Swami Rama

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In herausfordernden Zeiten, wenn globale Krisen, persönliche Sorgen oder gesellschaftliche Umbrüche unseren Alltag überschatten, neigen wir dazu, uns krampfhaft um uns selbst zu drehen. Dies ist eine Gewohnheit unseres Geistes! Wir verstricken uns in Ängsten und dem verzweifelten Versuch, erst die eigenen Probleme vollständig zu lösen, bevor wir den Kopf wieder für andere frei haben. Viele Menschen bleiben dadurch Gefangene ihres eigenen Elends, weil sie eine dicke Mauer um sich bauen und sich in der Festung ihres Egos isolieren. Wer in Zeiten der Not ausschließlich um »Ich« und »Mein« kreist, folgt dem „Gesetz der Kontraktion“: Die Persönlichkeit schrumpft zusammen, der Geist verengt sich und das Gefühl von Mangel und Hilflosigkeit nimmt nur noch weiter zu (Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 8, 74; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 40).

Inmitten des Sturms: Warum selbstloses Handeln der Schlüssel zur inneren Freiheit ist

Die Philosophie der Himalaya-Tradition, wie sie von Swami Rama und Pandit Rajmani Tigunait vermittelt wird, weist uns jedoch genau in diesen Momenten auf eine überraschende und tiefgreifende Wahrheit hin: Selbstloses Dienen – Seva bzw. Karma Yoga – ist kein Luxus für ruhige Zeiten, sondern das wirksamste Mittel, um den eigenen Geist zu heilen, zu reinigen und positiv aufzurichten (Pandit Rajmani Tigunait, 2021: Zur elften Stunde: Swami Rama, S. 124).

Die Weisen des Himalayas betonen, dass das fundamentale Gesetz des Lebens nicht Kontraktion, sondern Expansion ist. Das Ego gilt in den östlichen Weisheitstraditionen als die eigentliche Wurzel vieler mentaler Probleme und Unruhen. Selbstloses Handeln bricht diesen Teufelskreis hingegen gezielt auf: Es baut die Tendenz unseres Geistes ab, sich ausschließlich mit den eigenen Problemen zu beschäftigen, und reinigt den Weg der Seele. Wenn wir lernen, unsere Aufmerksamkeit von der ständigen Selbstbeschäftigung abzuziehen und Gedanken sowie Energie darauf zu verwenden, anderen zu helfen, durchbrechen wir den Strudel aus Angst, Isolation und Traurigkeit (Pandit Rajmani Tigunait, 2023: Vom Tod zum Leben, S. 114–115; Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 42; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 298, 394).

Uneigennütziges Geben ist laut den Meistern der Tradition der eigentliche innere Kern der Schöpfung. Während reine gedankliche Nicht-Anhaftung oft nur eine intellektuelle Zufriedenheit bewirkt, wird erst das aktive Dienen am Mitmenschen zur verlässlichen Quelle von wahrer innerer Freude und bleibendem Frieden. Indem wir Zeit, Energie oder Mitgefühl schenken, ohne eine persönliche Gegenleistung oder Anerkennung zu erwarten, gelangen wir in Einklang mit dem göttlichen Willen und stoßen die Transformation unseres eigenen Schicksals und Karmas an. Wir verlieren durch das Geben nichts! Vielmehr öffnen wir uns dafür, tiefen inneren Reichtum zu empfangen und zu erfahren, dass wir inmitten aller Stürme des Lebens niemals hilflos sind, sondern die Kraft in uns tragen, ein Licht für unsere Mitmenschen zu sein (Pandit Rajmani Tigunait, 2023: Vom Tod zum Leben, S. 114–115; Pandit Rajmani Tigunait, 2020: Vishoka-Meditation, S. 258; Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 172; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 150, 198, 236–237).

Schritte zur Umsetzung selbstlosen Handelns im Alltag

Selbstloser Dienst erfordert keine spektakulären Großprojekte – er beginnt bei den alltäglichen Pflichten und in unserem unmittelbaren Umfeld (Pandit Rajmani Tigunait, 2021: Zur elften Stunde: Swami Rama, S. 375; Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 46, 168).

