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Wenn ich das, was ich aus den Lehren des tantrischen Yoga gelernt habe, destilliere, sehe ich drei Hauptthemen. Das erste ist die Furchtlosigkeit. Swami Rama sprach davon, dass wir an einen Punkt in unserem Leben kommen, an dem wir ohne Angst leben. Und zu diesem Zweck denke ich, dass die tantrische Tradition eine reiche, reiche Ressource bietet. Weiterlesen

Frage: Wenn Meditation erfordert, dass wir nichts denken, warum müssen wir uns dann an unser Mantra erinnern?

Pandit Rajmani Tigunait: Es gibt einen Grund, warum man sich an sein Mantra erinnern muss. Wir benutzen Mantra als Vehikel, um diesen Zustand des Nicht-Denkens zu erreichen. Solange man einen Verstand hat, muss man darüber nachdenken. Das ist eine grundlegende, fundamentale Definition von Geist – in der Tat ist die Natur des Geistes Spanda (Pulsieren) mit vollem Bewusstsein, dass er sich bewegt. Wenn es eine energetische Bewegung ist, dann in Form von Prana. Wenn es Bewegung im Sinne von Gedanken ist, dann wird es Geist genannt. Prana als Vehikel zum Verständnis der Bewegung von Gedanken wird Geist genannt, und das Vehikel zur Wahrnehmung von Bewegung in Form seiner energetischen Dimension wird auch Geist genannt. Geist ist Prana, Prana ist Geist – beide sind genau dasselbe. Wenn der Geist aktiv ist, ist Prana aktiv. Wenn der eine gestört ist, ist der andere gestört. Wenn der eine ruhig und gelassen ist, ist der andere ruhig und gelassen. Dies ist ein unvermeidliches Naturgesetz. Weiterlesen

Der Atem ist ein Vehikel zur Vertiefung der Konzentration und zur Entdeckung stiller Quellen der Freude. Zwei Techniken, die weitreichende Auswirkungen haben können, sind Nadi Shodhana und Sushumna-Atmung. In diesen Übungen werden die beiden großen Energieformen im Körper-Geist koordiniert und die Aufmerksamkeit wird auf den zentralen Strom des Atems gelenkt. Durch die Aufrechterhaltung des Bewusstseins auf diesem zentralen Strom beginnt ein Prozess der Transformation, der zu einem beständigen und ruhigen Geist führt. In diesem Beitrag werden wir uns auf die Sushumna-Atmung konzentrieren. Weiterlesen

Unzweifelhaft hält Ganesha zwei Rekorde im Götter-Pantheon: Erstens steht das kleine berüsselte Pummelchen auf der Beliebtheitsskala indischer Gottheiten weltweit ganz oben, nicht zuletzt in Yoga-Kreisen. Zweitens nennt keine Gottheit so viele Symbole ihr Eigen: Rüssel, Ratte, Rasselgürtel (Klapperschlange) – halber Stoßzahn, Stachelstock – Modaka-Töpfchen, dicker Bauch – Lotus, Mala, Krone – die Liste ließe sich noch lang fortsetzen. Du fragst sich sicher, weshalb ich nun ausgerechnet im Titel den Bezug zu unserer Pumpe wähle, die „Herzenssache“, wo unser Herz doch keines der offensichtlichen Symbole Ganeshas ist? Müsste es nicht besser „Rüsselsache“ heißen? – Wie so oft ist es eine Frage der Perspektive. In diesem Fall bringt uns die Entstehungsgeschichte Ganeshas unserer Erleuchtung einen Schritt näher: Weiterlesen

Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Instituts.

Pandit Rajmani Tigunait sitzt in einem bequemen Sessel im Haupthaus auf dem idyllischen Anwesen des Himalayan Institutes (HI) in der Nähe von Khajuraho, Indien und lächelt mich erwartungsvoll und herzlich an. Manche würden das Anwesen Aschram nennen, das HI nennt es Campus. Und entsprechend ist die Atmosphäre unter der kleinen Gruppe von Gästen und Mitgliedern des Institutes: Selbststudium und Meditationspraxis stehen im Vordergrund. Alles hier scheint die praktische Philosophie meines Interviewpartners, den seine Schüler liebevoll Panditji nennen, widerzuspiegeln.

Pandit Rajmani Tigunait ist der spirituelle Kopf des Himalayan Institutes, das seinen Sitz in Honesdale, Pennsylvania in USA hat. Gegründet von Swami Rama, pflegt es seit Jahrzehnten das Wissen aus der Tradition der Himalayan Masters und lehrt es im Westen, insbesondere in USA und Großbritannien. Seit dem Ableben Swami Ramas 1996 steht Pandit Rajmani Tigunait dem Institut vor. Aufgewachsen in einer Schriftgelehrten-Familie, wurde er früh als Pandit (Schriftgelehrten-Priester) ausgebildet, verzichtete jedoch wenige Zeit später weitgehend auf die Ausübung priesterlicher Zeremonien und wechselte an die Universität von Allahabad, wo ein Sanskrit-Studium folgte, das er mit zwei Doktorgraden in Indien und USA abschloss. Diese akademisch-wissenschaftliche Ausrichtung war von Kindheit an durch intensive spirituelle Praktiken ausgeglichen. Als junger Mann hatte er die Gelegenheit, bei mehreren großen tantrischen Meistern zu lernen, bevor er in Swami Rama den Lehrer fand, der ihn dann auch mit in den Westen nahm. Heute ist Pandit Tigunait international höchst vernetzt, sowohl in Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Dennoch hält er sich seit Jahrzehnten an die Auflage seines Meisters, sich nicht in Politik, Religion und sektiererischen Aktivitäten einzulassen. Das Himalayan Institut floriert unter seiner Führung, in seinen zahlreichen Büchern und beliebten Kursangeboten vermittelt Pandit Tigunait praktische und tiefgreifende Aspekte der Yoga-Philosophie und Praktiken aus den tantrischen Yoga-Traditionen, insbesondere Sri Vidya. Seine jüngste Publikation, eine Neuübersetzung der Yoga Sutras von Patanjali und ein zugehöriger Kommentar, der 2014 erschienen ist, haben in USA und Indien große Aufmerksamkeit erregt und ihm weitere Anerkennung eingebracht. Im Interview gewährt er tiefe und teilweise persönliche Einblicke in seine praktische Sichtweise auf Philosophie, sowie die Mission des Himalayan Institutes.

 

Agni Magazin: Vielen Dank, dass Sie uns dieses Interview geben. Ich würde gerne direkt in unser Thema springen. Sie haben die Yoga Sutras neu übersetzt und kommentiert. Was ist aus Ihrer Sicht die Essenz der Yoga Sutras?

Pandit Rajmani Tigunait: Drei Aspekte stehen für mich Sutras im Zusammenhang mit der Essenz der Yoga. Erstens, meine Übersetzung und Kommentare stellen keine streng wissenschaftlich-philosophische Abhandlung dar. Obwohl ich mich natürlich im Rahmen der Samkhya-Philosophie und -Metaphysik bewege, ist das Buch im Wesentlichen für Praktizierende geschrieben.

Zweitens, mein Kommentar orientiert sich nahe an der Tradition von Sri Vidya. Sri Vidya ist eine Teiltradition innerhalb des Tantrismus und die Lehrer dieser Tradition waren immer Freidenker und sehr eklektisch. Sie zögerten niemals, die besten Prinzipen, Theorien, Doktrinen und Disziplinen der Praxis in ihr eigenes, persönliches Leben zu integrieren. Demnach entwickelte sich diese spezifische Philosophie als Philosophie der Integration. Dementsprechend habe ich in dieser Übersetzung und diesem Kommentar dieselbe Herangehensweise adoptiert. Der Hauptgrund dafür ist, dass die tantrische Tradition von Sri Vidya meine eigene Tradition ist. Sri Vidya umfasst die Lehren von Vedanta, also von Shankaracharia, ebenso wie Lehren aus dem Shaktismus. Die Herangehensweise, die ich gewählt habe, entspricht nach den Lehren der Meister dieser Tradition dem Kernkonzept, nämlich, dass das Leben sehr wertvoll und wunderschön ist. Die Tendenz, die wir hier und da in anderen Yogaschriften finden, dass das Leben eine Fessel ist, dass wir wegen unseres schlechten Karmas hier in dieser Welt gelandet sind, dass der Sinn des Lebens darin besteht, dem Samsara-Zyklus von Geburt und Tod so schnell wie möglich zu entkommen, ist keine sehr gute Einstellung. Die Wahrheit ist doch, jeder von uns ist daran interessiert, am Leben zu sein und ein gesundes Leben zu führen. Keiner ist daran interessiert, ein armer Tropf zu sein. Niemand ist daran interessiert schnell zu sterben. Also gibt es ein natürliches Interesse in uns, zu leben. In unserem Herzen wissen wir, dass es etwas sehr Profundes, überaus Wunderschönes, sehr Wertvolles in uns gibt, das wir erreichen müssen, und aus diesem Grund möchten wir, bis zu unserem letzten Atemzug, am Leben bleiben. Es scheint eine versteckte Hoffnung in unserem Geist zu geben, dass wir vielleicht in den nächsten Tagen, in den nächsten Stunden, in den nächsten paar Momenten verstehen werden, warum wir in diese Welt gekommen bin. Das ist eine klare Indikation dafür, dass dieses Leben sehr bedeutungsvoll ist. Den Sinn des Lebens zu finden, ist das Ziel von Yoga. Nichts von allen Werkzeugen im Yoga ist wichtiger, als unser Körper und unser Geist, um dieses Ziel zu erreichen. Unser Geist, unser Körper, unsere Sinne – das sind die effizientesten Werkzeuge, die die Natur uns gegeben hat. Dementsprechend nennen wir es Yoga, wenn wir uns um unseren Körper, unseren Geist, unsere Sinne kümmern und den Reichtum entdecken, der in unserem Geist und unserem Körper versteckt ist. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich den Kommentar geschrieben. Ich würde also sagen, das ist die Essenz des Kommentars.

