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Sitzt man morgens oder abends auf den Gipfeln der Berge, kann man sich rundherum an Schönheit laben. Ein spiritueller Mensch versteht dann, in welcher Form solche Ästhetik ein untrennbarer Aspekt des Göttlichen ist, dessen Attribute Satyam, Shivam, und Sundaram sind – Wahrhaftigkeit, Ewig­keit und Anmut. Dies ist das Land der Devas. Im Himalaya sind die Morgen­dämmerung (Usha) und die Abenddämmerung (Sandhya) – wenn Tag und Nacht sich vermählen – nicht nur Momente, die durch die Erd­­rotation er­zeugt werden, sondern sie haben eine zutiefst symbolische Bedeutung.

Morgen, Nachmittag, Abend und Nacht haben jeweils ihre eigentümliche Schön­heit. Keine Sprache ist in der Lage, sie zu beschreiben. Viele Male wechseln die Berge jeden Tag ihre Farben, denn die Sonne steht im Dienste dieser Gipfel. In den Morgenstunden sind sie silbern, zur Mittagszeit sind sie golden und im Abendlicht sehen sie rot aus. Ich habe es wahrgenommen, als kleide meine eigene Mutter sich in vielfarbige Saris, um mich zu erfreuen. Lässt sich solche Anmut in Worte fassen? Dies gelingt nur der Sprache des Herzens, doch deren Vokabular ist für die Lippen nicht aussprechbar.

Ich vermag meinen Lesern nur einen flüchtigen Blick auf jene bezaubernden Berge zu gewähren. Ihre Schönheit ist alles überragend und jenseits jeder Beschreibung. Die Morgenstimmung im Himalaya ist so lautlos und friedvoll, dass sie einen Sucher spontan zur Stille führt. Darum werden die Bewohner des Himalayas zu Meditierenden. Die Natur bestärkte die Schulen der Meditation. Während ich in meiner Höhle lebte, weckte mich Usha, die Morgendämmerung, mit der aufgehenden Sonne in ihren Händen, so als stünde meine Mutter vor mir. Die Sonnenstrahlen drangen sanft durch den Eingang herein. In dieser Klause verbrachten einige Yogis ihr Leben und studierten die Upanischaden zu Füßen des Meisters.

Am Abend, wenn sich das Wetter klärt und die Sonnenscheibe durch die Wolken bricht, scheint ein allmächtiger Maler Millionen von Farbnuancen auf die verschneiten Gipfel auszuschütten. Er erzeugt Gemälde, die niemals durch die Pinsel und Farben in den kleinen Händen der Künstler kopiert werden könnten.

Buchauszug aus „Mein Leben mit den Meistern des Himalayas“ (AV108, Neuübersetzung, Agni Verlag 2018).
Übersetzer: Michael Nickel
© 2018 Agni Verlag –  Keine unautorisierte Weiterverbreitung!

Foto: © Michael Nickel, Santosha Media.

 

Beiträge im Agni-Magazin mit Bezug zum Buch

AV 108 - Swami Rama: Mein Leben mit den Meistern des Himalayas (Agni Verlag)Agni Verlag

Bücher von Swami Rama im Agni Verlag

Sitzt man morgens oder abends auf den Gipfeln der Berge, kann man sich rundherum an Schönheit laben. Ein spiritueller Mensch versteht dann, in welcher Form solche Ästhetik ein untrennbarer Aspekt des Göttlichen ist, dessen Attribute Satyam, Shivam, und Sundaram sind – Wahrhaftigkeit, Ewig­keit und Anmut. Dies ist das Land der Devas. Im Himalaya sind die Morgen­dämmerung (Usha) und die Abenddämmerung (Sandhya) – wenn Tag und Nacht sich vermählen – nicht nur Momente, die durch die Erd­­rotation er­zeugt werden, sondern sie haben eine zutiefst symbolische Bedeutung.

Morgen, Nachmittag, Abend und Nacht haben jeweils ihre eigentümliche Schön­heit. Keine Sprache ist in der Lage, sie zu beschreiben. Viele Male wechseln die Berge jeden Tag ihre Farben, denn die Sonne steht im Dienste dieser Gipfel. In den Morgenstunden sind sie silbern, zur Mittagszeit sind sie golden und im Abendlicht sehen sie rot aus. Ich habe es wahrgenommen, als kleide meine eigene Mutter sich in vielfarbige Saris, um mich zu erfreuen. Lässt sich solche Anmut in Worte fassen? Dies gelingt nur der Sprache des Herzens, doch deren Vokabular ist für die Lippen nicht aussprechbar.

Ich vermag meinen Lesern nur einen flüchtigen Blick auf jene bezaubernden Berge zu gewähren. Ihre Schönheit ist alles überragend und jenseits jeder Beschreibung. Die Morgenstimmung im Himalaya ist so lautlos und friedvoll, dass sie einen Sucher spontan zur Stille führt. Darum werden die Bewohner des Himalayas zu Meditierenden. Die Natur bestärkte die Schulen der Meditation. Während ich in meiner Höhle lebte, weckte mich Usha, die Morgendämmerung, mit der aufgehenden Sonne in ihren Händen, so als stünde meine Mutter vor mir. Die Sonnenstrahlen drangen sanft durch den Eingang herein. In dieser Klause verbrachten einige Yogis ihr Leben und studierten die Upanischaden zu Füßen des Meisters.

Am Abend, wenn sich das Wetter klärt und die Sonnenscheibe durch die Wolken bricht, scheint ein allmächtiger Maler Millionen von Farbnuancen auf die verschneiten Gipfel auszuschütten. Er erzeugt Gemälde, die niemals durch die Pinsel und Farben in den kleinen Händen der Künstler kopiert werden könnten.

Buchauszug aus „Mein Leben mit den Meistern des Himalayas“ (AV108, Neuübersetzung, Agni Verlag 2018).
Übersetzer: Michael Nickel
© 2018 Agni Verlag –  Keine unautorisierte Weiterverbreitung!

Foto: © Michael Nickel, Santosha Media.

 

Beiträge im Agni-Magazin mit Bezug zum Buch

AV 108 - Swami Rama: Mein Leben mit den Meistern des Himalayas (Agni Verlag)Agni Verlag

Bücher von Swami Rama im Agni Verlag

Um mit anderen zu kommunizieren,
muss man lernen, zuerst mit sich selbst zu kommunizieren.

Unsere externe Kommunikation beginnt auf der Ebene des Denkens,
nicht durch unser Sprechen oder Handeln. Weiterlesen

Sobald wir lernen, die Musik der Natur zu hören
und deren Schönheit zu schätzen,
bewegt sich unsere Seele im Einklang
mit der gesamten Umgebung. Weiterlesen

Wer die größte Freude
realisieren will,

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Wenn du übst,
wirst du Erfahrungen machen,

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Alle Widrigkeiten
sind dazu da,
um dir zu helfen.

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Wenn du ernsthaft
deinen Weg gehst,

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Die absolute Realität

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