Die folgenden praktischen Handlungsempfehlungen zeigen, wie Karma Yoga Schritt für Schritt im Alltag verankert werden kann:

1. Den inneren Aufruhr reduzieren und die Pflichten der Gegenwart mit Liebe annehmen

Bevor wir effektiv für andere da sein können, gilt es, den eigenen Geist zu stabilisieren, indem wir unser persönliches Niveau von Ruhe und Klarheit (Sattva) erhöhen. Ein direkter Hebel hierfür ist, unser Sprechen zu zügeln und bewusster werden zu lassen: Indem wir achtsam kommunizieren, bedeutungsloses Gerede vermeiden und den Konsum aufwühlender Medien reduzieren, schonen wir unsere mentale Energie (Pandit Rajmani Tigunait, 2019: Die Weisheit der Meister des Himalayas, S. 139).

Gleichzeitig beginnen wir bei dem, was unmittelbar vor uns liegt: Unsere Pflicht ist genau die Aufgabe, die im gegenwärtigen Augenblick vor uns liegt. Ob berufliche Verpflichtungen, häusliche Arbeiten oder die Fürsorge für Angehörige – erfülle sie mit bewusster Aufmerksamkeit und Liebe. Wenn wir unsere Aufgaben widerwillig ausführen, machen wir uns zum Sklaven der Pflicht. Wenn wir hingegen lernen, unsere Verpflichtungen zu lieben und alle Handlungen »mit Liebe zu ölen«, dann verwandeln wir sie in ein Werkzeug der inneren Befreiung und Freude (Pandit Rajmani Tigunait, 2021: Zur elften Stunde: Swami Rama, S. 375; Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 160–161, 172).

2. Den Blickwinkel klären und Erwartungen an die Früchte des Handelns loslassen

Um im Alltag nicht in Vergleiche, Wut oder Überlegenheitsgefühle zu verfallen, empfiehlt die Tradition die Klärung des Geistes (Chitta Prasadana) durch vier grundlegende Geisteshaltungen: Freundschaft gegenüber Glücklichen, Mitgefühl mit Leidenden, Freude über Tugendhafte und Gleichmut gegenüber Nicht-Rechtschaffenen. Insbesondere das kultivierte Mitgefühl für Leidende hilft uns, selbstlos zu dienen, ohne dabei das eigene Ego zu füttern oder Dankbarkeit zu erwarten (Pandit Rajmani Tigunait, 2022: Warum wir kämpfen, S. 106).

Der Kern des selbstlosen Handelns liegt darin, das Recht auf das Ausführen der Handlung wahrzunehmen, nicht jedoch auf deren Früchte oder persönliche Belohnungen zu pochen. Das ständige Schielen nach Anerkennung oder Ergebnissen bindet uns an das Handeln und ist eine Hauptursache für Enttäuschung und Angst. Führe Handlungen daher als freies Geschenk an das große Ganze – das Universum – aus, frei nach dem Grundsatz: »Geben, geben, geben, ohne etwas zu erwarten« (Pandit Rajmani Tigunait, 2021: Zur elften Stunde: Swami Rama, S. 375; Swami Rama (2025) Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 1, 42, 173; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 101, 161).

3. Den Lebensstil prüfen und kleine Gesten im nahen Umfeld schenken

Selbstloses Handeln erfordert eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Lebensführung. Dazu gehört die bewusste Frage im Alltag: Schädige ich andere Lebewesen, die Umwelt oder den Planeten, durch die Art und Weise, wie ich mein Leben führe? Wenn wir unser tägliches Wirtschaften und Konsumieren hinterfragen und die Früchte unserer Arbeit mit anderen teilen, wird unser Beruf und Alltag zu einer Quelle des Schutzes für die Schöpfung (Pandit Rajmani Tigunait, 2022: Warum wir kämpfen, S. 30).

Gleichzeitig entfaltet sich Selbstlosigkeit zuerst im alltäglichen Umfeld mit Familie, Freunden und Nachbarn. Übe dich in kleinen, rücksichtsvollen Handlungen – serviere beispielsweise deinem Partner oder Gästen zuerst das Essen oder reiche jemandem aufmerksam eine Tasse Tee. Die Praxis von Ahiṃsā (Gewaltlosigkeit) bedeutet ganz konkret, darauf zu achten, andere weder durch Handlungen noch durch Worte oder Gedanken zu verletzen (Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 46, 168, 172-173; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 150).