Drittens, in meinem ersten erschienenen Kommentar „Secret of the Yoga Sutra – Samadhi Pada“, der Kapitel eins der Yoga Sutras behandelt, habe ich mir die Freiheit genommen, die Kern-Praktiken zu beschreiben. Diese finden sich besonders in Sutras 1.34 bis 1.36 – die Meditation auf den Lotus des Herzens – und beschreiben, wie wir durch diese Meditation unsere reine, strahlende Freude wiederentdecken können, die dort in uns wohnt. Ich habe in diesem Zusammenhang viel größeren Wert auf die Details gelegt, als jeder andere Kommentator zuvor. Die Intention war ja, diesen Kommentar für Praktizierende zu schreiben. Natürlich gibt es auch viele weitere Stellen im Buch, an denen ich wesentlich weiter in die Tiefe gehe als andere Kommentare. Zum Beispiel zu Sutras 1.23 bis 1.29, in denen von „Gott“ – Ishvara – die Rede ist. Was bedeutet „Gott“ im Yoga und wie setzen wir dieses Prinzip, diese Idee, diese Doktrin, dieses Konzept in unserem täglichen Leben um? Es geht also darum, Gott zu erfahren, anstelle lediglich an Gott zu glauben.

Das klingt sehr danach, als könnte der Leser das Buch dazu benutzen, ein freudvolles Leben zu finden.

Genau!

Welche Rolle haben die Yoga Sutras in den Lehren Ihrer Meister für Sie gespielt, um letztendlich dahin zu kommen, wo Sie nun stehen.

Ich war mir jederzeit einer Sache bewusst, die mein Meister immer wieder betont hat: Ein Mensch ist nicht nur Körper und ein Mensch ist nicht nur Geist, sondern der Mensch ist eher eine Verschmelzung von Körper und Geist – und noch mehr.

Das war Swami Rama?

Ja, Swami Rama. Und daher habe ich seine Lehren berücksichtigt und es so praktisch wie nur möglich gehalten. Was taugt Yoga-Philosophie, wenn sie eine reine intellektuelle Übung ist? Daher halte ich mich an eine integrative Herangehensweise, die Ernährung, Körperübungen, usw. kombiniert, um all das als Grundlage für Wachstum und Entdeckungen im Spirituellen zu nutzen.

In welchem Alter sind Sie zum ersten Mal in Kontakt mit den Yoga Sutras gekommen? Sie sind in einer traditionellen Pandit-Familie mit Sanskrit-Hintergrund herangewachsen und dementsprechend spielte Spiritualität von Beginn an eine große Rolle.

Tatsächlich war ich mir über die Existenz der Yoga Sutras bereits in meiner frühen Kindheit bewusst. Aber ich hatte kein großes Interesse daran, denn meine Familie war sehr ritualistisch geprägt. Das heißt, meine Mutter war ritualistisch geprägt. Mein Vater war ein sehr angesehener Schriftgelehrter, der im Privatleben ein Verehrer der Göttlichen Mutter Durga war, der ebenfalls seine Rituale pflegte. Daher war ich zunächst nicht besonders an den Yoga Sutras interessiert. Das erste Mal, dass ich mich wirklich dafür interessierte war 1973, im Alter von 20 Jahren, unter ganz einzigartigen Umständen, als ich durch eine sehr, sehr raue Periode meines Lebens ging. Die ganze Geschichte findet sich im Vorwort. Ich traf meinen ersten großen Lehrer, als ich durch die dunkelste Zeit meines Lebens ging. Das war Swami Sadananda. Er weihte mich in das Gayatri-Mantra ein und als diese Praxis keinen zufriedenstellenden Effekt bei mir zeigte, führte er mich in die Yoga Sutras ein – und seither studiere ich die Yoga Sutras. Eine Sache muss ich sagen: obwohl ich all die Zeit diesen wundervollen Text sowohl als Wissenschaftler wie auch als Praktizierender intensiv studiert habe und obwohl ich zu Füßen der großen Meister saß, bin ich mir heute völlig im Klaren darüber, dass ich der größte Glückspilz der Welt wäre, wenn ich mein Studium dieses Buches in diesem Leben wirklich beenden könnte und seinen wahren Inhalt und seine wahre Absicht vollständig verstehen würde. Die Sache ist doch die, je mehr man studiert und je mehr man praktisch erfährt, umso mehr realisiert man, dass immer noch so viel mehr darin zu finden ist (lacht). Es ist so ein erstaunliches Buch! Wirklich! Sehr transformierend.

Sie haben bereits darauf hingewiesen, dass einige Übersetzer der Ansicht sind, Yoga bedeute, etwas zu bezwingen. Besonders hinsichtlich Sutra 1.2 scheinen einige Kommentare die Ansicht zu vertreten, Yoga sei, den Geist dazu zu zwingen, nicht mehr zu denken. Was ist Ihr Verständnis dieses Sutras im Kontext?

Meinen Kommentar legt dar, dass man mit dieser ganze Idee, unseren Geist am Kragen zu packen und im zu sagen „Hör zu Geist, du tust jetzt, was ich Dir sage, sonst werde ich Dich bestrafen“, nicht erfolgreich sein wird. Das ist eine sehr unsinnige Herangehensweise. Das Wort, über das wir sprechen, ist nirodhah. Yoga Sutra 1.2 lautet Yogas Citta vrtti nirodhah. Also bedeutet es: Yoga ist, wenn die Tendenzen des Geistes herumzuschweifen nirodhah sind. Das Wort nirodhah ist übersetzt worden als Einhalt gebieten, kontrollieren, anhalten. Das ist eine ziemlich in die Irre führende und missverstandene Übersetzung. Das Wort nirodhah ist aus zwei Worten zusammengesetzt: das Präfix ni– und rodhah, was anbinden oder beschränken bedeutet. du beschränkst Deinen Geist, jedoch in einer sehr methodischen Art und Weise. Etwa so, als würdest du am Ende des Tages Deine Kühe in den Stall bringen. Sie in den Stall zu bringen ist keine Bestrafung für die Kühe! Du beschützt sie vor den Elementen, Hitze, Kälte, usw. Außerdem ist das die Zeit, wenn die Kühe in deinem Stall ausruhen. In ähnlicher Weise kommst du am Ende deines Tages zurück ins eigene Heim und du schließt deinen Raum, deine Türe ab. Wenn du die Türe abschließt und dich im Inneren des Raumes bist, bist du kein Gefangener! Du bestrafst dich nicht selbst. Stattdessen schließt du ab, um sicher zu stellen, dass niemand den Raum unbefugt betritt. Niemand stört dich, während du dich zuhause ausruhst. Genau das ist der Zweck, deine Türe abzuschließen. Dementsprechend schließt du deinen Geist in seinem zuhause ein, genau das nennt man nirodhah. Es besteht ein sehr positiver Grund dafür: dein Geist ist nach Hause gekommen, dein Geist ruht sich aus, dein Geist entspannt sich, dein Geist lädt seine Energie wieder auf. Das heißt, wenn deine Meditationszeit verstrichen ist, ist dein Geist aufgeladen, erfrischt. Du bist erfrischt. Du hast deine innere Vitalität zurückgefordert, wie auch deine Frische, deine innere Intuition und deine innere Leuchtkraft. Und du bist wieder eine gesündere, freudvollere und friedlichere Person. Also ist den Geist bezwingen keine besonders gute Übersetzung, sondern eher, dem Geist zu erlauben, dass er komfortabel zuhause ist. Damit einher geht, dass du eine Umwelt schaffst, in der dein Geist sich wohl fühlt, genauso, wie du dein eigenes Zuhause sauber hältst, du hast schöne Bilder oder Kunstwerke an der Wand, du stellst sicher, dass die Fenster geschlossen oder offen sind, je nach Bedarf um eine passende Belüftung zu haben. Ähnlich verhält es sich mit Meditation, die zum Ziel hat, die virtuose Beherrschung der Modifikationen deines Geistes zu erreichen. Das ist ein sehr methodischer Prozess und eben nicht nur, den Geist zu schnappen und festzuhalten und zu sagen „Geist, du bleibst hier besser sitzen!“ – nein, das ist es eben nicht!

Das hört sich wohl für all diejenigen besonders bedenkenswert und vielversprechend an, die bisher „Erleuchtung“ als Hauptziel von Meditation sahen.

Natürlich!

Die Yoga Sutras sprechen ausführlich über, „Erleuchtung“, Samadhi. Könnten Sie uns dieses Konzept erklären? Was ist Samadhi?

