Von Michael Nickel
Immer wieder wandle ich gerne in und um Assisi und La Verna auf den Spuren des Heiligen Franz von Assisi. Schon lange fasziniert mich, was dieser spirituelle Meister uns Menschen an Inspiration hinterlassen hat und ich fühlte mich dazu hingezogen, sein Leben etwas zu erkunden, indem ich in die Landschaft und den Raum eintauchte, in der Franziskus einst gelebt hat und die seit Hunderten von Jahren ein Ziel von Pilgern und Suchenden darstellt.
Diese Reises haben mich sehr berührt, weil sie schlussendlich immer Reisen zu mir selbst werden, mit sehr vielen Aspekten der Selbstreflexion. Pilgerfahrten im besten Sinne, die nichts mit Religion und Doktrinen zu tun haben, sondern dem eigenen spirituellen Wachstum dienen. Besonders beeindruckt haben mich dabei die „kleinen“ und auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbaren Orte seines Wirkens, insbesondere die Felsnischen von La Verna in der Toskana und die kleinen Kapellen Porzinucola, San Masseo und San Damiano, sowie das Felsenkloster Eremo delle Carceri. Diese Orte sind wahre Kraftorte für mich, die mich teilweise unmittelbar mit dem Schließen der Augen in eine tiefen, friedlichen und freudvollen meditativen Zustand transportieren – Vishoka par excellence! Diese Art von Erfahrung kenne ich von manchen Höhlenschreinen im Himalaya. Und so schließen sich für mich energetisch die Kreise.
Zwei Dinge haben mich an einigen der Wirkorten des Franziskus besonders fasziniert: Zum Einen die Intensität der Erfahrung einer spirituellen Präsenz – etwas, das in der Yoga-Philosphie als Kshetra (Feld) bezeichnet wird. Man könnte sagen, dass es die Summe all dessen darstellt, was Menschen über die Zeit in diesem Raum an Energie hinterlassen haben – begonnen bei Franziskus, der Heiligen Klara, über ihre vielen Schwestern und Brüdern im Orden, bis hin zu all den Generationen von spirituellen Suchenden bis zum heutigen Tag. Weiterlesen