4. Täglich innehalten und das innere Gewissen (Buddhi) befragen

Um in herausfordernden Zeiten nicht den Fokus zu verlieren, ist eine tägliche kurze Kontemplation entscheidend. Sich morgens ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um über den unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens nachzudenken und auf die Stimme des Herzens zu hören, erinnert uns an unser höheres Ziel und gibt den Ton für den Tag vor (Pandit Rajmani Tigunait, 2022: Warum wir kämpfen, S. 31).

Halt auch tagsüber inne, bevor du handelst, und gehe kurz in dich, anstatt impulsiv oder aus unbewussten Gewohnheiten heraus zu reagieren. Das innere Gewissen (Buddhi) weiß bereits genau, was richtig, hilfreich und mit der eigenen Wahrheit vereinbar ist; lerne, dieser inneren Beraterinstanz vor jeder Entscheidung aufmerksam zuzuhören. Indem du deine innere Weisheit und Kraft der Führung gezielt konsultierst, stärkst du deine Willenskraft (Saṅkalpa Śakti), die dir dabei hilft, schädliche Gewohnheiten zu überwinden und deine guten Vorsätze konsequent umzusetzen (Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 40, 96, 152; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 42, 101, 112).

5. Alltagshandlungen in aktive Meditation verwandeln

Wenn du dein ganzes Herz und deine volle Aufmerksamkeit in das investierst, was du gerade tust, wird jede noch so alltägliche Tätigkeit zu einer Form der aktiven Meditation im Handeln (Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 111–112; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 177, 237).

Indem wir handeln, ohne starr an den Ergebnissen oder am persönlichen Gewinn zu klammern, verringern wir die Verengung unserer Wahrnehmung auf das eigene „Ich“ und halten inmitten der täglichen Verpflichtungen beständig ein Bewusstsein für das innere Zentrum aufrecht . So wird unser gesamtes Tun zu einem beständigen, selbstlosen Gebet, welches uns sanft, bescheiden und fokussiert für unsere Mitmenschen da sein lässt und uns unerschütterlichen inneren Frieden schenkt (Pandit Rajmani Tigunait, 2021: Zur elften Stunde: Swami Rama, S. 375; Pandit Rajmani Tigunait, 2022: Warum wir kämpfen, S. 31; Swami Rama, 2025: Die Kunst des freudvollen Lebens, S. 167; Swami Rama, 2026: Bhagavad Gītā, S. 167, 237). Wäre das keine wundervolle Erfahrung?

Ein persönliches Fazit: Warum die Ausrichtung am selbstlosen Dienen gut tut

Für mich persönlich als Verleger all der Bücher von Swamiji und Panditji im Agni Verlag ist diese Reflexion zum selbstlosen Dienen aus Sicht der Himalaya-Tradition eine Erinnerung daran, weshalb ich diese Mission 2018 gestartet habe: Es ging darum, das positive, transformierende Geschenk der Weisheit der Himalaya-Tradition an euch alle weiterfließen zu lassen – auf dass es bei euch genauso positiv, inspirierend und transformierend ankommt, wie es bei mir ankam.

Jahre später ist die Mission immer noch dieselbe, aber ich spüre, wie die Herausforderungen der Zeit an dieser Verlagsmission meines »Ein-Mann-Unternehmens« nagen: Die zurückgehenden Verkaufszahlen durch steigende Lebenshaltungskosten und die allgemeine Verunsicherung, die eng aufeinanderfolgenden Wellen von neuen Gesetzen, die es kleinen Unternehmen wie dem Agni Verlag extrem schwer machen, überhaupt weiter zu bestehen. Doch das Stirnrunzeln in meinem Gesicht und die Schwere im Herzen verschwinden, wenn ich mir all diese Punkte zum selbstlosen Dienen bewusst mache, die uns Swamiji und Panditji letztlich genau durch dasselbe geschenkt haben: ihr unermüdliches selbstloses Dienen am Fluss dieser Weisheit selbst – der ein Dienen an der ganzen Menschheit ist.

Wo und wie hilft dir diese Weisheit in deinen Herausforderungen? Wo und wie kannst du hier und jetzt dienen? Wo und wie kannst du vielleicht deine Handlungen »mit Liebe ölen« und damit in einen selbstlosen Dienst umwandeln?

Lass dich von diesen Fragen inspirieren! Wir alle können etwas dafür tun, dass die Welt nicht nur schwarz-weiß ist.

Herzlichst

Dein Michael

 

Bilder: KI-generiert

Die zum Text zugehörigen Zitatstellen in den angegebenen, verlinkten Büchern wurden mit Hilfe von KI ermittelt.