Samadhi ist ein absolut erholsamer Zustand des Geistes. Ein völlig reiner, stiller, stabiler mentaler Zustand, in dem der Geist ungestört und unbeeinflusst ist durch seine eigenen Samskaras und Vasanas – also seine subtilen Eindrücke, Tendenzen, Modifikationen und Gedanken-Konstrukten, die durch diese Samskaras erschaffen werden. Das also wird Samadhi genannt. Weil wir in diesem Zustand mental so rein, so vollständig ausgerichtet und still sind, dass das reine Bewusstsein, das in dir ist und das du bist, den reinen Geist reflektiert. Die Reinheit des Geistes und die Reinheit des Bewusstseins sind völlig gleich, die beiden spiegeln sich also gegenseitig. Dieser Zustand ist Samadhi.

Nun, das ist eine Definition vom Standpunkt aus, Samadhi als Bestimmungsort zu sehen. Allerdings gibt es auch einen Prozess, der dich zu diesem Zustand führt und dieser Prozess wird ebenfalls Samadhi genannt. Der Prozess durch den wir den Zustand von Samadhi erreichen nennen wir Niederes Samadhi. Wo wir durch diesen Prozess hin gelangen, diesen Zustand nennen wir Höheres Samadhi.

Die Yoga Sutras nennen Dharana und Dhyana, Konzentration und Meditation – die wir beide als Niederes Samadhi zusammenfassen – und eben das sogenannte Samadhi, der Zustand vollständiger spiritueller Absorption. Diese drei gemeinsam beziehen sich auf einen kontinuierlichen Prozess. Es ist ein Kontinuum, kein stufenförmiges, sprunghaftes Phänomen. Es ist also nicht von hier bis da Konzentration, von da bis dort Meditation und ab dort dann Samadhi, es ist ein kontinuierliches, übergangsloses Fortschreiten durch immer weiter verfeinerte Zustände. Wenn wir unsere Meditation beginnen, sehen wir uns mit den herumschweifenden Tendenzen unseres Geistes konfrontiert. Wenn wir weiter üben, bemerken wir, dass unser Geist ein klein wenig ruhiger geworden ist. Wir sind mental aufmerksamer, unser Geist beginnt seine eigene innere Leuchtkraft zu verstehen und seine eigenen versteckten Tendenzen. Unser Geist erlangt die Klarheit und Stärke, diesen herumschweifenden Tendenzen zu begegnen und sie zu bändigen. Wenn der Prozess fortschreitet, erreichen wir immer mehr Reife in unserer Praxis. Dann beginnt eine Zeit, in der unser Geist sehr ausgerichtet, fokussiert, viel reiner, sehr viel transparenter und sehr viel stabiler ist. Schlussendlich kommt eine Zeit, in der keine Gedanken-Konstrukte, keine Wahrnehmungen und keine Störungen und Ablenkungen mehr vorherrschen. Auch die subtilen Sorgen und Ursachen unserer herumschweifenden Tendenzen, wie zum Beispiel Angst, Ärger, Hass, Neid, Gier, Zweifel, usw., sind dann verringert. Dieser Zustand wird Samadhi genannt. Zusammengefasst heißt das, Samadhi ist ein Zustand und Niederes Samadhi ist ein Prozess. Was jede Praxis betrifft, beginnen wir immer mit dem Prozess und schlussendlich erreichen wir irgendwann den Zustand.

Im Yoga, wie er im Westen unterrichtet wird, werden aus den Yoga Sutras besonders die Yamas und Nyamas betont. Was ist Ihrer Ansicht nach das Wichtigste für Yogalehrer aus den Yoga Sutras?

Ich denke, heutzutage wird Yoga weltweit hauptsächlich als Asana verstanden. Wenn Asana nicht mit Pranayama und mit anderen Praktiken, wie Bandhas, Mudras, Meditation, usw., kombiniert wird, dann ist er definitiv unvollständig. Er ist dann nicht so effektiv, als wenn er von den übrigen Komponenten des Yoga begleitet wird.

Wenn es um die Botschaft des Yoga geht, werden die ersten beiden Ränge definitiv von den Yamas und Nyamas belegt. Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen, Nicht-Schwelgen, wie auch Nicht-Besitzergreifen, Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium und vertrauensvolle Hingabe an eine höhere Macht, diese zehn Komponenten der Yamas und Nyamas helfen uns, ein würdevolles menschliches Wesen zu werden. Durch sie kultivieren wir eine Sensibilität gegenüber unseren eigenen Gedanken und Gefühlen, wie auch gegenüber den Gedanken und Gefühlen von anderen. Wir werden also ein besserer Mensch. Und automatisch, durch das Praktizieren von Yamas und Nyamas, sind wir in der Lage, viele Ursachen unserer Ablenkung zu reduzieren. Durch diesen ‚yogischen Lebensstil‘ erschaffen wir ein Umfeld in dem wir nicht mehr länger eine Bedrohung für andere darstellen und andere nicht länger eine Bedrohung für uns sind. Wir beginnen einerseits, in Frieden und Harmonie zu leben. Andererseits, durch die Anwendung dieser zehn Yamas und Nyamas, erlangen wir eine innere Umwelt, die die Ökologie unseres Körpers und unseres Geistes sehr fein ausbalanciert. Daher verschwinden auf diese Weise viele Ursachen unserer Ablenkungen, unserer Störungen und unserer Benommenheit. Genau das benötigen wir, zum Beispiel, um ein gutes und gesundes Familien- und Sozialleben zu führen. Auch im politischen Leben und in jedem anderen Berufsleben ist es sehr wichtig, dass wir liebevollere, nettere, sanftere, einfachere und aufrichtigere Personen werden. Das ist es, was uns die Yamas und Nyamas lehren. Das heißt, Yamas und Nyamas sind essentielle Bestandteile unserer Yogapraxis.

Und die Verbindung mit Meditation – dem vorher angesprochenen Prozess von Samadhi – hilft uns, Yamas und Nyamas im Alltag umzusetzen?

Völlig richtig!

Lassen Sie uns einen Blick auf Vyasas Kommentar werfen, der Ihrem Kommentar zu Grunde liegt. Dieser Kommentar ist ja sehr alt. Was ist so besonders an Vyasas Sicht auf die Yoga Sutras?

Vyasas Kommentar ist in der Tat etwas Besonderes und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist es überhaupt der älteste Kommentar. Zweitens ist er der praktischste von allen. Es gibt viele andere Kommentare, beispielsweise von Vachaspati Mishra oder Vijnanabhikshu und vielen, vielen anderen Leuten. Was bei allen anderen Kommentaren auffällt ist, dass jeder eine eigene Haltung hat, eine Tendenz oder Einfärbung. Man kann klar sehen, wie einige Leute Patanjalis Yoga Sutras genutzt haben, um ihrer eigenen Agenda zu nutzen. Vyasa dagegen dient keiner Agenda. Sein Kommentar hat nur einen Zweck: auszuarbeiten, was Patanjali in den Yoga Sutras schreibt. Dazu ist Vyasas Kommentar sehr praxisorientiert.

Was jedoch auch bei Vyasa ein Problem darstellt ist die Sprache, die natürlich altertümlich ist. Obwohl Vyasas Kommentar sehr ausgefeilt ist, kommt hinzu, dass er für die moderne Zeit, für das 21. Jahrhundert, nicht ausgefeilt genug ist, um die Yoga Sutras aus heutiger Sicht völlig zu verstehen. Wahrscheinlich war der Kommentar zu Vyasas Zeit absolut in Ordnung. Die Leute seiner Zeit waren mit Sanskrit viel vertrauter und es gab methodische Studien solcher Schriften. Heute jedoch haben die Leute, die die Yoga Sutras studieren, nicht unbedingt Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei und so weiter methodisch vorbereitet, um dann bei Schritt sechs und sieben anzukommen, den die Yoga Sutras eigentlich darstellen. Die Leute heutzutage gehen direkt in die Yoga Sutras. Dazu kommt, dass sich in diesen tausend, tausendfünfhundert oder sogar zweitausend Jahren, seit Vyasa seinen Kommentar geschrieben hat, sehr viele Dinge verändert haben. Beispielsweise in unseren Sozialstrukturen, den sozialen und religiösen Werten. Daher gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem Kontext, in dem Vyasa schrieb, und dem heutigen Kontext, in dem wir den Kommentar studieren. Was ich versucht habe ist, dieselbe Botschaft zu transportieren, die Patanjali und Vyasa verbreitet haben. Jedoch habe ich dabei immer die moderne Zeit und den modernen Sucher im Hinterkopf gehabt.

Eine persönliche Frage: Haben Sie eine Lieblings-Sutra? Und wenn ja, wären Sie bereit, das mit uns zu teilen?

(Lacht herzhaft und zögert kurz) Weißt du, was mich wirklich sehr nahe zu meinem Selbst gebracht hat, war Sutra 1.36. Das passierte in meinem eigenen persönlichen Kontext. Ich ging durch eine sehr, sehr ausgeprägte Periode von Traurigkeit und Schmerz. (Pause) Da war Trauer – meine Sorgen und der Schmerz waren vollständig von tiefer Trauer begleitet, von Ärger, Angst, Unsicherheit und auch von einer Wahrnehmung der Machtlosigkeit. Sutra 1.36 wurde mir genau in dieser Zeit meines Lebens zuteil. (Pause) Die Praxis, die sich in Sutra 1.36 findet, half mir, meine persönlichen Probleme zu überwinden, also die Sorgen, Trauer, Angst, Zweifel, Verwirrung und diese subjektive Machtlosigkeit. (Lächelt mit feuchten Augen) Dementsprechend hoffe ich, dass man versteht, warum ausgerechnet Sutra 1.36 meine Lieblings-Sutra ist. Aber es gibt viele andere Sutras, die genauso wichtig sind, wie Sutra 1.36! trotzdem ist das mein Liebling. Es ist ähnlich wie bei einem Küken, das schlüpft: Wen oder was auch immer dieses kleine Küken zuerst wahrnimmt, erkennt es als Mutter. (Lächelt gerührt) Als ich also aus meiner schmerzhaften Umwelt herauskam und irgendwie meine Augen öffnete, da fand ich Yoga Sutra 1.36. Es ist wohl natürlich, dass ich eine spezielle Liebe für diese Sutra habe (lacht herzlich).

