Yoga Sutra

Beiträge

Lesedauer 3 Minuten

Von Michael Nickel

Die dunkelsten Wochen des Jahres liegen vor uns. Wie reagierst Du darauf? Ertappst Du Dich auch immer wieder dabei, Dich zu beklagen, dass es so früh dunkel wird?

Was bedeutet das eigentlich, wenn wir uns über die langen Nächte beklagen? Dass uns das äußere Licht fehlt, welches uns die Sonne unermüdlich spendet. Eigentlich ein schöner Gedanke, denn er trägt – wenn auch etwas versteckt – unsere Dankbarkeit für das äußere Licht in der Natur in sich.

Doch wir alle tragen auch ein Inneres Licht in uns. Das Licht des reinen Bewusstsein – Om jyotir aham! – darüber spricht Yoga Sutra 1.36: viśokā vā jyotiṣmatī: In uns existiert ein Zustand jenseits des Leides, der voller Licht und Wonne ist. Dieses Licht ist unser innerster Wesenskern und Dreh und Angelpunkt vieler traditioneller Praktiken von Yoga und Meditation. Weiterlesen

Lesedauer 2 Minuten

Von Michael Nickel

Das Thema friedlicher Geist steht hoch im Kurs im Yoga. Wir gehen diesmal rund 130 Jahre zurück zu einem der „Gründerväter“ der Yoga-Bewegung im Westen, der eine Meditationstechnik lehrte, welche auf dem Yoga Sutra basiert.

Nicht einmal der tiefste Schlaf wird dir eine solche Ruhe geben, wie die Meditation es vermag. Der Verstand läuft auch im tiefsten Schlaf immer weiter. Nur in diesen wenigen Augenblicken der Meditation kommt dein Gehirn fast zum Stillstand. … Du vergisst den Körper. … Du spürst eine solche Freude daran. Du wirst so leicht. Diese vollkommene Ruhe erlangen wir in der Meditation.

Swami Vivekananda
(1863 – 1902)

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Von Michael Nickel

Wie wichtig ist es Dir, einen friedlichen Geist in dieser Zeit voller Herausforderungen zur Verfügung zu haben? – Die Yoga-Weisheit betont ein spezielles Element sehr stark, dass man auch oft im Buddhismus betont findet: Die Freundlichkeit, Freundschaftlichkeit oder Güte. Der Dalai Lama ist vielleicht eine der wenigen bekannten lebenden vollendeten Verkörperungen dieses Prinzips. Doch man findet einige Menschen in der Geschichte, die danach gelebt haben:

Mentale Klarheit entsteht, indem man eine Geisteshaltung der Freundlichkeit, des Mitgefühls, der Lebensfreude, und des Nicht-Urteilens gegenüber denen einnimmt, die glücklich, unglücklich, rechtschaffen oder nicht rechtschaffen sind.

Patanjali
Yoga Sutra 1.33
aus dem von mir übersetzten und im Agni Verlag herausgegebenen Kommentar
meines Yoga-Philosophie-Lehrers Pandit Rajmani Tigunait (Panditji)

Es geht hier nicht um „Gleichgültigkeit“, sondern um eine positive Grundhaltung, die unseren eigenen Geist vor dem Gift der Negativität schützt. Weiterlesen

Lesedauer 5 Minuten

Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Institute.

Einleitung und Interviewfragen von Michael Nickel

Pandit Rajmani Tigunait sitzt in einem bequemen Sessel im Haupthaus auf dem idyllischen Anwesen des Himalayan Institute in der Nähe von Khajuraho, Indien und lächelt mich erwartungsvoll und herzlich an. Manche würden das Anwesen Aschram nennen, das Himalayan Institute nennt es Campus. Und entsprechend ist die Atmosphäre unter der kleinen Gruppe von Gästen und Mitgliedern des Institutes: Selbststudium und Meditationspraxis stehen im Vordergrund. Alles hier scheint die praktische Philosophie meines Interviewpartners, den seine Schüler liebevoll Panditji nennen, widerzuspiegeln. Weiterlesen

Lesedauer 5 Minuten

Fortsetzung: Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Institute.

Interviewfragen von Michael Nickel

Im vorigen Teil des Interviews erklärt uns Panditji einige Aspekte zur Essenz des Yoga Sutra. Oder springe zum ersten Teil des Interviews.

 

Welche Rolle haben die Yoga Sutras in den Lehren Ihrer Meister für Sie gespielt, um letztendlich dahin zu kommen, wo Sie nun stehen. Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Fortsetzung: Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Institute.

