, nicht nur von meinen Eltern.«

König: »Dann habt Ihr einen Lehrer? Wer ist es?«

Dattatreya: »Ich habe vierundzwanzig Gurus [spirituelle Meister].«

König: »Vierundzwanzig Gurus in so einem zarten Alter? Wer sind diese?«

Das Beste geben – in Bewegung bleiben – ein Licht sein

Dattatreya: »Mutter Erde ist mein erster Guru. Sie lehrte mich, all jene, die mich zertrampeln, zerkratzen und verletzen, liebevoll in meinem Herzen zu halten, genau wie sie es tut. Sie lehrte mich, ihnen mein Bestes zu geben, und erinnerte mich daran, dass die Handlungen jener aus deren Sicht normal und natürlich sind.« Weiterlesen

Lesedauer 3 Minuten

Von Swami Rama

Bonuskapitel zum Buch
Liebe flüstert – Gedichte und Prosa eines Reisenden durch Zeit und Raum. Mystische Liebeserklärungen an die Göttliche Mutter

 

O kleiner Lebensstrom, zieh fort aus dieser Abgeschiedenheit.
All deinen Wassern entsage ich; fließe frei und geh deines Wegs.
Mit voller Hingabe möge dein Fließen gut sein;
Nach vielen Tagen werden meine Gefährten dich finden.

Einst saß ich auf dem Berg und schaute auf den Ganges. Die mondhelle Nacht ließ ihr Licht auf dem silbernen Sand ver­blassen, und mir kam ein schluchzender Gedanke in den Sinn aus längst vergessener Vergangenheit, der sagte: »Die Freude, die mit ihren Tränen auf dem roten Lotus des Schmerzes still­sitzt, wächst in meinem Herzen. Der sanfte Vogel meines Geistes reiste weit und jenseits der goldenen Winkel von Sonne, Mond und Sternen auf der Suche nach Dir, kehrte aber unerfüllt an seinen Wohnort zurück. Nach einer Weile wurde mir klar, dass die Freude, welche mich dazu zwang, auf der Bühne des Lebenstheaters zu tanzen, alles, was es hat, in den Staub wirft und kein Wort kennt: Schweigen, Schweigen, Schweigen. Der rhythmische Tanz der Vorsehung zwingt mich zu atmen – also atme ich. Seitdem sind Freude und Leid in meinem Leben zu einem einzigen Lied vermengt, das ich niemals singe. Von diesem Augenblick an habe ich schmerzvermengte Freude ohne jedes Maß erlebt. Eines Tages erhellte plötzlich ein Lichtstrahl mein Wesen, und Menschen, die mich kannten, fragten sich, wie sich mein Leben verändert hatte. Weiterlesen

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