Danke für die Analogie und dass Sie das mit uns geteilt haben! Lassen Sie uns nochmal auf die veränderten Zeiten zurückkommen. Die Art und Weise wie die Yoga Sutras heutzutage unterrichtet werden, ist definitiv anders als in früheren Zeiten. Sie haben das erste von vier Büchern bereits publiziert und es läuft dazu ein sogenannter Yoga Sutra Master Course, sowohl live am Himalayan Institute in Honesdale, USA, als auch als e-course online. Würden Sie uns das etwas erläutern?

Wenn man ein Buch schreibt, muss man sehr bündig und präzise sein und manchmal ist man dabei in einer völlig eigenen Gedankenwelt. Wenn man andererseits im Vortragssaal unterrichtet, sind die Studenten anwesend und es geschehen Interaktionen. Außerdem herrscht ein ganz einzigartiges Milieu, wenn da mehr als einhundert Studenten sitzen. Einerseits besteht ein kollektives Bewusstsein der Studenten, das ein bestimmtes Umfeld für den Lehrer erzeugt. Zugleich ist jeder Student ein Individuum, daher ist das Unterrichten im Vortragssaal eine einzigartige Erfahrung. Ich spreche ja sowohl alle einhundert Leute als Individuen an, als auch ein kollektives Bewusstsein, was von diesen einhundert Anwesenden erzeugt wird. Gleichzeitig ist dieses kollektive Bewusstsein repräsentativ für das kollektive Bewusstsein aller Studenten in der ganzen Welt. Daher dachte ich mir, lass es mich sowohl als Person vor Ort unterrichten als auch online.

Was sind die Themen und auch die Intention hinter diesen Kursen?

Ich habe vier große Themen eröffnet: Erstens Meistere den Geist: Die Annahme ist folgende: Wenn du keinen klaren und ruhigen Geist hast, wenn du nicht die Dynamik deines Geistes verstehst und wenn du die tieferen Kräfte in dir nicht kennst, die dich zu einer bestimmten Denkweise bewegen, dann wird es für dich sehr schwierig sein, deine Yoga Sadhana, deine Yoga-Praxis zu vollenden. Darum geht es im ersten Seminar.

Zweitens Kehre das Karma-Rad um: So viel hat sich in unserem Geist abgelagert in Form subtiler Eindrücke. Alles, was wir machen, bleibt in unserem Geist in Form von Erinnerungen, subtilen Eindrücken. Wie uns das beeinflusst, das versuche ich im zweiten Seminar zu beschreiben.

Dann kommt in Seminar drei mehr zum Thema Sadhana, also zur Yoga-Praxis, mehr über Meditation. Seminar vier ist dann das Gesamtbild in der Praxis, inklusive Sutra 1.36. Der gesamte Kurs erzeugt also eine komplette Struktur für unser eigenes, persönliches Studium und unsere Streben nach Meditation und Samadhi. Was immer danach kommt, in Kapiteln zwei, drei und vier der Yoga Sutras, wird dann sehr einfach zu verstehen sein. Die Leute werden dann nicht mehr allzeit von einem Lehrer abhängen. Wenn man einmal die Grundlagen von Yoga verstanden hat, wir es viel einfacher, dessen subtilen Nuancen zu verstehen. Unter dieser Prämisse habe ich den Kurs aufgebaut.

Wird es zu den kommenden Yoga Sutra-Bänden ein ähnliches Setup von Wochenend- und Online-Kursen geben?

Ich denke schon. Ich denke, ich werde es ein klein wenig anders anbieten, etwas längere Seminare, beispielsweise für vier Tage anstatt für ein Wochenende. Die Leute haben doch Probleme, für ein Wochenende einzufliegen. Sie kommen Freitagabend und Sonntag ist es vorbei. Wenn sie also innerlich grade angekommen sind, ist es schon wieder Zeit zu gehen. Die Teilnehmer kommen ja gewöhnlich von weit her. Daher werden wir es zukünftig als einen Block oder vielleicht zwei Blöcke im Jahr anbieten, die dafür länger sein werden, beispielsweise von Mittwoch bis Sonntag. Und auch wenn ich es wieder persönlich vor Ort unterrichten werde, wird alles online verfügbar sein, so dass die Leute später noch einmal hineinsehen können, um es nochmals zu studieren und ihre Notizen zu machen. So wird es wohl in den zukünftigen Kursen laufen.

Abgesehen vom Yoga Sutra-Projekt, dass noch einige Zeit laufen wird, unterhält das Himalayan Institute viele hochkarätige Projekte in aller Welt. Beispielsweise haben Sie vor kurzem den Campus in Khajuraho, Indien, aufgebaut, wo von Herbst 2015 bis Frühjahr 2016 vertiefende Praxis-Retreats (Sadhana Immersions) stattfinden werden. Wie spielen all diese Projekte zusammen? Was ist die übergreifende Mission vom Himalayan Institut und von Ihnen?

Meine Mission, die Mission meines Meisters, die Mission des Himalayan Institut ist sehr einfach: Baue einen ‚Weisheits-Fond‘ auf und übergebe diesen Weisheits-Fond an die Menschheit in aller Welt. Das heißt, trage das beste Wissen aus den alten Zeiten zusammen und verbinde es mit dem besten Wissen der modernen Welt. Baue eine Brücke zwischen diesen beiden Welten und erschaffe ein Umfeld, in dem Menschen aus aller Welt von dem besten Wissen profitieren, das wir bisher zusammengestellt haben. Das hört sich ziemlich hochgestochen an und dennoch ist es sehr einfach. Es ist einfach in dem Sinne: Die Natur des menschlichen Lebens und all der Dinge, die wir da draußen getan und erreicht haben, von Politik zu Kommerz über Astrophysik und Kernphysik, bis hin zu Medizin oder Recht, laufen doch immer und ultimativ auf das folgende hinaus: wir versuchen durch all diese Fertigkeiten herauszufinden, wie wir ein glücklicherer und gesünderer Mensch sein können. Wie können wir einen guten und gesunden Körper bekommen sowie einen guten, gesunden, reinen, brillanten und lebhaften Geist? Genau diese beiden Dinge versuchen wir zu erreichen. ‚Weisheit‘ nennt man hierbei jedes Wissen, das uns hilft, unseren lebhaften Körper und Geist wiederzugewinnen und den Reichtum zu entdecken, der in diesem Leben vorhanden ist. Wenn wir diese Weisheit, vereinfach gesprochen, in einem großen Gefäß zusammentragen, dann ist die Aufgabe des Himalayan Instituts, dieses Gefäß zu beschützen, zu präsentieren und als Diener der Menschheit diese Weisheit zugänglich zu machen. Das ist die Haupt-Mission. Natürlich muss man sehr praktisch denken, wenn es in die Realität geht. Manches Wissen ist oberflächlich, fraglich, flach und kann daher nicht gerade Priorität für die Verbreitung besitzen. Anderes Wissen ist zu tiefgreifend, zu esoterisch, zu mystisch, so dass es auch nicht angebracht wäre, das im großen Stil zu verbreiten, weil es kaum jemand verstehen würde. Die zweite Stufe der Aufgabe des Institutes ist es daher, herauszufinden, wie man dieses Wissen heutzutage am besten für die Menschheit aufbereitet. In diesem Kontext ist zu verstehen, warum wir so viel Energie in die Yoga Sutras stecken, wobei wir zugleich bestimmte weitere Texte der tantrischen Literatur unterrichten – Saundarya Lahari, Netra Tantra seien hier genannt. Ähnlich verbreiten wir Aspekte von Ayurveda, was gleichermaßen für die ganze Menschheit von Nutzen ist. Ebenso unterstützen wir das Erlernen vieler anderer Techniken, wie sie in der Sri Vidya-Tradition vermittelt werden, im Kundalini-Yoga, in vielen anderen tantrischen Schulen. Unser Job ist es, das alles in der zugänglichsten Art verfügbar zu machen. Alles Weitere nennen wir dann ‚Würze‘ (lacht).

Es scheint, dass Sie Ihre Mission wirklich genießen, in der Art, wie Sie darüber reden.

Ich liebe meine Mission. Wenn ich das nicht tun könnte, ich wüsste nicht, was ich sonst tun sollte.

Herzlichen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke. Ich hoffe, wir kommen bald in den Genuss Ihrer Vorträge in Deutschland oder Europa.

Keine Ursache. Lasst mich einfach wissen, wann ich kommen soll!

Das Interview erschien zuerst in gekürzter Version im Yoga Aktuell 92 (2015). Das Geheimnis der Yoga Sutras erscheint im Frühjahr 2019 im Agni Verlag auf deutsch.

