Sobald wir lernen, die Musik der Natur zu hören
und deren Schönheit zu schätzen,
bewegt sich unsere Seele im Einklang
mit der gesamten Umgebung.

Alle einzelnen Momente und Geräusche
werden darauf ihren entsprechenden Platz finden
in der menschlichen Gesellschaft.

Der Geist des Menschen gehört trainiert,
die Natur liebevoll zu ehren,
bevor er auf den eigenen Lauf des Lebens sieht.

Dann schimmert eine Offenbarung hindurch,
in jeder Dämmerung.

Die Schmerzen und Miseren des Daseins verschwinden,
zusammen mit der Dunkelheit und dem Nebel,
sobald die Sonne aufgeht.

Die Begrenzt­heit des Seins
findet ihren Weg zum Bewusstsein
von Unsterblichkeit.

 

Swami Rama

aus: Mein Leben mit den Meistern des Himalayas (Kapitel 1, S. 30, ISBN 978-3-96457-108-3)

Übersetzung: Michael Nickel

Foto: © Didin Emelu / Unsplash CC0

Swami Rama im Agni Verlag

Swami Rama

Swami Rama

Swami Rama (1925-1996) ist einer der großen Weisen, Lehrer, Autoren und Humanisten des 20. Jahrhunderts, sowie der Gründer des Himalayan Institutes (USA) und des Himalayan Institute Hospital Trusts (Indien). Geboren in Nordindien, wurde er von frühester Kindheit an von Bengali Baba, einem Meister aus dem Himalaya, aufgezogen. Unter der Leitung seines Meisters reiste er von Kloster zu Kloster und studierte bei einer Vielzahl von Heiligen und Weisen im Himalaya, einschließlich seines Großmeisters, der in einer abgelegenen Region Tibets lebte. Zusätzlich zu diesem intensiven spirituellen Training erhielt Swami Rama eine höhere Ausbildung in Indien und Europa. Von 1949 bis 1952 hatte er die angesehene Position des Shankaracharya von Karvirpitham in Südindien inne. Danach kehrte er zu seinem Meister zurück, um sich in seinem Höhlenkloster weiterzubilden, und schließlich kam er 1969 in die Vereinigten Staaten, wo er das Himalayan Institute gründete. Sein bekanntestes Werk, Mein Leben mit den Meistern des Himalayas, enthüllt die vielen Facetten dieses einzigartigen Adepten und zeigt seine Verkörperung der lebendigen Tradition des Ostens.