Lesedauer 2 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Ruhm oder Integrität: was ist wichtiger?
Geld oder Glück: was ist wertvoller?
Erfolg oder Misserfolg: was ist zerstörerischer?

Wenn Du Deine Erfüllung bei anderen suchst, dann wirst Du nie erfüllt sein.
Wenn Dein Glück vom Geld abhängig ist, dann wirst Du mit Dir selbst nie glücklich sein.

Sei zufrieden mit dem was Du hast,
Erfreue Dich an den Dingen wie sie sind,
Wenn Du erkennst, dass es an nichts fehlt,
Dann gehört Dir die ganze Welt.

TAO te CHING

Am 27. November um 21 Uhr lade ich euch zu einer stillen Stunde ein, in der wir uns auf Wesentliches im Leben besinnen können. Am 13. November 1996 verließ dass Bewusstsein einer großen Seele einen Körper und vereinigte sich mit den Bewusstseinskräften der Geistigen Welt. Bis dahin hatten wir mit 500 Millionen Dollar Spendengeldern eine Krankenhausstadt am Fuße der Himalayas erbaut für notleidende Menschen, die bis dahin keinerlei ärztliche Versorgung hatten. Heute ist dieses Projekt zu einer offiziellen Universität Indiens erklärt worden. Nach dem Tod dieser großen Seele erwarteten einige Menschen aus seiner Familie, persönliche Sparkonten zu finden, mit großen Mengen Geld, um sie beerben zu können. Auf allen Konten waren nur wenige Cent. Alles, was sie gesammelt hatte, hat sie den Menschen, denen sie diente und als deren Diener sie sich verstand, zur Verfügung gestellt. Sie starb in einem kleinen Raum auf einer Matratze auf dem Betonfußboden, in völliger Einfachheit und Schlichtheit. Das nenne ich einen wahren Erfolg im Leben. Die so genannten erfolgreichen Politiker und Führungskräfte, die eine Wirtschaftskrise und Kriege ungeahnten Ausmaßes mit ihrer Gier und ihrem Wachstumswahnsinn ohne Philosophie und Ethik ausgelöst haben, erscheinen arm und führen ein Leben, das man nur erfolglos nennen kann.

Wenn wir beginnen, täglich Nadi Shodanam zu üben, wenn wir die Baumbetrachtungsübung täglich wiederholen, nur für ein bis zwei Minuten, wenn wir täglich einmal still werden, um uns auf Wesentliches, das Leben, das Lebendige zu konzentrieren, dann beginnt sich unser Unterscheidungsvermögen zu schärfen, und wir lernen, Herzenskälte von Herzenswärme zu unterscheiden, wir lernen das Dienen vom Nehmen, die Gier vom Geben zu unterscheiden und die Egozentrizität von Demut und Bescheidenheit. Wir fangen an, den Menschen und das Volk zu unterscheiden von machtgierigen Machthabern, und wir beginnen uns ungewöhnlich zu verhalten und die Seelen der Menschen zu erfreuen.

In diesem Sinne lasst uns innehalten und darauf vertrauen, dass die Geistige Welt Dir in der Stille das zeigen wird, was für Deine Schicksalserfüllung von Bedeutung sein wird.

Ich wünsche euch eine friedliche stille Stunde

in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

P.S. – In dem Sinne der Definition von Yoga: Yoga bedeutet jedem Lebensaugenblick Würde zu verleihen, schicke ich euch unsere neuesten Newsletter über unser Mädchenschulprojekt in Odisha, den hier herunterladen könnt:

Manini Newsletter Herbst 2023 – Eröffnung der Schule

 

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Freunde,

am 1. August leuchtet der Vollmond am wolkenbedeckten Himmel und lädt uns ein, von 21 bis 22 Uhr still zu werden, durch die 7 Schritte zu gehen und dann vom Herzzentrum aus die Meditation des Zentrums des Bewusstseins zu beginnen. Ich werde diese Kontemplation von Swami Rama aussprechen und Du kannst sie Dir auf YouTube anhören, wenn Du möchtest.

Direkte Meditation auf das Zentrum des Bewusstseins

Sitze in deiner Meditationshaltung mit aufrechtem Kopf, Nacken und Oberkörper – lass deinen Körper ruhig, stabil und absolut still werden.