Interview: Dr. Michael Nickel

Fotos: © Dr. Michael Nickel /Santosha Media

Mit Beiträgen von Pandit Rajmani Tigunait im Agni Verlag

Wenn ich das, was ich aus den Lehren des tantrischen Yoga gelernt habe, destilliere, sehe ich drei Hauptthemen. Das erste ist die Furchtlosigkeit. Swami Rama sprach davon, dass wir an einen Punkt in unserem Leben kommen, an dem wir ohne Angst leben. Und zu diesem Zweck denke ich, dass die tantrische Tradition eine reiche, reiche Ressource bietet. Weiterlesen

Frage: Wenn Meditation erfordert, dass wir nichts denken, warum müssen wir uns dann an unser Mantra erinnern?

Pandit Rajmani Tigunait: Es gibt einen Grund, warum man sich an sein Mantra erinnern muss. Wir benutzen Mantra als Vehikel, um diesen Zustand des Nicht-Denkens zu erreichen. Solange man einen Verstand hat, muss man darüber nachdenken. Das ist eine grundlegende, fundamentale Definition von Geist – in der Tat ist die Natur des Geistes Spanda (Pulsieren) mit vollem Bewusstsein, dass er sich bewegt. Wenn es eine energetische Bewegung ist, dann in Form von Prana. Wenn es Bewegung im Sinne von Gedanken ist, dann wird es Geist genannt. Prana als Vehikel zum Verständnis der Bewegung von Gedanken wird Geist genannt, und das Vehikel zur Wahrnehmung von Bewegung in Form seiner energetischen Dimension wird auch Geist genannt. Geist ist Prana, Prana ist Geist – beide sind genau dasselbe. Wenn der Geist aktiv ist, ist Prana aktiv. Wenn der eine gestört ist, ist der andere gestört. Wenn der eine ruhig und gelassen ist, ist der andere ruhig und gelassen. Dies ist ein unvermeidliches Naturgesetz. Weiterlesen

Der Atem ist ein Vehikel zur Vertiefung der Konzentration und zur Entdeckung stiller Quellen der Freude. Zwei Techniken, die weitreichende Auswirkungen haben können, sind Nadi Shodhana und Sushumna-Atmung. In diesen Übungen werden die beiden großen Energieformen im Körper-Geist koordiniert und die Aufmerksamkeit wird auf den zentralen Strom des Atems gelenkt. Durch die Aufrechterhaltung des Bewusstseins auf diesem zentralen Strom beginnt ein Prozess der Transformation, der zu einem beständigen und ruhigen Geist führt. In diesem Beitrag werden wir uns auf die Sushumna-Atmung konzentrieren. Weiterlesen

Unzweifelhaft hält Ganesha zwei Rekorde im Götter-Pantheon: Erstens steht das kleine berüsselte Pummelchen auf der Beliebtheitsskala indischer Gottheiten weltweit ganz oben, nicht zuletzt in Yoga-Kreisen. Zweitens nennt keine Gottheit so viele Symbole ihr Eigen: Rüssel, Ratte, Rasselgürtel (Klapperschlange) – halber Stoßzahn, Stachelstock – Modaka-Töpfchen, dicker Bauch – Lotus, Mala, Krone – die Liste ließe sich noch lang fortsetzen. Du fragst sich sicher, weshalb ich nun ausgerechnet im Titel den Bezug zu unserer Pumpe wähle, die „Herzenssache“, wo unser Herz doch keines der offensichtlichen Symbole Ganeshas ist? Müsste es nicht besser „Rüsselsache“ heißen? – Wie so oft ist es eine Frage der Perspektive. In diesem Fall bringt uns die Entstehungsgeschichte Ganeshas unserer Erleuchtung einen Schritt näher: Weiterlesen

Pandit Rajmani Tigunait im Interview über die Yoga Sutras, seinen Kommentar, seine Kurse und die Mission des Himalayan Instituts.

Pandit Rajmani Tigunait sitzt in einem bequemen Sessel im Haupthaus auf dem idyllischen Anwesen des Himalayan Institutes (HI) in der Nähe von Khajuraho, Indien und lächelt mich erwartungsvoll und herzlich an. Manche würden das Anwesen Aschram nennen, das HI nennt es Campus. Und entsprechend ist die Atmosphäre unter der kleinen Gruppe von Gästen und Mitgliedern des Institutes: Selbststudium und Meditationspraxis stehen im Vordergrund. Alles hier scheint die praktische Philosophie meines Interviewpartners, den seine Schüler liebevoll Panditji nennen, widerzuspiegeln.

Pandit Rajmani Tigunait ist der spirituelle Kopf des Himalayan Institutes, das seinen Sitz in Honesdale, Pennsylvania in USA hat. Gegründet von Swami Rama, pflegt es seit Jahrzehnten das Wissen aus der Tradition der Himalayan Masters und lehrt es im Westen, insbesondere in USA und Großbritannien. Seit dem Ableben Swami Ramas 1996 steht Pandit Rajmani Tigunait dem Institut vor. Aufgewachsen in einer Schriftgelehrten-Familie, wurde er früh als Pandit (Schriftgelehrten-Priester) ausgebildet, verzichtete jedoch wenige Zeit später weitgehend auf die Ausübung priesterlicher Zeremonien und wechselte an die Universität von Allahabad, wo ein Sanskrit-Studium folgte, das er mit zwei Doktorgraden in Indien und USA abschloss. Diese akademisch-wissenschaftliche Ausrichtung war von Kindheit an durch intensive spirituelle Praktiken ausgeglichen. Als junger Mann hatte er die Gelegenheit, bei mehreren großen tantrischen Meistern zu lernen, bevor er in Swami Rama den Lehrer fand, der ihn dann auch mit in den Westen nahm. Heute ist Pandit Tigunait international höchst vernetzt, sowohl in Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Dennoch hält er sich seit Jahrzehnten an die Auflage seines Meisters, sich nicht in Politik, Religion und sektiererischen Aktivitäten einzulassen. Das Himalayan Institut floriert unter seiner Führung, in seinen zahlreichen Büchern und beliebten Kursangeboten vermittelt Pandit Tigunait praktische und tiefgreifende Aspekte der Yoga-Philosophie und Praktiken aus den tantrischen Yoga-Traditionen, insbesondere Sri Vidya. Seine jüngste Publikation, eine Neuübersetzung der Yoga Sutras von Patanjali und ein zugehöriger Kommentar, der 2014 erschienen ist, haben in USA und Indien große Aufmerksamkeit erregt und ihm weitere Anerkennung eingebracht. Im Interview gewährt er tiefe und teilweise persönliche Einblicke in seine praktische Sichtweise auf Philosophie, sowie die Mission des Himalayan Institutes.

 

Fotogalerie Pandit Rajmani Tigunait in Khajuraho, Indien

Das Interview mit Pandit Rajmani Tigunait

Agni Magazin: Vielen Dank, dass Sie uns dieses Interview geben. Ich würde gerne direkt in unser Thema springen. Sie haben die Yoga Sutras neu übersetzt und kommentiert. Was ist aus Ihrer Sicht die Essenz der Yoga Sutras?

Pandit Rajmani Tigunait: Drei Aspekte stehen für mich Sutras im Zusammenhang mit der Essenz der Yoga. Erstens, meine Übersetzung und Kommentare stellen keine streng wissenschaftlich-philosophische Abhandlung dar. Obwohl ich mich natürlich im Rahmen der Samkhya-Philosophie und -Metaphysik bewege, ist das Buch im Wesentlichen für Praktizierende geschrieben.

Zweitens, mein Kommentar orientiert sich nahe an der Tradition von Sri Vidya. Sri Vidya ist eine Teiltradition innerhalb des Tantrismus und die Lehrer dieser Tradition waren immer Freidenker und sehr eklektisch. Sie zögerten niemals, die besten Prinzipen, Theorien, Doktrinen und Disziplinen der Praxis in ihr eigenes, persönliches Leben zu integrieren. Demnach entwickelte sich diese spezifische Philosophie als Philosophie der Integration. Dementsprechend habe ich in dieser Übersetzung und diesem Kommentar dieselbe Herangehensweise adoptiert. Der Hauptgrund dafür ist, dass die tantrische Tradition von Sri Vidya meine eigene Tradition ist. Sri Vidya umfasst die Lehren von Vedanta, also von Shankaracharia, ebenso wie Lehren aus dem Shaktismus. Die Herangehensweise, die ich gewählt habe, entspricht nach den Lehren der Meister dieser Tradition dem Kernkonzept, nämlich, dass das Leben sehr wertvoll und wunderschön ist. Die Tendenz, die wir hier und da in anderen Yogaschriften finden, dass das Leben eine Fessel ist, dass wir wegen unseres schlechten Karmas hier in dieser Welt gelandet sind, dass der Sinn des Lebens darin besteht, dem Samsara-Zyklus von Geburt und Tod so schnell wie möglich zu entkommen, ist keine sehr gute Einstellung. Die Wahrheit ist doch, jeder von uns ist daran interessiert, am Leben zu sein und ein gesundes Leben zu führen. Keiner ist daran interessiert, ein armer Tropf zu sein. Niemand ist daran interessiert schnell zu sterben. Also gibt es ein natürliches Interesse in uns, zu leben. In unserem Herzen wissen wir, dass es etwas sehr Profundes, überaus Wunderschönes, sehr Wertvolles in uns gibt, das wir erreichen müssen, und aus diesem Grund möchten wir, bis zu unserem letzten Atemzug, am Leben bleiben. Es scheint eine versteckte Hoffnung in unserem Geist zu geben, dass wir vielleicht in den nächsten Tagen, in den nächsten Stunden, in den nächsten paar Momenten verstehen werden, warum wir in diese Welt gekommen bin. Das ist eine klare Indikation dafür, dass dieses Leben sehr bedeutungsvoll ist. Den Sinn des Lebens zu finden, ist das Ziel von Yoga. Nichts von allen Werkzeugen im Yoga ist wichtiger, als unser Körper und unser Geist, um dieses Ziel zu erreichen. Unser Geist, unser Körper, unsere Sinne – das sind die effizientesten Werkzeuge, die die Natur uns gegeben hat. Dementsprechend nennen wir es Yoga, wenn wir uns um unseren Körper, unseren Geist, unsere Sinne kümmern und den Reichtum entdecken, der in unserem Geist und unserem Körper versteckt ist. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich den Kommentar geschrieben. Ich würde also sagen, das ist die Essenz des Kommentars.