Interviewfragen von Michael Nickel

Im vorigen Teil des Interviews erzählt uns Panditji, wie er durch seine Familie und Lehrer eine sehr persönliche Beziehung zum Yoga Sutra aufgebaut hat. Oder springe zum esrten Teil des Interviews. 

 

Die Yoga Sutras sprechen ausführlich über, „Erleuchtung“, Samadhi. Könnten Sie uns dieses Konzept erklären? Was ist Samadhi? Weiterlesen

Lesedauer 6 Minuten

Fortsetzung: Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Institute.

Interviewfragen von Michael Nickel

Im vorigen Teil des Interviews mit Panditji geht es um das Konzept von Samadhi und um die Wichtigkeit der Yamas und Nyamas. Oder springe zum ersten Teil des Interviews. 

 

Lassen Sie uns einen Blick auf Vyasas Kommentar werfen, der Ihrem Kommentar zu Grunde liegt. Dieser Kommentar ist ja sehr alt. Was ist so besonders an Vyasas Sicht auf die Yoga Sutras? Weiterlesen

Lesedauer 3 Minuten

Fortsetzung: Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Institute

Interviewfragen von Michael Nickel

Abgesehen vom Yoga Sutra-Projekt, dass noch einige Zeit laufen wird, unterhält das Himalayan Institute viele hochkarätige Projekte in aller Welt. Beispielsweise haben Sie vor kurzem den Campus in Khajuraho (Indien) aufgebaut, wo regelmäßig vertiefende Praxis-Retreats stattfinden. Wie spielen all diese Projekte zusammen? Was ist die übergreifende Mission vom Himalayan Institut und von Ihnen? Weiterlesen

Lesedauer 4 Minuten

Antworten von Pandit Rajmani Tigunait

Frage: Warum ist Einsamkeit so schmerzhaft? Und was können wir tun, um unser Gefühl der Einsamkeit zu überwinden?

Pandit Rajmani Tigunait: Wir sind nie wirklich allein, und doch erleben wir Einsamkeit. Mit der Essenz des Lebens zu sein ist unsere wesentliche Natur. Es ist für uns alle angeboren, mit dem göttlichen Wesen – unserem inneren Wesen – zu jeder Zeit zusammen zu sein. Aber irgendwo auf der Strecke haben wir dieses Gefühl der Einheit verloren. Das hat zur Folge, dass wir unter einem Gefühl der Trennung leiden. Deshalb erleben wir Einsamkeit. Wir wissen auf irgendeiner Ebene, dass wir uns von der Essenz des Lebens entfernt haben. Diese Erkenntnis, dass eine Mauer zwischen mich und die Essenz des Lebens gekommen ist, die untrennbar mit mir verbunden ist, bedeutet, dass die Dualität in meinem Atman eingedrungen ist. Das schmerzt sehr. Jetzt wissen wir nicht, wie wir die Essenz wieder umarmen und ewig bei ihr bleiben sollen. So versuchen wir, dieses Gefühl der Einsamkeit zu bewältigen, indem wir uns an unsere Mutter, Vater, Ehepartner, Kinder, Geld, Reichtum, Namen und Ruhm binden. Wir versuchen, ein Glücksgefühl zu finden, indem wir etwas oder jemanden haben. All dies sind Symptome unserer Einsamkeit, die durch unsere Trennung vom göttlichen Wesen verursacht wird. Weiterlesen

Lesedauer 2 Minuten

Von Michael Nickel

Kennst Du das: Du hast für ein Thema Feuer gefangen und möchtest gerne „fortschreiten“, tiefer und tiefer gehen? Genau das scheint ein wichtiger Teil der menschlichen Natur zu sein. In unserem Yoga drückt sich das ebenso aus, wie in jedem anderen Lebensbereich. All zu schnell geraten wir dabei in die „Komplexitätsfalle“ – die Ansicht, dass komplizierter und spektakulärer besser ist. Warum lassen wir uns im medial geprägten 21sten Jahrhundert im Yoga so sehr von einer Yoga-, Yogi-, Yogini-Bilderflut auf Instagram, Facebook und Co beeindrucken? Bilder, die Menschen in den verdrehtesten Körperhaltungen zeigen und die aus yogischer Perspektive ziemlich sinnlos mit platten Aushängeschildern wie „fortgeschrittene, spektakuläre Praxis“ oder „Yoga-Legende“ kommentiert sind? Weiterlesen

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