Wandere durch deinen Körper vom Kopf bis zu den Zehen und lass jede Muskelspannung los – lass jede Spannung los, die du finden kannst … lass jede Anspannung mit dem Atem abfließen … beobachte nun den Atem in Verbindung mit dem Heben und Senken des Zwerchfells … lass den  Atem ruhig, tief, langsam, sanft, gleichmäßig und ununterbrochen fließen …

Lass den Atem den ganzen Körper auf diese Weise durchströmen – vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen, und von den Zehen bis zum höchsten Punkt des Kopfes …

Nehme nun das Energiefeld des Körpers wahr – spüre die Lebendigkeit des Körpers – dieses Feld ist das Tor zur inneren Präsenz – dieses Feld ist das Tor zur inneren Gegenwart ! – Werde eins mit ihm, verschmelze mit dieser Lebendigkeit, der Energie dieser Lebendigkeit …

Wenn dein Guru Mantra erscheint, lass es da sein, lass es kontinuierlich im Hintergrund pulsieren, während du dich entspannst und lass es dich in die Stille führen, in die reine Stille …

eine Stille, die absolut still ist,
eine Stille, die reine, bewusste Präsenz ist
eine Präsenz, die nur als Das…. beschrieben werden kann
als ob der gesamte unendliche innere Raum pulsiert und lebendig ist –
sich des unendlichen Raumes bewusst werden….
als ob der Raum in einem Raum des reinen Bewusstseins ist – reine bewusste Präsenz….
als ob dieser Raum den gesamten Inhalt des Raumes enthält und doch unberührt bleibt von seiner Präsenz… der gesamte innere Raum ist reines Bewusstsein, reine bewusste Präsenz, enthält den Inhalt des Verstandes und des Egos, des kleinen Selbst – und bleibt doch unberührt von ihm…
ein Nichts, ein Raum, eine Leere des reinen Bewusstseins – und doch ein Nichts, das etwas ist…
Leere, die Fülle ist – eine Fülle von unbegrenztem Potential…

Wiederhole innerlich die einleitenden Worte der Isha Upanishad:

Fülle im Einen, Fülle in den Vielen,
aus der Fülle des Einen fließt die Fülle des Vielen,
von der Fülle wurde die Fülle genommen –
und doch bleibt die volle Fülle.

Entdecke die Macht und Gegenwart des ewigen Jetzt! Diese Gegenwart erscheint manchen Menschen als ein sanftes, strahlendes, weißes oder goldenes Licht … Und wenn der Geist still genug ist, kann man ein kontinuierliches Flüstern hören – das Flüstern eines Strahls reinen Wissens und reiner Gewissheit aus der Geistigen Welt, aus der Quelle allen Seins – das ist die Stimme des Inneren Lehrers, der inneren Lehrerin – die sanfte Liebkosung eines ununterbrochen fließenden Stroms der Glückseligkeit.

Das ist der innere Geliebte … Liebe flüstert … manche nehmen auch ein subtiles Hintergrundgeräusch im rechten Ohr wahr – manche werden von Klängen und manche von Licht begleitet … es kann sein, dass stille Gedanken, Bilder oder Gefühle weiterhin im inneren Raum des Geistes auftauchen – lass sie los und treibe weg wie Wolken am Himmel …

Die Präsenz, das Gewahrsein, die Leerheit wird zum Vordergrund, Gedanken werden zu einem entfernten Geräusch im Hintergrund, so dass sie das gegenwärtige Sein nicht mehr stören.

Sollte sich auch nur ein Hauch von Aufregung oder Ablenkung in diese stille Leere mischen, lass dein Guru Mantra erklingen – und kehre von dort aus in die Stille zurück.

Bewege dich innerlich hin und her zwischen dem Pulsieren deines Mantras und der Stille, bis die Präsenz der Stille stabil ist … erhebe dich in DAS, in absolute Stille, in absolutes Gewahrsein – ruhe in Frieden, in totalem Frieden, in Frieden jenseits von allem …

Stille – Gewahrsein – Präsenz – Frieden … reines Sein.

Nun werde Dir bewusst wie Du alles hervorbringst als Subjekt. Und erkenne nun dein Mantra als Objekt der Konzentration, das Du als Subjekt benutzt.