Drittens, in meinem ersten erschienenen Kommentar „Secret of the Yoga Sutra – Samadhi Pada“, der Kapitel eins der Yoga Sutras behandelt, habe ich mir die Freiheit genommen, die Kern-Praktiken zu beschreiben. Diese finden sich besonders in Sutras 1.34 bis 1.36 – die Meditation auf den Lotus des Herzens – und beschreiben, wie wir durch diese Meditation unsere reine, strahlende Freude wiederentdecken können, die dort in uns wohnt. Ich habe in diesem Zusammenhang viel größeren Wert auf die Details gelegt, als jeder andere Kommentator zuvor. Die Intention war ja, diesen Kommentar für Praktizierende zu schreiben. Natürlich gibt es auch viele weitere Stellen im Buch, an denen ich wesentlich weiter in die Tiefe gehe als andere Kommentare. Zum Beispiel zu Sutras 1.23 bis 1.29, in denen von „Gott“ – Ishvara – die Rede ist. Was bedeutet „Gott“ im Yoga und wie setzen wir dieses Prinzip, diese Idee, diese Doktrin, dieses Konzept in unserem täglichen Leben um? Es geht also darum, Gott zu erfahren, anstelle lediglich an Gott zu glauben.

Das klingt sehr danach, als könnte der Leser das Buch dazu benutzen, ein freudvolles Leben zu finden.

Genau!

Welche Rolle haben die Yoga Sutras in den Lehren Ihrer Meister für Sie gespielt, um letztendlich dahin zu kommen, wo Sie nun stehen.

Ich war mir jederzeit einer Sache bewusst, die mein Meister immer wieder betont hat: Ein Mensch ist nicht nur Körper und ein Mensch ist nicht nur Geist, sondern der Mensch ist eher eine Verschmelzung von Körper und Geist – und noch mehr.

Das war Swami Rama?

Ja, Swami Rama. Und daher habe ich seine Lehren berücksichtigt und es so praktisch wie nur möglich gehalten. Was taugt Yoga-Philosophie, wenn sie eine reine intellektuelle Übung ist? Daher halte ich mich an eine integrative Herangehensweise, die Ernährung, Körperübungen, usw. kombiniert, um all das als Grundlage für Wachstum und Entdeckungen im Spirituellen zu nutzen.

In welchem Alter sind Sie zum ersten Mal in Kontakt mit den Yoga Sutras gekommen? Sie sind in einer traditionellen Pandit-Familie mit Sanskrit-Hintergrund herangewachsen und dementsprechend spielte Spiritualität von Beginn an eine große Rolle.

Tatsächlich war ich mir über die Existenz der Yoga Sutras bereits in meiner frühen Kindheit bewusst. Aber ich hatte kein großes Interesse daran, denn meine Familie war sehr ritualistisch geprägt. Das heißt, meine Mutter war ritualistisch geprägt. Mein Vater war ein sehr angesehener Schriftgelehrter, der im Privatleben ein Verehrer der Göttlichen Mutter Durga war, der ebenfalls seine Rituale pflegte. Daher war ich zunächst nicht besonders an den Yoga Sutras interessiert. Das erste Mal, dass ich mich wirklich dafür interessierte war 1973, im Alter von 20 Jahren, unter ganz einzigartigen Umständen, als ich durch eine sehr, sehr raue Periode meines Lebens ging. Die ganze Geschichte findet sich im Vorwort. Ich traf meinen ersten großen Lehrer, als ich durch die dunkelste Zeit meines Lebens ging. Das war Swami Sadananda. Er weihte mich in das Gayatri-Mantra ein und als diese Praxis keinen zufriedenstellenden Effekt bei mir zeigte, führte er mich in die Yoga Sutras ein – und seither studiere ich die Yoga Sutras. Eine Sache muss ich sagen: obwohl ich all die Zeit diesen wundervollen Text sowohl als Wissenschaftler wie auch als Praktizierender intensiv studiert habe und obwohl ich zu Füßen der großen Meister saß, bin ich mir heute völlig im Klaren darüber, dass ich der größte Glückspilz der Welt wäre, wenn ich mein Studium dieses Buches in diesem Leben wirklich beenden könnte und seinen wahren Inhalt und seine wahre Absicht vollständig verstehen würde. Die Sache ist doch die, je mehr man studiert und je mehr man praktisch erfährt, umso mehr realisiert man, dass immer noch so viel mehr darin zu finden ist (lacht). Es ist so ein erstaunliches Buch! Wirklich! Sehr transformierend.

Sie haben bereits darauf hingewiesen, dass einige Übersetzer der Ansicht sind, Yoga bedeute, etwas zu bezwingen. Besonders hinsichtlich Sutra 1.2 scheinen einige Kommentare die Ansicht zu vertreten, Yoga sei, den Geist dazu zu zwingen, nicht mehr zu denken. Was ist Ihr Verständnis dieses Sutras im Kontext?

Meinen Kommentar legt dar, dass man mit dieser ganze Idee, unseren Geist am Kragen zu packen und im zu sagen „Hör zu Geist, du tust jetzt, was ich Dir sage, sonst werde ich Dich bestrafen“, nicht erfolgreich sein wird. Das ist eine sehr unsinnige Herangehensweise. Das Wort, über das wir sprechen, ist nirodhah. Yoga Sutra 1.2 lautet Yogas Citta vrtti nirodhah. Also bedeutet es: Yoga ist, wenn die Tendenzen des Geistes herumzuschweifen nirodhah sind. Das Wort nirodhah ist übersetzt worden als Einhalt gebieten, kontrollieren, anhalten. Das ist eine ziemlich in die Irre führende und missverstandene Übersetzung. Das Wort nirodhah ist aus zwei Worten zusammengesetzt: das Präfix ni– und rodhah, was anbinden oder beschränken bedeutet. du beschränkst Deinen Geist, jedoch in einer sehr methodischen Art und Weise. Etwa so, als würdest du am Ende des Tages Deine Kühe in den Stall bringen. Sie in den Stall zu bringen ist keine Bestrafung für die Kühe! Du beschützt sie vor den Elementen, Hitze, Kälte, usw. Außerdem ist das die Zeit, wenn die Kühe in deinem Stall ausruhen. In ähnlicher Weise kommst du am Ende deines Tages zurück ins eigene Heim und du schließt deinen Raum, deine Türe ab. Wenn du die Türe abschließt und dich im Inneren des Raumes bist, bist du kein Gefangener! Du bestrafst dich nicht selbst. Stattdessen schließt du ab, um sicher zu stellen, dass niemand den Raum unbefugt betritt. Niemand stört dich, während du dich zuhause ausruhst. Genau das ist der Zweck, deine Türe abzuschließen. Dementsprechend schließt du deinen Geist in seinem zuhause ein, genau das nennt man nirodhah. Es besteht ein sehr positiver Grund dafür: dein Geist ist nach Hause gekommen, dein Geist ruht sich aus, dein Geist entspannt sich, dein Geist lädt seine Energie wieder auf. Das heißt, wenn deine Meditationszeit verstrichen ist, ist dein Geist aufgeladen, erfrischt. Du bist erfrischt. Du hast deine innere Vitalität zurückgefordert, wie auch deine Frische, deine innere Intuition und deine innere Leuchtkraft. Und du bist wieder eine gesündere, freudvollere und friedlichere Person. Also ist den Geist bezwingen keine besonders gute Übersetzung, sondern eher, dem Geist zu erlauben, dass er komfortabel zuhause ist. Damit einher geht, dass du eine Umwelt schaffst, in der dein Geist sich wohl fühlt, genauso, wie du dein eigenes Zuhause sauber hältst, du hast schöne Bilder oder Kunstwerke an der Wand, du stellst sicher, dass die Fenster geschlossen oder offen sind, je nach Bedarf um eine passende Belüftung zu haben. Ähnlich verhält es sich mit Meditation, die zum Ziel hat, die virtuose Beherrschung der Modifikationen deines Geistes zu erreichen. Das ist ein sehr methodischer Prozess und eben nicht nur, den Geist zu schnappen und festzuhalten und zu sagen „Geist, du bleibst hier besser sitzen!“ – nein, das ist es eben nicht!

Das hört sich wohl für all diejenigen besonders bedenkenswert und vielversprechend an, die bisher „Erleuchtung“ als Hauptziel von Meditation sahen.

Natürlich!

Die Yoga Sutras sprechen ausführlich über, „Erleuchtung“, Samadhi. Könnten Sie uns dieses Konzept erklären? Was ist Samadhi?

