Was heißt es eigentlich, „für die Gnade offen zu sein“? – Und was bedeutet es für „Heilpraktiken“?
Einer der großen Aha-Momente des Inspirations- und Meditationsabends Ende Juni 2026 war, dass es garnicht nötig ist, mit dem Maha Mritjunya Mantra „etwas zu tun“ – etwa im Sinne von es laut zu tönen – wenn man damit eine Praxis machen möchte, um „Heilenergie zu jemandem zu schicken“.
Vielmehr haben wir festgestellt, dass es nach dem Verständnis der Tradition eher so ist, dass die Heilenergie „durch einen Heiler durchfließt“, solange er sein Ego, sprich seine Selbstidentifikation als „Heilender“ aus dem Ganzen heraus hält. Siehe dazu Kapitel XI (S. 309) in Swami Ramas „Mein Leben mit den Meistern des Himalayas“ und seine Reflexionen zur ersten Episode in diesem Kapitel (insbesondere ab dem unteren Dritel von S. 311).
Das heißt im Klartext, dass solche Heilpraktiken mit dem MMM Momente sind, in denen die Gnade des Universums, des Göttlichen, der geistigen Welt, des Urpsrungs aller Dinge, der Göttlichen Mutter – oder wie du es auch immer nennen möchtest – in Form einer zielgerichteteen Lebenskraft durch den Praktizierenden hindurch fließt.
Heißt das, dass wir einfach „nichts tun müssen“, um die Gnade des Göttlichen im Leben zu erfahren? – Im Prinzip ja, denn diese konstruktiven Energien, die in unserem Leben wirken können und wollen – die ja die eigentliche Gnade darstellen – sind immer für uns da!
Doch hier kommt das „Im Prinzip“ der Antwort ins Spiel, denn das „nichtstun“ ist eine gemeine Falle – solange der Geist nicht entsprechend geschult ist, die Gnade wahrzunehmen. Genau das ist der Grund, weshalb uns die Tradition anhält „fortwährend über lange Zeit und mit tiefer Hingabe“ zu praktizieren. Und es ist auch der Grund, weshalb das oben abgebildete und in unserer Tradition so überaus geschätzt Anahata Yantra so aussieht, wie es aussieht.
Die beiden Dreiecke – das nach oben und das nach unten weisende – stellen genau diese beiden Aspekte dar: Die ewige Gnade, die ohne Unterlass von der Göttlichen Mutter, der geistigen Welt, zu uns fließt – das nach unten zeigenede Dreieck. Sowe unser bemühen darum, durch unsere Praxis den Geist in einen Zustand zu „locken“ – das Dreicek nach oben – in dem er offen ist, den ewigen Fluß der Gnade wahrzunehmen.
Und wo treffen sich diese beiden Kräfte, die auch „die Gnade des Selbst“ (des universellen Bewusstseins) und „die Gnade des selbst“ (des sich identifizierenden, begrenzten persönlichen Bewusstseins) genannt werden? – Sie treffen sich im Bindu des Herzens, dem Punkt im Zentrum des Anahata Chakras …
Wir üben und praktizieren also nicht, um „ein Ziel zu erreichen“, sondern, um auf dem Weg einen Punkt klarer Aussicht oder vielmehr Einsicht zu erhalten, an dem wir wahrlich erkennen und erfahren, was uns da permanent auf dem Weg entgegenströmt: Die Gnade des Ewigen – und sei es in einem Lächeln oder der Explosion von Schönheit in einer bunten Blumenblüte…
In diesem Sinne: Lächle für andere und stell dich damit in den Dienst der Herrin des Lebens, des universellen Göttlichen, ohne dich als „Macherin“ oder „Macher“ des Lächelns zu identifizieren! Vielleicht verstehen manche, welche universelle Gnade ihnen dadurch geschenkt wird!
Herzlichst,
Euer
Michael