Bring es sanft und langsam zurück an die Oberfläche deines Geistes. Verbinde es mit dem Atem – Atem und Mantra fließen zusammen, wie aus einer gemeinsamen Tiefe, fließen zu den Nasenlöchern, ein und aus … Versuche, die Stille und das Mantra aufrechtzuerhalten …

Während Du nun die Hände zu Schalen formst und sanft Deine Augen damit bedeckst – bleib innerlich sanft und friedlich – öffne die  Augen in die Dunkelheit der Hände, ziehe die Hände langsam weg und beginne, den Körper zu bewegen und ihn in eine bequeme Haltung zu bringen.

Und so übe vom Objekt der Konzentration zu dem Subjekt, das sich auf das Mantra konzentriert und von dort in das reine wache Wahrnehmen des reinen Seins zu gelangen. Objekt und Subjekt lösen sich auf im reinen Sein.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

Lesedauer 9 Minuten

Von Swami Rama

Wir wollen einen Zustand des Glücks erreichen, der frei von allen Schmerzen und Leiden ist. Dennoch leben wir ständig mit Ängsten, Sorgen, Belastungen und Kämpfen. Warum? Weil wir nicht im Hier und Jetzt leben, weil wir nicht voll präsent und bewusst sind. Unsere inneren und äußeren Konflikte hindern uns daran, mit den Situationen, die vor uns liegen, umzugehen und in Harmonie mit den Menschen zu leben, die uns nahestehen. Diese Konflikte halten uns davon ab, die Aufgaben zu erfüllen, die wir uns selbst gestellt haben. Weiterlesen

Lesedauer 11 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Wenn wir uns die Welt um uns herum ansehen, erkennen wir, dass sie von unvorstellbarem Leid geprägt ist, und wir fragen uns, warum. Manche Menschen werden von Krankheiten, Hunger und Gewalt heimgesucht, während andere unversehrt durchs Leben gehen. Wir sehen Menschen, die in alle möglichen ungesunden, unethischen und schädlichen Aktivitäten verwickelt sind und denen es scheinbar gut geht, während andere, die ehrlich, fleißig und gutwillig sind, nur Misserfolg erleben. Auf der anderen Seite hören wir von Menschen, die geistig so weit entwickelt waren, dass sie andere heilen und ihr Leben verändern konnten, die aber selbst an schmerzhaften und tödlichen Krankheiten litten. Warum ist das so? Weiterlesen

Lesedauer 6 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Aghori Baba war ein tantrischer Meister mit einer umfassenden Kenntnis der Schriften. Er war außergewöhnlich intelligent ex­perimentierte als spiritueller Wissenschaftler beständig mit der Dynamik zwischen Materie und Energie, mit ihrer wechselseitigen Austauschbarkeit und damit, wie sie mit dem reinen Bewusstsein zusammenhängen. Die Schriften des Aghora-Wegs beschreiben, wie sich Materie und Energie in zahllosen Formen aus dem Bewusstsein heraus entwickelt haben, wie dieses ganze Universum vom Bewusstsein erschaffen wurde und wie das Bewusstsein Materie und Energie für sein göttliches Spiel als Bühne benützt. Wer diese Wahrheit kennt, ist gelehrt, und wer direkte Erfahrungen mit ihr gewonnen hat, der ist erleuchtet. Mir war immer Swamijis Zuneigung zu Aghori Baba aufgefallen und zu der Höhle, in der er lebte. Und selbst nachdem dieser Weise seinen Körper verlassen hatte, besuchte Swamiji noch oft seine Höhle. Dabei nahm er häufig auch einige ausgesuchte Studenten mit. Weiterlesen

Lesedauer 5 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Mein spiritueller Meister, Swami Rama, gab mir einmal eine Übung. Auf den ersten Blick klang sie sehr einfach. Tatsächlich war sie so einfach, schlicht und simpel, dass mein Geist sie kaum registrierte. Der Kern der Übung bestand darin, sich auf ein Mantra zu besinnen und dabei meinen Geist auf die Mitte zwischen den Augenbrauen zu konzentrieren. Die Übung sollte in Savasana, der Totenhaltung, durchgeführt werden – auf dem Rücken liegend. Nachdem Swamiji erklärt hatte, wie man die Nebenübungen um die Hauptübung herum anordnet, sagte er: „Achte darauf, dass du dir während dieser Übung die Ohren verstopfst. Achte auch darauf, dass du diese Praxis nicht länger als dreißig Minuten durchführst. Wenn du mitten in der Übung einschläfst, fang nicht wieder an, sondern warte bis zum nächsten Tag.“ Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Swami Rama

Ich war müde und erschöpft und schlief in meinem Sessel ein. Mein Schlaf dauerte bis Mitternacht, als mein Traum mich aufweckte und ich mich verwandelt und in ein anderes Reich transportiert fand. Manchmal berühre ich den Zustand der Ekstase, und während dieser Zeit schwebe ich mühelos und gehe mit dem tiefsten Gefühl von Glück und Freude ins Leere. Ich habe alle Wunder der Welt gesehen, doch diese Erfahrung war so seltsam wundervoll, dass sie sich meiner Beschreibung entzieht.

