Vollmondtext April 2026 – Ostervollmond – Wahren Frieden finden
Von Wolfgang Bischoff
Liebe Menschen,
am 1. April 2026 erstrahlt der Frühlings- und Ostervollmond am azurblauen Himmel. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und den Klang des Mantras : Sieg über den Tod, in unseren Herzen zum Klingen bringen.
„Wahrer Friede ist der Zustand der Seele, die das sich offenbarende Göttliche in sich aufgenommen hat.“
Der erste Friede, der wichtigste, ist der, der in die Seele eines Menschen einzieht, wenn der Mensch seine Verwandtschaft , seine Harmonie mit dem Universum einsieht und weiss, dass im Mittelpunkt der Welt das große Geheimnis wohnt. Und dass diese Mitte tatsächlich überall ist, sie ist in jedem von uns.Dies ist der wirkliche Friede. Alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon.Der zweite Friede ist der, der zwischen Einzelnen geschlossen wird.Der Der dritte ist der zwischen Völkern.Doch vor allem sollt ihr sehen, dass es nie Frieden zwischen Völkern geben kann, wenn nicht der erste Frieden vorhanden ist, der innerhalb der Seele wohnt.
Doch wie können wir diesen inneren Frieden erfahren, wenn die Welt sich mit Kriegen beschäftigt und damit, mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz und der Schaffung von „menschengleichen“ Robotern schöpfungsgleich zu handeln versucht?
Wahren, inneren Frieden muss man sich verdienen. Die Neurowissenschaft hat erkannt, dass der menschliche Körper jeden Morgen in den ersten 30 bis 45 Minuten unser wichtigstes Stressmobilisierungshormon Cortisol auf seinen Tageshöchstwert ansteigen lässt. Dieser Prozess wird vom Hypothalamus gesteuert und ist nicht verhandelbar. Die Nebennieren werden aktiv, der Blutzuckerspiegel steigt, das Immunsystem rüstet sich. Das geschieht jeden Morgen in jedem Körper. Es ist nicht unsere Wahl ob es geschieht, Es geschieht einfach. Die Frage hier ist: Wer begegnet dem?
Was wir in den ersten 20 Minuten des erwachenden Bewusstseins tun bestimmt unsere neurochemische Architektur des restlichen Tages, physiologisch. Dieser Cortisolspitzenwert kann sich entweder zu Klarheit schärfen (fokussierte Energie, emotionale Bereitschaft, kognitive Präzision) oder in Reaktivität, Angst und das vertraute Gefühl, bereits im Rückstand zu sein, abgleiten.
Wir haben die Wahl. Wir können die Weisheit der Meister der Himalayas nutzen den Morgen mit dem Singen der Morgenmantras oder des Maha Mritunjaya Mantras oder des Gayatri Mantras zu beginnen. In jahrtausender Übungserfahrung wurde das erkannt als eine Technologie für das Nervensystem, für den Geist und was jenseits von beidem liegt.
Der langgezogene, kontrollierte Ausatemzug über mehrere Silben hinweg ist dabei kein Nebeneffekt der Praxis. es ist die Übung selbst. Die Neurowissenschaft belegt dies, indem Studien dokumentieren, dass ein langsamer, langgezogener Ausatemzug mit etwa 6 Atemzyklen pro Minute den Vagusnerv stimuliert, den längsten Hirnnerv im Körper, der vom Hirnstamm durch den Hals, das Herz und die Eingeweide verläuft. Diese Stimulation aktiviert das parasympathische Nervensystem: den Teil, der für Ruhe, Regeneration, Verdauung und Erholung zuständig ist.
Studien belegen weiter, dass der zentrale Vaguskreislauf die neurologische Grundlage für soziales Engagement, Sicherheit und Vertrauen ist. Wenn dieser Kreislauf aktiv ist, hört der Körper auf, sich zu verspannen, die Herzfrequenz verlangsamt sich, die Muskeln des Mittelohres stimmen sich auf menschliche Stimmfrequenzen ein, das Gesicht öffnet sich. Das Singen der Mantras aktiviert diesen Kreislauf und beginnt eine Vagus-Stimulation. Dies ist kein Metapher für Entspannung. Es ist eine mechanische Tatsache darüber, wie das Pranayama die Regulierung der Lebenskraft durch den Atem gestaltet. Es ist der selbe Mechanismus nur in einer anderen Sprache.
Aus diesem Grunde erscheint es sehr sinnvoll, den Tag mit dem Singen der Morgenmantras oder zum Beispiel mit dem Singen des Maha Mrityunjaya Mantras, Sieg über den Tod zu beginnen. Dadurch entsteht ein Zustand entspannter Wachsamkeit, bei der das Gehirn am offensten für das Lernen ist.
Die drei Augen des Tryambaka repräsentieren hier drei Ebenen der Wahrnehmung: die physische, die mentale und die psychische: das gewöhnliche Sehen, das innere Sehen und das Sehen, das beide übersteigt. Dieses Mantra wirkt vor allem auf der physischen Ebene, weil der Körper der Ort ist, an dem Heilung zuerst verankert ist. Es bittet um das was es als notwendig erkennt: Befreiung von der Angst, nicht als Ereignis einer fernen Zukunft, sondern als tägliche Neukalibrierung dessen, wie fest der Körper an seiner Angst festhält. Das Mantra endet mit der Bitte: befreie mich vom Tod, wie eine reife Kürbisfrucht sich von seinem Strauch organisch löst, und führe mich von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit.
Elf mal morgens gesungen mit einem wachen Geist ist ein Reset des Nervensystems, bevor der Cortisolspiegel seinen Höhepunkt erreicht. Jetzt können wir den Tag beginnen mit einem energetisierten, wachen Geist, der dem Tag freudig und inspiriert entgegensieht. Auf diese Weise verdienen wir uns den inneren Frieden, durch ein demütiges, hingebungsvolles Üben. Es ist das Darbieten des Geistes an das Licht.
Ich wünsche euch eine gesegnete Osterzeit und eine wohltuende, stille Stunde!
In liebevoller Verbundenheit
Wolfgang