Samadhi ist ein absolut erholsamer Zustand des Geistes. Ein völlig reiner, stiller, stabiler mentaler Zustand, in dem der Geist ungestört und unbeeinflusst ist durch seine eigenen Samskaras und Vasanas – also seine subtilen Eindrücke, Tendenzen, Modifikationen und Gedanken-Konstrukten, die durch diese Samskaras erschaffen werden. Das also wird Samadhi genannt. Weil wir in diesem Zustand mental so rein, so vollständig ausgerichtet und still sind, dass das reine Bewusstsein, das in dir ist und das du bist, den reinen Geist reflektiert. Die Reinheit des Geistes und die Reinheit des Bewusstseins sind völlig gleich, die beiden spiegeln sich also gegenseitig. Dieser Zustand ist Samadhi.

Nun, das ist eine Definition vom Standpunkt aus, Samadhi als Bestimmungsort zu sehen. Allerdings gibt es auch einen Prozess, der dich zu diesem Zustand führt und dieser Prozess wird ebenfalls Samadhi genannt. Der Prozess durch den wir den Zustand von Samadhi erreichen nennen wir Niederes Samadhi. Wo wir durch diesen Prozess hin gelangen, diesen Zustand nennen wir Höheres Samadhi.

Die Yoga Sutras nennen Dharana und Dhyana, Konzentration und Meditation – die wir beide als Niederes Samadhi zusammenfassen – und eben das sogenannte Samadhi, der Zustand vollständiger spiritueller Absorption. Diese drei gemeinsam beziehen sich auf einen kontinuierlichen Prozess. Es ist ein Kontinuum, kein stufenförmiges, sprunghaftes Phänomen. Es ist also nicht von hier bis da Konzentration, von da bis dort Meditation und ab dort dann Samadhi, es ist ein kontinuierliches, übergangsloses Fortschreiten durch immer weiter verfeinerte Zustände. Wenn wir unsere Meditation beginnen, sehen wir uns mit den herumschweifenden Tendenzen unseres Geistes konfrontiert. Wenn wir weiter üben, bemerken wir, dass unser Geist ein klein wenig ruhiger geworden ist. Wir sind mental aufmerksamer, unser Geist beginnt seine eigene innere Leuchtkraft zu verstehen und seine eigenen versteckten Tendenzen. Unser Geist erlangt die Klarheit und Stärke, diesen herumschweifenden Tendenzen zu begegnen und sie zu bändigen. Wenn der Prozess fortschreitet, erreichen wir immer mehr Reife in unserer Praxis. Dann beginnt eine Zeit, in der unser Geist sehr ausgerichtet, fokussiert, viel reiner, sehr viel transparenter und sehr viel stabiler ist. Schlussendlich kommt eine Zeit, in der keine Gedanken-Konstrukte, keine Wahrnehmungen und keine Störungen und Ablenkungen mehr vorherrschen. Auch die subtilen Sorgen und Ursachen unserer herumschweifenden Tendenzen, wie zum Beispiel Angst, Ärger, Hass, Neid, Gier, Zweifel, usw., sind dann verringert. Dieser Zustand wird Samadhi genannt. Zusammengefasst heißt das, Samadhi ist ein Zustand und Niederes Samadhi ist ein Prozess. Was jede Praxis betrifft, beginnen wir immer mit dem Prozess und schlussendlich erreichen wir irgendwann den Zustand.

Im Yoga, wie er im Westen unterrichtet wird, werden aus den Yoga Sutras besonders die Yamas und Nyamas betont. Was ist Ihrer Ansicht nach das Wichtigste für Yogalehrer aus den Yoga Sutras?

Ich denke, heutzutage wird Yoga weltweit hauptsächlich als Asana verstanden. Wenn Asana nicht mit Pranayama und mit anderen Praktiken, wie Bandhas, Mudras, Meditation, usw., kombiniert wird, dann ist er definitiv unvollständig. Er ist dann nicht so effektiv, als wenn er von den übrigen Komponenten des Yoga begleitet wird.

Wenn es um die Botschaft des Yoga geht, werden die ersten beiden Ränge definitiv von den Yamas und Nyamas belegt. Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen, Nicht-Schwelgen, wie auch Nicht-Besitzergreifen, Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium und vertrauensvolle Hingabe an eine höhere Macht, diese zehn Komponenten der Yamas und Nyamas helfen uns, ein würdevolles menschliches Wesen zu werden. Durch sie kultivieren wir eine Sensibilität gegenüber unseren eigenen Gedanken und Gefühlen, wie auch gegenüber den Gedanken und Gefühlen von anderen. Wir werden also ein besserer Mensch. Und automatisch, durch das Praktizieren von Yamas und Nyamas, sind wir in der Lage, viele Ursachen unserer Ablenkung zu reduzieren. Durch diesen ‚yogischen Lebensstil‘ erschaffen wir ein Umfeld in dem wir nicht mehr länger eine Bedrohung für andere darstellen und andere nicht länger eine Bedrohung für uns sind. Wir beginnen einerseits, in Frieden und Harmonie zu leben. Andererseits, durch die Anwendung dieser zehn Yamas und Nyamas, erlangen wir eine innere Umwelt, die die Ökologie unseres Körpers und unseres Geistes sehr fein ausbalanciert. Daher verschwinden auf diese Weise viele Ursachen unserer Ablenkungen, unserer Störungen und unserer Benommenheit. Genau das benötigen wir, zum Beispiel, um ein gutes und gesundes Familien- und Sozialleben zu führen. Auch im politischen Leben und in jedem anderen Berufsleben ist es sehr wichtig, dass wir liebevollere, nettere, sanftere, einfachere und aufrichtigere Personen werden. Das ist es, was uns die Yamas und Nyamas lehren. Das heißt, Yamas und Nyamas sind essentielle Bestandteile unserer Yogapraxis.

Und die Verbindung mit Meditation – dem vorher angesprochenen Prozess von Samadhi – hilft uns, Yamas und Nyamas im Alltag umzusetzen?

Völlig richtig!

Lassen Sie uns einen Blick auf Vyasas Kommentar werfen, der Ihrem Kommentar zu Grunde liegt. Dieser Kommentar ist ja sehr alt. Was ist so besonders an Vyasas Sicht auf die Yoga Sutras?

Vyasas Kommentar ist in der Tat etwas Besonderes und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist es überhaupt der älteste Kommentar. Zweitens ist er der praktischste von allen. Es gibt viele andere Kommentare, beispielsweise von Vachaspati Mishra oder Vijnanabhikshu und vielen, vielen anderen Leuten. Was bei allen anderen Kommentaren auffällt ist, dass jeder eine eigene Haltung hat, eine Tendenz oder Einfärbung. Man kann klar sehen, wie einige Leute Patanjalis Yoga Sutras genutzt haben, um ihrer eigenen Agenda zu nutzen. Vyasa dagegen dient keiner Agenda. Sein Kommentar hat nur einen Zweck: auszuarbeiten, was Patanjali in den Yoga Sutras schreibt. Dazu ist Vyasas Kommentar sehr praxisorientiert.

Was jedoch auch bei Vyasa ein Problem darstellt ist die Sprache, die natürlich altertümlich ist. Obwohl Vyasas Kommentar sehr ausgefeilt ist, kommt hinzu, dass er für die moderne Zeit, für das 21. Jahrhundert, nicht ausgefeilt genug ist, um die Yoga Sutras aus heutiger Sicht völlig zu verstehen. Wahrscheinlich war der Kommentar zu Vyasas Zeit absolut in Ordnung. Die Leute seiner Zeit waren mit Sanskrit viel vertrauter und es gab methodische Studien solcher Schriften. Heute jedoch haben die Leute, die die Yoga Sutras studieren, nicht unbedingt Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei und so weiter methodisch vorbereitet, um dann bei Schritt sechs und sieben anzukommen, den die Yoga Sutras eigentlich darstellen. Die Leute heutzutage gehen direkt in die Yoga Sutras. Dazu kommt, dass sich in diesen tausend, tausendfünfhundert oder sogar zweitausend Jahren, seit Vyasa seinen Kommentar geschrieben hat, sehr viele Dinge verändert haben. Beispielsweise in unseren Sozialstrukturen, den sozialen und religiösen Werten. Daher gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem Kontext, in dem Vyasa schrieb, und dem heutigen Kontext, in dem wir den Kommentar studieren. Was ich versucht habe ist, dieselbe Botschaft zu transportieren, die Patanjali und Vyasa verbreitet haben. Jedoch habe ich dabei immer die moderne Zeit und den modernen Sucher im Hinterkopf gehabt.

Eine persönliche Frage: Haben Sie eine Lieblings-Sutra? Und wenn ja, wären Sie bereit, das mit uns zu teilen?

(Lacht herzhaft und zögert kurz) Weißt du, was mich wirklich sehr nahe zu meinem Selbst gebracht hat, war Sutra 1.36. Das passierte in meinem eigenen persönlichen Kontext. Ich ging durch eine sehr, sehr ausgeprägte Periode von Traurigkeit und Schmerz. (Pause) Da war Trauer – meine Sorgen und der Schmerz waren vollständig von tiefer Trauer begleitet, von Ärger, Angst, Unsicherheit und auch von einer Wahrnehmung der Machtlosigkeit. Sutra 1.36 wurde mir genau in dieser Zeit meines Lebens zuteil. (Pause) Die Praxis, die sich in Sutra 1.36 findet, half mir, meine persönlichen Probleme zu überwinden, also die Sorgen, Trauer, Angst, Zweifel, Verwirrung und diese subjektive Machtlosigkeit. (Lächelt mit feuchten Augen) Dementsprechend hoffe ich, dass man versteht, warum ausgerechnet Sutra 1.36 meine Lieblings-Sutra ist. Aber es gibt viele andere Sutras, die genauso wichtig sind, wie Sutra 1.36! trotzdem ist das mein Liebling. Es ist ähnlich wie bei einem Küken, das schlüpft: Wen oder was auch immer dieses kleine Küken zuerst wahrnimmt, erkennt es als Mutter. (Lächelt gerührt) Als ich also aus meiner schmerzhaften Umwelt herauskam und irgendwie meine Augen öffnete, da fand ich Yoga Sutra 1.36. Es ist wohl natürlich, dass ich eine spezielle Liebe für diese Sutra habe (lacht herzlich).