Diese Erfahrung brachte mich zu der Erkenntnis, dass Träume etwas Einzigartiges offenbaren können, das im Wach­zustand nicht bekannt sein kann. In Sanskrit wird ein solcher Zustand »unmani« genannt. Es gibt keine Entsprechung dieses Wortes im Deutschen, deshalb nenne ich es einen Traum. Es ist ein Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen. Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 12. August erstrahlt der Vollmond und läutet so langsam die Herbstzeit ein. Die Jahre gehen schnell vorüber, jedoch ist die Zeit etwas sehr Relatives. Sie ist sehr bedeutsam in der Welt der Realität, des Werdens. In der Welt des reinen Seins jedoch verliert sie an Bedeutung. Zu dieser Welt des Seins lasst uns gemeinsam, jede an ihrem Platz, Kontakt aufnehmen. Lasst uns still werden und den Augenblick in seiner Schönheit, seiner Erhabenheit genießen.

Ich möchte mit euch eine Erfahrung teilen, die ich mit Swami Rama hier in meinem Haus  erlebt habe und seine Unterrichtung danach. Es gibt viel Kritik an Swami Rama, aber seine Unterrichtung war einmalig, einfach und wesentlich. Immer wieder wies er darauf hin, dass wir zwischen der Welt der Form, seiner individuellen Person, unterscheiden lernen müssen und dem, was die Meister des Himalayas lehren, was zeitlos und inspirierend ist. Weiterlesen

Lesedauer 10 Minuten

Von Pandit Rajmani Tigunait

Das traditionelle Meditationssystem legt den Schwerpunkt auf jene technikgetriebenen Komponenten und Praktiken, die es uns ermöglichen, jene geistigen Tendenzen zu erkennen und zu überwinden, welche unsere Suche behindern. Wenn diese zweifache Dimension der Meditation in einer gut struk­turierten, zeitlich begrenzten Weise in die Praxis umgesetzt wird, ist diese technisch als Purashcharana bekannt. Aufgrund ihres besonderen Aufbaus zwingt uns eine solche gut strukturierte, zeitlich begrenzte Meditation dazu, unsere Grenzen zu überschreiten und einen Schritt (charana) vorwärtszugehen (purash) und sich weiter vorwärts zu bewegen, bis die Praxis abgeschlossen ist.

Oftmals praktizieren wir unsere tägliche Meditation routine­mäßig. Wir setzen uns hin, machen einige vorbereitende Übungen und beginnen zu meditieren. Während unserer Meditation er­scheinen und verschwinden ständig zufällige Gedanken. Solange diese zufälligen Gedanken den Fluss der Meditation nicht vollständig blockieren, sagen wir uns, dass wir meditieren. Da die Zeit, die wir für die Meditation einplanen, recht kurz und mit vorbereitenden und begleitenden Übungen gefüllt ist, erreichen wir keinen Ort, an dem unsere Meditation von den verborgenen Inhalten des Geistes gekapert wird. Das erfüllt uns mit der Pseudozufriedenheit, unsere tägliche 30-minütige Meditation zu vollenden. Aber diese Art der täglichen Meditation zeigt uns nicht die wahre Natur unseres Geistes und seine verborgenen Inhalte. Sie hat eine beruhigende Wirkung auf unseren Körper und unser Nervensystem, trägt aber wenig zu unserer Selbstverwirklichung bei. Nur wenn wir uns auf eine gut strukturierte, zeitgebundene Praxis mit integrierten kontemplativen Werkzeugen festlegen, erhalten wir die Chance, die verborgenen Inhalte unseres Geistes zu sehen, uns ihnen zu stellen und sie zu überwinden. Dadurch kann die Meditation optimale Früchte tragen. Weiterlesen

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