Danke für die Analogie und dass Sie das mit uns geteilt haben! Lassen Sie uns nochmal auf die veränderten Zeiten zurückkommen. Die Art und Weise wie die Yoga Sutras heutzutage unterrichtet werden, ist definitiv anders als in früheren Zeiten. Sie haben das erste von vier Büchern bereits publiziert und es läuft dazu ein sogenannter Yoga Sutra Master Course, sowohl live am Himalayan Institute in Honesdale, USA, als auch als e-course online. Würden Sie uns das etwas erläutern?

Wenn man ein Buch schreibt, muss man sehr bündig und präzise sein und manchmal ist man dabei in einer völlig eigenen Gedankenwelt. Wenn man andererseits im Vortragssaal unterrichtet, sind die Studenten anwesend und es geschehen Interaktionen. Außerdem herrscht ein ganz einzigartiges Milieu, wenn da mehr als einhundert Studenten sitzen. Einerseits besteht ein kollektives Bewusstsein der Studenten, das ein bestimmtes Umfeld für den Lehrer erzeugt. Zugleich ist jeder Student ein Individuum, daher ist das Unterrichten im Vortragssaal eine einzigartige Erfahrung. Ich spreche ja sowohl alle einhundert Leute als Individuen an, als auch ein kollektives Bewusstsein, was von diesen einhundert Anwesenden erzeugt wird. Gleichzeitig ist dieses kollektive Bewusstsein repräsentativ für das kollektive Bewusstsein aller Studenten in der ganzen Welt. Daher dachte ich mir, lass es mich sowohl als Person vor Ort unterrichten als auch online.

Was sind die Themen und auch die Intention hinter diesen Kursen?

Ich habe vier große Themen eröffnet: Erstens Meistere den Geist: Die Annahme ist folgende: Wenn du keinen klaren und ruhigen Geist hast, wenn du nicht die Dynamik deines Geistes verstehst und wenn du die tieferen Kräfte in dir nicht kennst, die dich zu einer bestimmten Denkweise bewegen, dann wird es für dich sehr schwierig sein, deine Yoga Sadhana, deine Yoga-Praxis zu vollenden. Darum geht es im ersten Seminar.

Zweitens Kehre das Karma-Rad um: So viel hat sich in unserem Geist abgelagert in Form subtiler Eindrücke. Alles, was wir machen, bleibt in unserem Geist in Form von Erinnerungen, subtilen Eindrücken. Wie uns das beeinflusst, das versuche ich im zweiten Seminar zu beschreiben.

Dann kommt in Seminar drei mehr zum Thema Sadhana, also zur Yoga-Praxis, mehr über Meditation. Seminar vier ist dann das Gesamtbild in der Praxis, inklusive Sutra 1.36. Der gesamte Kurs erzeugt also eine komplette Struktur für unser eigenes, persönliches Studium und unsere Streben nach Meditation und Samadhi. Was immer danach kommt, in Kapiteln zwei, drei und vier der Yoga Sutras, wird dann sehr einfach zu verstehen sein. Die Leute werden dann nicht mehr allzeit von einem Lehrer abhängen. Wenn man einmal die Grundlagen von Yoga verstanden hat, wir es viel einfacher, dessen subtilen Nuancen zu verstehen. Unter dieser Prämisse habe ich den Kurs aufgebaut.

Wird es zu den kommenden Yoga Sutra-Bänden ein ähnliches Setup von Wochenend- und Online-Kursen geben?

Ich denke schon. Ich denke, ich werde es ein klein wenig anders anbieten, etwas längere Seminare, beispielsweise für vier Tage anstatt für ein Wochenende. Die Leute haben doch Probleme, für ein Wochenende einzufliegen. Sie kommen Freitagabend und Sonntag ist es vorbei. Wenn sie also innerlich grade angekommen sind, ist es schon wieder Zeit zu gehen. Die Teilnehmer kommen ja gewöhnlich von weit her. Daher werden wir es zukünftig als einen Block oder vielleicht zwei Blöcke im Jahr anbieten, die dafür länger sein werden, beispielsweise von Mittwoch bis Sonntag. Und auch wenn ich es wieder persönlich vor Ort unterrichten werde, wird alles online verfügbar sein, so dass die Leute später noch einmal hineinsehen können, um es nochmals zu studieren und ihre Notizen zu machen. So wird es wohl in den zukünftigen Kursen laufen.

Abgesehen vom Yoga Sutra-Projekt, dass noch einige Zeit laufen wird, unterhält das Himalayan Institute viele hochkarätige Projekte in aller Welt. Beispielsweise haben Sie vor kurzem den Campus in Khajuraho, Indien, aufgebaut, wo von Herbst 2015 bis Frühjahr 2016 vertiefende Praxis-Retreats (Sadhana Immersions) stattfinden werden. Wie spielen all diese Projekte zusammen? Was ist die übergreifende Mission vom Himalayan Institut und von Ihnen?

Meine Mission, die Mission meines Meisters, die Mission des Himalayan Institut ist sehr einfach: Baue einen ‚Weisheits-Fond‘ auf und übergebe diesen Weisheits-Fond an die Menschheit in aller Welt. Das heißt, trage das beste Wissen aus den alten Zeiten zusammen und verbinde es mit dem besten Wissen der modernen Welt. Baue eine Brücke zwischen diesen beiden Welten und erschaffe ein Umfeld, in dem Menschen aus aller Welt von dem besten Wissen profitieren, das wir bisher zusammengestellt haben. Das hört sich ziemlich hochgestochen an und dennoch ist es sehr einfach. Es ist einfach in dem Sinne: Die Natur des menschlichen Lebens und all der Dinge, die wir da draußen getan und erreicht haben, von Politik zu Kommerz über Astrophysik und Kernphysik, bis hin zu Medizin oder Recht, laufen doch immer und ultimativ auf das folgende hinaus: wir versuchen durch all diese Fertigkeiten herauszufinden, wie wir ein glücklicherer und gesünderer Mensch sein können. Wie können wir einen guten und gesunden Körper bekommen sowie einen guten, gesunden, reinen, brillanten und lebhaften Geist? Genau diese beiden Dinge versuchen wir zu erreichen. ‚Weisheit‘ nennt man hierbei jedes Wissen, das uns hilft, unseren lebhaften Körper und Geist wiederzugewinnen und den Reichtum zu entdecken, der in diesem Leben vorhanden ist. Wenn wir diese Weisheit, vereinfach gesprochen, in einem großen Gefäß zusammentragen, dann ist die Aufgabe des Himalayan Instituts, dieses Gefäß zu beschützen, zu präsentieren und als Diener der Menschheit diese Weisheit zugänglich zu machen. Das ist die Haupt-Mission. Natürlich muss man sehr praktisch denken, wenn es in die Realität geht. Manches Wissen ist oberflächlich, fraglich, flach und kann daher nicht gerade Priorität für die Verbreitung besitzen. Anderes Wissen ist zu tiefgreifend, zu esoterisch, zu mystisch, so dass es auch nicht angebracht wäre, das im großen Stil zu verbreiten, weil es kaum jemand verstehen würde. Die zweite Stufe der Aufgabe des Institutes ist es daher, herauszufinden, wie man dieses Wissen heutzutage am besten für die Menschheit aufbereitet. In diesem Kontext ist zu verstehen, warum wir so viel Energie in die Yoga Sutras stecken, wobei wir zugleich bestimmte weitere Texte der tantrischen Literatur unterrichten – Saundarya Lahari, Netra Tantra seien hier genannt. Ähnlich verbreiten wir Aspekte von Ayurveda, was gleichermaßen für die ganze Menschheit von Nutzen ist. Ebenso unterstützen wir das Erlernen vieler anderer Techniken, wie sie in der Sri Vidya-Tradition vermittelt werden, im Kundalini-Yoga, in vielen anderen tantrischen Schulen. Unser Job ist es, das alles in der zugänglichsten Art verfügbar zu machen. Alles Weitere nennen wir dann ‚Würze‘ (lacht).

Es scheint, dass Sie Ihre Mission wirklich genießen, in der Art, wie Sie darüber reden.

Ich liebe meine Mission. Wenn ich das nicht tun könnte, ich wüsste nicht, was ich sonst tun sollte.

Herzlichen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke. Ich hoffe, wir kommen bald in den Genuss Ihrer Vorträge in Deutschland oder Europa.

Keine Ursache. Lasst mich einfach wissen, wann ich kommen soll!

Das Interview erschien zuerst in gekürzter Version im Yoga Aktuell 92 (2015). Das Geheimnis der Yoga Sutras erscheint im Frühjahr 2019 im Agni Verlag auf deutsch.

Interview: Dr. Michael Nickel

Fotos: © Dr. Michael Nickel /Santosha Media

Mit Beiträgen von Pandit Rajmani Tigunait im Agni Verlag